Artemis II erfolgreich gestartet: Vier Astronauten auf dem Weg zum Mond

Alle Augen richteten sich gestern auf das Kennedy Space Center, als Geschichte geschrieben wurde.

Die Artemis-II-Mission wurde erfolgreich gestartet – am 1. April schoss das Raumschiff in den Himmel über Florida und begann seine Erdumlaufbahn.

Rund 25 Stunden in der Erdumlaufbahn

In den nächsten zehn Tagen werden Artemis und seine vier Astronauten auf den Mond zusteuern – landen werden sie dort allerdings nicht. Stattdessen werden sie den Mond umkreisen und der Menschheit womöglich den atemberaubendsten Blick auf seine geheimnisvolle Rückseite bieten, den es je gab.

„Wir fliegen für die gesamte Menschheit“, sagte Missionsexperte Jeremy Hansen beim Start.

An Bord der Orion-Kapsel befinden sich die NASA-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch sowie Jeremy Hansen von der Canadian Space Agency. Am weitesten Punkt könnte Artemis II die Besatzung etwa 370.000 Kilometer von der Erde entfernen – die weiteste Reise der Menschheit ins All bisher.

Die Besatzung wird die Erde rund 25 Stunden lang umkreisen, bevor sie Richtung Mond katapultiert wird.

Die Mission ist jedoch nicht ohne Risiken. Ein letzter entscheidender Schritt steht noch aus, bevor das Raumschiff die Erdumlaufbahn verlassen kann.

Ein vierstündiger Schlaf

Die Rakete hob am Mittwochabend ohne Probleme ab, obwohl Wetterbedenken Verzögerungen möglich gemacht hatten. Kurz nach dem Start meldete die Besatzung eine defekte Toilette – glücklicherweise konnte die Missionskontrolle das Problem schnell beheben.

Heute Morgen machen die Astronauten ein vierstündiges Nickerchen und werden um 7:00 Uhr EDT aufwachen, um sich auf den „Perigäumsanhebungs-Burn“ vorzubereiten, der den tiefsten Punkt der Orion-Umlaufbahn anheben soll, bevor sie gegen 9:40 Uhr EDT ihre Ruhephase fortsetzen.

Derzeit in der Erdumlaufbahn überprüfen die Flugleitmannschaften gründlich die Triebwerke, Navigation und Lebenserhaltungssysteme des Raumschiffs, um sicherzustellen, dass alles für den Tiefenraumflug bereit ist.

Chip Somodevilla/Getty Images

Wenn alle Systeme die Prüfung bestehen, wird Orions Haupttriebwerk fünf Minuten und 45 Sekunden lang zünden – ein einziger Brennvorgang, der mächtig genug ist, das Raumschiff auf einen Kurs Richtung Mond zu bringen.

Sollten die Ingenieure Probleme feststellen, könnte der heutige „Trans-Lunar-Injection“-Burn abgebrochen werden, was Orion zurück zur Erde statt zum Mond schicken würde, so die BBC.

Einmal in Mondnähe, wird die Besatzung ihn genau einmal umkreisen und dabei etwa 8.000 Kilometer von der Oberfläche entfernt passieren – weiter von der Erde entfernt als je ein Mensch zuvor.

Die Kosten von Artemis III

Diese Mission markiert die erste bemannte Mondreise seit Apollo 17 im Jahr 1972. Die Astronauten werden mehrere Triebwerkszündungen durchführen, um auf Kurs zu bleiben. Beim Passieren der Mondrückseite wird Artemis II für etwa 30 Minuten vollständig von der Erde abgeschnitten sein.

Wie lange dauert der Flug zum Mond? Die ehemalige Astronautin Joan Higginbotham schätzt, dass Orion Geschwindigkeiten von fast 38.600 Stundenkilometern erreichen und während der Mission über 1,1 Millionen Kilometer zurücklegen wird. Die Ankunft wird etwa am sechsten Tag erwartet. Anders als Apollo 8 wird Orion den Mond nicht mehrfach umkreisen oder in eine niedrige Mondumlaufbahn eintreten – die Besatzung wird jedoch einen Nahblick auf die Mondrückseite erhalten.

Chip Somodevilla/Getty Images

NASAs letzte Mondmission, Apollo 17, brachte Kommandant Gene Cernan und Mondmodulpilot Harrison Schmitt als letzte Menschen auf den Mond. Seitdem hat niemand mehr den Mond betreten.

Laut Royal Museums Greenwich ist der Grund simpel: Geld. Während John F. Kennedys Regierung die Kosten zunächst auf 7 Milliarden Dollar schätzte, beliefen sich die endgültigen Gesamtkosten der Apollo-17-Mission auf rund 20 Milliarden Dollar.

Eine Schätzung des NASA-Generalinspektors, zitiert von Bloomberg, beziffert die Gesamtkosten des Artemis-Programms bis 2025 auf rund 93 Milliarden Dollar.

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