Obama reagiert auf Trumps Affen-Video: „Eine Zirkusshow“

Donald Trump sah sich massiver Kritik ausgesetzt, nachdem er ein Video gepostet hatte, das Barack und Michelle Obama als Affen darstellte.

Das Video wurde inzwischen gelöscht, doch der US-Präsident weigert sich, sich zu entschuldigen.

Jetzt hat Obama endlich reagiert.

„Wenn ich durchs Land reise …“

Ex-Präsident Barack Obama bricht sein Schweigen, nachdem Präsident Donald Trump ein schockierendes Video in den sozialen Medien geteilt hatte, das ihn und die ehemalige First Lady Michelle Obama als Affen zeigt.

Der inzwischen gelöschte Clip, der Anfang des Monats auf Truth Social gepostet wurde, löste parteiübergreifende Empörung aus und entfachte die Spannungen zwischen den beiden politischen Schwergewichten neu.

In einem Interview mit dem YouTuber Brian Tyler Cohen, das am Samstag, dem 14. Februar, veröffentlicht wurde, nannte Obama (64) das Video „zutiefst beunruhigend“. Er bezeichnete den Clip, in dem ihre Gesichter auf animierte, zu „The Lion Sleeps Tonight“ tanzende Affen montiert waren, als Sinnbild eines besorgniserregenden Trends in der US-Politik.

„Es ist wichtig zu erkennen, dass die Mehrheit der Amerikaner dieses Verhalten zutiefst beunruhigend findet“, sagte Obama. „Es stimmt, dass es Aufmerksamkeit erregt und ablenkt, aber wenn ich durchs Land reise … trifft man Menschen, die immer noch an Anstand, Höflichkeit und Freundlichkeit glauben. Und dann gibt es diese Art Zirkusshow, die in den sozialen Medien und im Fernsehen abläuft.“

Chip Somodevilla/Getty Images

Obama sprach auch den Verfall von Standards im Präsidentenamt an und merkte an: „Es scheint keinerlei Scham mehr zu geben unter Leuten, die früher das Gefühl hatten, man müsse ein gewisses Maß an Anstand, Würde und Respekt vor dem Amt haben. Das ist verloren gegangen.“ Er fügte unverblümt hinzu: „Da läuft eine Art Zirkusshow in den sozialen Medien und im Fernsehen.“

Parteiübergreifende Verurteilung

Das Video selbst, gepostet am 5. Februar, stieß sofort auf parteiübergreifende Verurteilung.

Trumps Pressesprecherin Karoline Leavitt versuchte, die Empörung abzutun, und sagte gegenüber TMZ: „Hört auf mit der gespielten Empörung und berichtet heute über etwas, das die amerikanische Öffentlichkeit wirklich interessiert.“ Doch selbst einige von Trumps eigenen Parteikollegen kritisierten den Post.

Der republikanische Senator Tim Scott nannte es „das Rassistischste, was ich aus diesem Weißen Haus gesehen habe.“

Trump (79) weigerte sich, sich zu entschuldigen. Er behauptete, das Video sei das Werk eines nicht namentlich genannten Mitarbeiters und bestand darauf: „Nein, ich habe keinen Fehler gemacht. Ich schaue mir Tausende von Sachen an. Ich habe mir den Anfang angesehen. Der war in Ordnung. Ich glaube, es war eine Anspielung auf den König der Löwen, und es war sicherlich ein sehr starker Beitrag zum Thema Wahlbetrug.“

Obama kritisiert auch ICE-Razzien

Obamas Reaktion beschränkte sich nicht auf das virale Video. Er kritisierte auch die Maßnahmen der US-Einwanderungsbehörde ICE unter der Trump-Regierung und bezeichnete sie als „zutiefst besorgniserregend“ und „gefährlich“.

Er hob das harte Vorgehen der Bundesbehörden in Minneapolis-Saint Paul hervor und sagte: „Es ist wichtig, das beispiellose Vorgehen von ICE in Minneapolis und St. Paul zu erkennen – die Art und Weise, wie Bundesbeamte und ICE-Agenten eingesetzt wurden, ohne klare Richtlinien oder Schulung. Sie haben Menschen aus ihren Häusern gezerrt, Fünfjährige benutzt, um ihre Eltern in eine Falle zu locken – all die Dinge, die wir gesehen haben. Tränengaseinsätze gegen Menschenmengen, die einfach nur dastanden und kein Gesetz brachen.“

„Ein Weckruf für jeden Amerikaner“

Obama verknüpfte das harte Vorgehen bei der Einwanderung mit weiterreichenden Bedenken hinsichtlich amerikanischer Werte und verwies auf jüngste Tragödien wie die Tötung von Alex Pretti in Minneapolis. Er nannte es „eine herzzerreißende Tragödie“ und „einen Weckruf für jeden Amerikaner, unabhängig von der Parteizugehörigkeit, dass viele unserer grundlegenden Werte als Nation zunehmend unter Beschuss stehen.“ Er fügte hinzu, dass die Erklärungen der Trump-Regierung zu Pretti und Renee Good, einer 37-jährigen Frau, die von einem Einwanderungsbeamten getötet wurde, „auf keiner ernsthaften Untersuchung basieren.“

Mit Blick auf das politische Klima und die Rolle der Öffentlichkeit betonte Obama: „Die amerikanische Bevölkerung wird letztendlich an der Wahlurne entscheiden, was sie von diesen Maßnahmen hält … Die Menschen glauben immer noch an Anstand, Höflichkeit und Freundlichkeit. Und wir werden uns wehren und mit der Wahrheit dagegen ankämpfen.“

 

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