Motorradclub steht für starke Initiative: „Es ist Macho, sich für Frauen einzusetzen“

Kent Revedal war es leid, von der Gewalt von Männern gegenüber Frauen zu hören und wollte dagegen etwas unternehmen. Weil er zusätzlich noch Motorrad fuhr, rief er den „Talita Run“ eins Leben, dabei handelt es sich um ein Motorradrennen, bei dem Gelder für gefährdete Frauen gesammelt werden sollen.

„Viele halten uns mit unseren Rädern und den Lederjacken für klassische Machos. Und da dachte ich mir, warum sollte man diese Macho-Kultur nicht dafür nutzen, um zu zeigen, was wirklich Macho ist – sich für Frauen und deren Freiheit und Rechte einzusetzen“, sagte Kent Revedal gegenüber Aftonbladet.

Talita ist eine gemeinnützige Organisation, die geschützte Wohnungen und langfristige Unterstützung für Frauen anbietet, die Gewalt und Bedrohung, aber auch Menschenhandel ausgesetzt waren. Als Kent Revedal aus Stockholm, Schweden von dieser Vereinigung erfuhr, wollte er unbedingt etwas tun, ihm die Menschen dort zu unterstützen.

Irgendwann kam er auf die Idee, ein „Rennen“ in Form von Motorradfahrern durch Stockholm zu organisieren, bei dem das eingesammelte Geld den Frauen zugutekommt, die Unterstützung nötig haben.

„Wichtig, dass Männer protestieren“

Der „Talita Run“ ist seit 2014 ein jährlich stattfindendes Event, bei dem etwa 250 MC-Fahrer von unterschiedlichen Vereinen und unabhängige Personen teilnehmen. In den vergangenen Jahren wurden jedes Mal etwa 3.000€ eingenommen.

Kent ist der Meinung, dass es besonders wichtig sei, dass Männer ihre Stimme für die Frauen erheben.

„Vor allem Männer üben Gewalt gegenüber Frauen aus. Deshalb ist es wichtig, dass wir als Männer Verantwortung übernehmen, protestieren und alle wissen lassen, dass das nicht akzeptabel ist“, berichtete er Aftonbladet.

Posted by Kent Revedal on Wednesday, 31 October 2018

Die Vereinigung Talita, die sich für den Schutz von Frauen einsetzt, ist dankbar für die MC-Fahrerinitiative.

„Dadurch haben wir finanzielle Mittel erhalten, was äußerst wichtig für unsere Arbeit ist, weil wir auf Einzelspenden angewiesen sind. Auf der anderen Seite ist es aber auch ein großartiges Zeichen, dass diese Männer sich gegen Gewalt gegen Frauen aufzulehnen“, sagte Josephine Appelqvist, eine der Gründerinnen von Talita, gegenüber der schwedischen Tageszeitung.