Der Prozess gegen Marius Borg Høiby (29), Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, geht am Mittwoch im Osloer Bezirksgericht weiter. Er ist in 38 Punkten angeklagt, darunter vier Vergewaltigungen und Gewalt in engen Beziehungen. Høiby weist die Vorwürfe größtenteils zurück.
Die Hauptverhandlung ist auf rund sieben Wochen angesetzt und hat sowohl in Norwegen als auch international erhebliche Aufmerksamkeit erregt.
Erneute Festnahme kurz vor Prozessbeginn
Nur Tage vor Prozessbeginn wurde Marius Borg Høiby erneut festgenommen. Am Sonntagabend bestätigte das Osloer Polizeipräsidium, dass er wegen Körperverletzung, Bedrohung mit einem Messer sowie Verstoß gegen ein Besuchsverbot angeklagt ist.
Später am Montagabend meldete die norwegische Zeitung VG, dass Høiby in ein Krankenhaus in Ostlandet eingeliefert wurde, wo er sich laut der Nachrichtenagentur NTB seit Sonntag aufhalten soll. Trotzdem erschien er vor Gericht. Ein Richter ordnete eine vierwöchige Untersuchungshaft wegen Wiederholungsgefahr an.
Kronprinzessin Mette-Marit im eigenen Skandal
Während einer der meistdiskutierten Gerichtsverfahren des Jahres 2026 läuft, steckt seine Mutter, Kronprinzessin Mette-Marit (52), in einem eigenen Skandal.
Kürzlich veröffentlichte Epstein-Akten zeigen einen engen E-Mail-Kontakt zwischen der Kronprinzessin und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zwischen 2011 und 2014.
„Ich wurde trakassiert und gequält“
Marius Borg Høiby (29) begann seine Aussage mit heftiger Kritik an der Presse, berichtet VG. Laut der Zeitung versagte seine Stimme mehrmals, und er hob seine Brille an, um Tränen abzuwischen.
Høiby erzählte, dass es ihm sehr schwerfalle, vor so vielen Menschen zu sprechen, und betonte, dass er seit seinem dritten Lebensjahr von der Presse verfolgt werde.
„Ich wurde von ihnen trakassiert und gequält. Dass sie hier im Saal sitzen müssen, finde ich absolut schrecklich“, erklärte er laut VG.
Vorfall auf Schloss Skaugum 2018
Borg Høiby erzählte vor Gericht, dass sowohl seine Eltern als auch wahrscheinlich seine Geschwister am fraglichen Abend im Jahr 2018 zu Hause waren, als einer der angeblichen Vorfälle stattgefunden haben soll.
An einem Abend im Dezember 2018 soll Borg Høiby eine Frau nach einer Party in Oslo gemeinsam mit mehreren Freunden in die Residenz des Kronprinzenpaares – Schloss Skaugum – eingeladen haben. Er erklärte, dass er darauf geachtet habe, dass die Freunde sich nur im Keller aufhielten. Er bestreitet jegliche Schuld.
Der 29-Jährige beschrieb weiter ein Leben geprägt von Partys und Drogen und sagte, dass nur wenige sich mit dem Lebensstil identifizieren können, den er geführt hat. Während seiner Aussage ging er auch auf die Festnahme im August 2024 ein und wies Spekulationen über die Beteiligung seiner Mutter zurück.
„Mama hat das Geschirr gemacht“
„Unglaublich viele haben spekuliert, ob Mama die SIM-Karte entfernt hat. Das ist absolut nicht passiert. Mama hat das Geschirr gemacht, sozusagen“, sagt Høiby.
Høiby gab an, unter psychischen Problemen zu leiden und seit längerem mit Drogenmissbrauch zu kämpfen. Er räumte Schuld bei einigen Anklagepunkten ein, darunter Körperverletzung, schwere Drogenvergehen und Verkehrsdelikte. Die schweren Vorwürfe der Vergewaltigung weist er jedoch zurück.
Mögliche Haftstrafe
Experten sind sich uneinig über das Strafmaß, das Borg Høiby erwartet. „Es ist extrem schwierig vorherzusagen, welche Strafmaßforderung die Staatsanwaltschaft in einem solchen Fall stellen wird“, sagte der Jurist Kjetil Kolsrud dem Fernsehsender TV2. Eine Gefängnisstrafe sei jedoch sehr wahrscheinlich.
Für Vergewaltigung sieht das norwegische Gesetz einen Strafrahmen von bis zu zehn Jahren Haft vor. Der Prozess soll bis Mitte März 2026 andauern, wobei die Urteilsverkündung für den 19. März vorgesehen ist.
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