Strongwoman-Weltmeisterin disqualifiziert: Die Transgender-Kontroverse

Die Organisatoren eines „World’s Strongest Woman“-Wettbewerbs entzogen der Gewinnerin ihren Titel, nachdem Vorwürfe aufkamen, sie sei als Mann geboren worden.

Die Debatte über Transgender-Personen im Sport nimmt seit Jahren an Fahrt auf, spaltet die Meinungen und stößt auf teils heftigen Widerstand.

Ein „World’s Strongest Woman“-Wettbewerb steht unter heftiger Kritik, nachdem Vorwürfe gegen die Gewinnerin, die US-Amerikanerin Jammie Booker, laut wurden. Sie soll als biologischer Mann geboren sein.

Der Wettbewerb in Texas

Bei der Veranstaltung in Arlington, Texas, reagierte die Britin Andrea Thompson – Siegerin von 2018 – wütend auf ihren zweiten Platz.

Thompson verfehlte den Sieg in der offenen Damenklasse ohne Gewichtsbeschränkung um nur einen Punkt.

Nach dem Finale am 23. November verließ Thompson die Bühne und nannte das Ergebnis „Schwachsinn“. Booker feierte währenddessen ihren Triumph.

Das YouTube-Video aus 2017

Seitdem entbrannte eine Debatte über Bookers Geschlecht, nachdem ein YouTube-Video von 2017 auftauchte. Das Video scheint zu bestätigen, dass die Wettkämpferin als biologischer Mann geboren wurde.

In dem Video, das offenbar von Bookers eigenem YouTube-Kanal stammt, sagte die sie: „Jeder brennt darauf, seine eigene Geschichte zu erzählen, und ich bin offensichtlich keine Ausnahme davon.“

„Ich bin eine 21-jährige Trans-Frau mit einer Geschichte von Missbrauch, die darum kämpft, sich selbst treu zu bleiben, während sie unter der Herrschaft ihrer religiösen Eltern steht.“

Disqualifikation nach öffentlichem Druck

Auf Basis dieses Eingeständnisses forderten viele Menschen, Booker den Titel zu entziehen. Laut den Strongman Archives nahm Booker vor Juni 2025 an keinem Damen-Event teil. Erst beim Rainier Classic-Pro-Am trat sie erstmals in der Frauenkategorie an.

Official Strongman erklärte später in den sozialen Medien, vor der Veranstaltung nichts von den Vorwürfen gewusst zu haben. Die Organisation stellte fest: Es „scheint, dass eine Athletin, die biologisch männlich ist und sich jetzt als weiblich identifiziert, in der Damen-Open-Kategorie angetreten ist“.

Die Organisation fügte hinzu, dass sie Booker nicht zum Wettbewerb zugelassen hätten, wenn sie von den Umständen gewusst hätten. Inzwischen disqualifizierte sie die Athletin.

Die offizielle Stellungnahme

Die Erklärung fuhr fort: „Jede Athletin ist willkommen. Aber wir tragen die Verantwortung, Fairness zu gewährleisten. Deshalb ordnen wir Athletinnen basierend auf ihrem bei der Geburt registrierten Geschlecht den Männer- oder Damen-Kategorien zu.“

„Vor diesem Hintergrund haben wir die betreffende Athletin von den Official Strongman World Championships 2025 disqualifiziert.“

„Wir ändern alle Athleten-Punkte und Platzierungen entsprechend, um die rechtmäßigen Plätze an jede der Damen-Open-Athletinnen zu vergeben.“

Thompson übernimmt den Titel

Die Entscheidung macht Thompson zur offiziellen Gewinnerin der Veranstaltung.

„Was ein bedeutsamer Anlass sein sollte, überschatten nun leider Skandal und Unehrlichkeit von jemandem, der in unserem verrückten Sport willkommen war“, schrieb Thompson in einer Erklärung in den sozialen Medien.

„Ein Sport, der Frauen ermutigt, sich selbst zu feiern, ohne sich danach beurteilen zu lassen, wie die Gesellschaft sagt, dass sie sein sollten.“

„Ich kann ehrlich sagen, dass niemand – einschließlich des @officialstrongmangames-Teams – eine Ahnung hatte, was passieren würde. Niemand hatte einen Grund, etwas anderes zu vermuten.“

„Ich ärgere mich nicht nur darüber, keinen Sieg feiern zu können. Ich denke auch an die Damen, denen ihre Zeit zum Glänzen auf dem Podium oder das Erreichen des Finaltages genommen wurde.“

Eine anhaltende Debatte

Die Kontroverse um Transgender-Athletinnen im Frauensport bleibt ein hochsensibles und geteiltes Thema. Befürworter fordern Inklusion und das Recht auf Teilnahme, während Kritiker Bedenken hinsichtlich der Fairness im Wettbewerb äußern.

Der Fall von Jammie Booker wirft Fragen auf: Wie viel Transparenz brauchen Wettbewerbe? Welche Teilnahmeregeln sind fair? Wie komplex ist Geschlechtsidentität im organisierten Sport? Organisationen weltweit ringen weiterhin damit, Inklusion mit fairen Wettbewerbsbedingungen in Einklang zu bringen.


Die Debatte über Transgender-Personen im Sport bleibt kontrovers. Was ist deine Meinung zu fairen Wettbewerbsbedingungen? Teile deine Gedanken respektvoll in den Kommentaren.