Michael Kearns ist tot: „Cheers”-Schauspieler und HIV-Aktivist stirbt mit 76

Der Schauspieler und Aktivist Michael Kearns, bekannt für seine Rollen in „Cheers” und „Beverly Hills, 90210″, ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Der Schauspieler setzte sich für Menschen ein, die mit HIV und Aids leben, und brach Tabus, als er 1991 öffentlich machte, dass er HIV-positiv ist.

„Cheers” und „Beverly Hills, 90210″ machten Michael Kearns bekannt

Michael Kearns starb Berichten zufolge am 5. Oktober. Der Filmemacher und langjährige Freund Roland Palencia bestätigte seinen Tod. Laut Entertainment Weekly sagte er, der Schauspieler sei „innerhalb von drei Monaten mehr als fünfmal in der Notaufnahme ein und aus gegangen”.

Palencia nannte keine weiteren Details zu den gesundheitlichen Problemen seines Freundes. Er fügte hinzu, Michael Kearns sei „ein Freund, Mentor, Nachbar und mein Kinogefährte” gewesen.

Eine Todesursache wurde bislang nicht bekannt gegeben. Bekannt ist jedoch, dass Michael Kearns 1991 im Fernsehen öffentlich machte, dass er HIV-positiv ist.

Der Schauspieler war ein Wegbereiter, der dazu beitrug, Hollywood zu verändern. Er kämpfte für Menschen mit HIV und Aids, zu einer Zeit, in der das Stigma rund um die Krankheit enorm war.

Kearns wurde 1950 in St. Louis, Missouri, geboren und entdeckte schon als Kind seine Liebe zur Schauspielerei. Später studierte er in Chicago Schauspiel, bevor er seine professionelle Karriere begann.

Erste TV-Auftritt in „Die Waltons”

Sein erster Fernsehauftritt war 1974 in „Die Waltons”. Danach spielte er in mehreren beliebten Serien mit, darunter „Cheers”, „Knots Landing”, „Murder, She Wrote” und „Beverly Hills, 90210″.

Er trat außerdem im Film „Body Double” von 1984 und in dem HBO-Drama „And the Band Played On” auf, das die Geschichte der frühen Aids-Krise erzählt.

Kearns gehörte zu den ersten offen schwulen Schauspielern in Hollywood, zu einer Zeit, in der viele Darsteller fürchteten, dass ein offener Umgang mit ihrer Sexualität ihrer Karriere schaden könnte. 1991 machte er öffentlich, dass er HIV-positiv ist, weil er die Scham und Diskriminierung rund um die Krankheit infrage stellen wollte.

Im Fernsehen spielte er auch HIV-positive Figuren und trug so dazu bei, die Erfahrungen von Menschen mit dem Virus einem breiteren Publikum näherzubringen.

LOS ANGELES, KALIFORNIEN – 8. MÄRZ: Der Schauspieler Michael Kearns posiert vor seiner Teilnahme an „Male Call – Actors Read the Words of Great Women” im The Coast Playhouse am 8. März 2010 in Los Angeles, Kalifornien. (Foto: Amanda Edwards/WireImage)

Abseits der Leinwand arbeitete Kearns als Regisseur und Aktivist. Er war Mitgründer von Artists Confronting AIDS, einer Organisation, die Kunst und persönliche Geschichten nutzte, um auf die Krise aufmerksam zu machen.

Auch privat musste Michael Kearns viel durchmachen. 1992 heiratete er Philip Juwig, doch sein Ehemann starb noch im selben Jahr.

1995 adoptierte Kearns eine Tochter, Katherine, und wurde alleinerziehender Adoptivvater. Das war damals sogar noch deutlich ungewöhnlicher, als offen schwul zu sein und mit HIV zu leben.

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