Alarmierende Studie: Gen X und Millennials haben doppelt so hohes Krebsrisiko

Eine bahnbrechende Studie hat einen alarmierenden Anstieg der Krebsdiagnosen bei Gen X und Millennials aufgedeckt – Forscher vermuten, dass „große Belastungen“ den Anstieg befeuern.

Eine umfassende neue Studie, die 20 Jahre Krebsdaten in den USA analysiert hat, zeigt ein beunruhigendes Muster: Menschen, die 1965 oder später geboren wurden – einschließlich Generation X und Y – haben ein zwei- bis dreimal höheres Risiko, an Krebs zu erkranken, als Menschen, die um 1955 geboren wurden.

Die 2024 veröffentlichten Ergebnisse deuten darauf hin, dass jüngere Generationen nicht nur häufiger in jüngeren Jahren mit Krebs diagnostiziert werden, sondern dass sie dieses erhöhte Risiko auch bis ins höhere Alter tragen. Dies könnte zu einem dauerhaften Anstieg der nationalen Krebslast führen.

„Das letzte Mal, dass wir ein solches Phänomen in diesem globalen Ausmaß und mit solchen Veränderungen gesehen haben, war Lungenkrebs Mitte des 20. Jahrhunderts, als er von einer fast seltenen Krebsart zur häufigsten Krebserkrankung aufstieg“, sagte Timothy Rebbeck, Professor für Krebsprävention an der Harvard University, in einem Interview mit der Harvard Gazette. „Aber das haben wir ziemlich schnell herausgefunden; das war das Zigarettenrauchen. In diesem Fall sprechen wir wahrscheinlich von großen Belastungen oder so etwas.“

Höhere Erkrankungsraten

Die in The Lancet Public Health veröffentlichte Studie untersuchte fast 24 Millionen Krebsfälle und über 7 Millionen krebsbedingte Todesfälle, die zwischen 2000 und 2019 erfasst wurden. Die Forscher verfolgten die Häufigkeit und Sterblichkeit von 34 verschiedenen Krebsarten über verschiedene Geburtsjahrgänge hinweg, um besser zu verstehen, wie sich die Risiken im Laufe der Zeit verändern – und welche Krebsarten am schnellsten zunehmen.

Von den 34 analysierten Krebsarten zeigten 17 deutlich höhere Erkrankungsraten bei Gen X und Millennials. Die stärksten Anstiege wurden bei Krebs der Bauchspeicheldrüse, Nieren, des Nierenbeckens, der Schilddrüse und des Dünndarms beobachtet.

Die Forscher betonten, dass verbesserte Erkennung und Diagnose den Anstieg zwar teilweise erklären können, aber nicht das ganze Bild wiedergeben. Die Zahl der Neuerkrankungen steigt schneller als die Fortschritte bei den Vorsorgeuntersuchungen, was auf einen echten Anstieg der Krankheit hindeutet – nicht nur auf mehr früh erkannte Fälle.

Steigende Sterblichkeit

Neben den Diagnosen hob die Studie auch einen besorgniserregenden Anstieg der Krebssterblichkeit hervor. Bei jüngeren Generationen sind die Sterberaten bei fünf Krebsarten gestiegen: Leber-, Gebärmutter-, Gallenblasen-, Hoden- und Darmkrebs.

Diese steigenden Sterblichkeitstrends deuten darauf hin, dass jüngere Menschen nicht nur häufiger diagnostiziert werden, sondern auch in höherer Rate an bestimmten Krebsarten sterben.

Fettleibigkeit als Hauptfaktor

Obwohl die Studie nicht darauf ausgelegt war, exakte Ursachen zu identifizieren, wiesen die Forscher auf mehrere beitragende Faktoren hin, die bereits mit früh auftretendem Krebs in Verbindung gebracht werden.

Fettleibigkeit war einer der bedeutendsten. Sie wurde mit 10 der 17 Krebsarten in Verbindung gebracht, die einen Anstieg zeigten, und die Fettleibigkeitsraten sind seit den 1970er Jahren stetig gestiegen – besonders bei Kindern und Jugendlichen.

„Ich stimme zu, [dass Fettleibigkeit] als führende Hypothese dafür gilt, warum früh auftretende Krebserkrankungen weltweit zunehmen“, sagte Kimmie Ng, außerordentliche Professorin an der Harvard Medical School, ebenfalls gegenüber der Harvard Gazette. „Wenn man sich die Krebsarten ansieht, die bei jungen Menschen zunehmen, sind sie alle bekanntermaßen mit Fettleibigkeit verbunden.“

Weitere mögliche Faktoren

Die Rolle der Ernährung ist ein weiterer kritischer Fokusbereich. Westliche Ernährungsweisen – oft reich an zugesetztem Zucker, raffinierten Getreideprodukten, verarbeiteten Lebensmitteln und gesättigten Fetten – wurden mit steigenden Raten von Darm- und Brustkrebs in Verbindung gebracht.

Die Forscher merkten jedoch auch an, dass einige Magen-Darm-Krebsarten, die nicht mit Fettleibigkeit zusammenhängen, möglicherweise durch eine Störung des Darmmikrobioms beeinflusst werden, die wiederum durch die Ernährung beeinflusst werden kann. Diese Störung ist ein Ungleichgewicht in den natürlichen Bakterien des Darms, das zu langfristigen Entzündungen führen, das Krebsrisiko erhöhen, den Krankheitsverlauf verschlimmern und die Wirksamkeit von Behandlungen wie Immuntherapie verringern kann.

Wissenschaftler vermuten, dass dies mit schlechter Ernährung und weitverbreitetem Antibiotika-Einsatz in frühen Lebensjahren zusammenhängen könnte.

Weitere mögliche Faktoren sind die Belastung durch Umweltgifte, sitzende Lebensweise, gestörte Schlafmuster und chronische Entzündungen – all dies kann das Krebsrisiko erhöhen, besonders wenn die Exposition in der Kindheit oder Jugend beginnt.

„Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass dies mit der zunehmenden Verbreitung von Fettleibigkeit, dem Konsum einer westlichen Ernährung und einer sitzenden Lebensweise zusammenhängt“, erklärt RGA, eine auf Gesundheit spezialisierte Rückversicherungsgruppe, in einem Weißbuch mit dem Titel „Western Lifestyle, Global Problem: Rising Rates of Cancer in the Young“ (Westlicher Lebensstil, globales Problem: Steigende Krebsraten bei jungen Menschen). „Wenn die heutigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ihren Lebensstil nicht ändern, wird die Auswirkung auf steigende Krebsraten größer sein als je zuvor.“

Da Millionen junger Menschen möglicherweise einem höheren lebenslangen Risiko ausgesetzt sind, wird die Dringlichkeit, Antworten – und Lösungen – zu finden, immer größer.

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