Körperkamera zeigt Aufnahmen von Polizeibeamten, die einen 5-jährigen Jungen beschimpfen und bedrohen

Eine Polizeibehörde in Maryland hat verstörende Aufnahmen der Körperkamera von einem Vorfall veröffentlicht, der sich im Januar 2020 ereignete.

Das Filmmaterial zeigt, wie zwei Polizisten des Montgomery County Police Department einen 5-jährigen Jungen beschimpfen, der von seiner Schule weggelaufen war.

Die Mutter des Jungen, Shanta Grant, hat Klage wegen des Vorfalls eingereicht; und die Anwälte Matthew Bennett und James Papirmeister merkten an, dass sie „hofft, dass der Vorfall zu Veränderungen bei den Grundsätzen und der Ausbildung führen wird, sowohl bei der Schule als auch bei der Polizei.“

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Laut Washington Post geschah der Vorfall am 14. Januar 2020, als Grants Sohn aus der East Silver Spring Elementary School (Grundschule) abhaute. Die Polizei wurde gerufen und konnte ihn ausfindig machen.

Kevin Christmon, einer der Polizisten, verlor schnell seine Geduld mit dem Kind, wie die Aufnahme der Körperkamera zeigt.

Irgendwann fing der Junge an zu weinen und hatte Angst, dass er ins Gefängnis gebracht werden würde; und Christmon unternimmt nichts, um ihn zu beruhigen. Stattdessen sagt er: „Ist mir egal. Das entscheidest nicht du!“

„Der Tonfall und das Auftreten von Christmon gegenüber dem Kind passten besser zu einem Kriminellen als einem verängstigten Fünfjährigen“, sagten Bennett und Papirmeister.

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Dionne Holliday, die zweite anwesende Polizistin beschimpfte das weinende Kind ebenfalls.

„Halt jetzt den Mund“, sagte Holliday, nachdem die Polizei und ein Schulmitarbeiter das Kind zurück in die Schule gebracht hatten. „Ich hoffe, deine Mutter lässt mich dich verhauen.“

Einer der Beamten bedrohte den Jungen mit Handschellen und hörte nicht auf, sein Verhalten zu kommentieren und sagte, dass der Junge eine „Tracht Prügel“ verdiene, während ein Schulmitarbeiter mit seiner Mutter telefonierte.

Warnung: Manche Menschen könnten die Inhalte dieses Videos verstörend finden.

Als Folge des Vorfalls „habe der Junge Alpträume“, teilte Bennett mit. „Er hat jetzt Angst vor der Polizei. Es hat ihn sehr durcheinandergebracht.“

Gegen die beteiligten Beamten wird intern ermittelt. Bis zur vollständigen Aufklärung bleiben sie jedoch weiter im Dienst.

Nach Angaben von ABC News drängte Montgomery County Executive Marc Elrich den Polizeichef des Countys dazu, zu prüfen, wie Polizisten ausgebildet werden, mit Kindern umzugehen.

„Unsere Beamten sind keine Sozialarbeiter, Psychologen oder Therapeuten und sollten keine Erziehungsratschläge geben. Die polizeilichen Pflichten sollten dann enden, wenn Schulmitarbeiter anwesend sind, um sich um ein Kind zu kümmern“, sagte er.

„Wir haben alle gesehen, wie ein kleiner Junge verspottet, erniedrigt, auf den Sitz eines Polizeiautos gesetzt wird und aus vollem Halse von einem erwachsenen Polizisten angeschrien wurde. Das ist Gewalt“, sagte Will Jawando, Mitglied des Montgomery County Council.

Es gibt keine Entschuldigung dafür, wie mit dieser Situation umgegangen wurde. Ein Polizist sollte niemals ein Kind auf diese Weise bedrohen oder beschimpfen. Und wenn das der Fall ist, sollt es Folgen haben.

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