Mitarbeiter der Notrufzentrale weigert sich, eine Streife zu schicken – Mutter vergisst Kind im heißen Auto

Man lernt es schon als kleines Kind, auch wenn es einem in diesem Alter unangenehm ist. Aber welche Nummer soll man in einem Notfall wählen?

In Deutschland sind es die 112 und die 110, in den USA ist es die 911.

Die hatte auch Lacey Guyton gewählt, als sie ihr zwei Monate altes Kind versehentlich im Auto vergessen hatte. Zusätzlich war es auch einer heißer Tag, weswegen es auf jede Sekunde ankam.

In all der Aufregung bat die Mutter ihre Großmutter, die Notrufzentrale anzurufen, denn es handelte sich zweifelsfrei um einen Notfall. Was die Urgroßmutter der Kleinen im Auto aber am Telefon hören sollte, verfolgt die Familie bis heute.

Den hektischen Frauen wurde nämlich empfohlen, einen Abschleppdienst zu rufen.

Lacey teilte auf Facebook diesen schlimmen Moment.

Am 28. August hatte sie ihre Großmutter in Waterford, Michigan, USA, besucht, als sie ihre zwei Monate alte Raina versehentlich im Auto einschloss und es nicht geöffnet bekam.

„Es war schrecklich. Es war der schlimmste Tag meines Lebens“, erzählte die Mutter gegenüber WJBK.

Ihre Oma sollte „sofort“ die 911 anrufen

Als Laceys Großmutter, Mary Riley, dabei war, die 911 anzurufen, nahm Lacey „einen großen Asphaltstein“ und warf ihn gegen eines der Fenster des Autos, doch es zerbrach nicht. Ihr Großvater gab ihr noch ein Werkzeug, um das Fenster auf andere Art und Weise zu öffnen, hatte damit aber auch keinen Erfolg.

Während Lacey also panisch versuchte, das Auto zu knacken, sprach Mary mit einem Mitarbeiter der Notrufzentrale. Sie erläuterte der Person das Problem der beiden, als sie am anderen Ende der Leitung hörte: „Wir öffnen leider keine abgeschlossenen Autos.“

Mary erzählte, dass sie sich „hilflos“ fühlte, nachdem sie diese Absage vonseiten der Polizei vernahm und die einzige Hilfe, die sie ihnen bot, war, einen Abschleppdienst zu rufen.

Es war keine Zeit, einen Abschleppdienst zu rufen

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„Ich sagte nur „Oma, wir haben keine Zeit, einen Abschleppdienst zu rufen““, sagte Lacey. „Ich konnte nicht sagen, wie viel Zeit wir haben, bis meine Kleine ohnmächtig werden würde.“

Also versuchte Lacey es noch einmal unter der 911 und sie geriet an dieselbe Person. Sie bekam die gleiche Antwort zu hören – die Polizei würde niemanden schicken, um das Auto aufzubrechen.

Der Mitarbeiter der Notrufzentrale verband die besorgte Mutter kurz darauf mit einem Abschleppdienst. Lacey suchte dort auch nach Hilfe, wusste gleichzeitig aber auch, dass sie schnell tätig werden musste, ansonsten würde es für Raina gefährlich werden.

Lacey zerstörte das Heckfenster

„Ich schaute schnell, wie es Raina ging und sag, dass sie aufgehört hatte, zu weinen und sie dabei war, die Augen zu schließen und an diesem Moment wusste ich nicht, ob mein Baby nur schlafen wollte oder dabei war, zu sterben“, schrieb die Mutter auf Facebook. „Zu realisieren, dass keine Hilfe kommen würde, um mein Baby zu retten, war das schlimmste Gefühl meines Lebens.“

Gott sei Dank konnte sie aber, nachdem sie die Heckscheibe zweimal beworfen hatte, ins Auto steigen und ihr Kind retten.

„Sie war sehr verschwitzt, schreite und triefte vor Schweiß“, sagte Lacey. „Sie war da vielleicht zehn Minuten drin. Als sie endlich draußen war, brachten wir sie sofort rein und kühlten sie ab.“

Der Abschleppwagen brauchte weitere zehn Minuten, nachdem Lacey bereits Raina aus dem heißen Auto gerettet hatte.

Polizei entschuldigt sich für Verhalten

Der Polizeichef entschuldigte sich bei Lacey und versicherte, dass der Mitarbeiter der Notrufzentrale, ein Kriegsveteran, mehr Training erhalten werde.

„Es war ein Verständnisproblem“, sagte Chef Scott Underwood. „Man ruft die 911 an, erwartet, dass dort einem geholfen wird und das hätten wir in diesem Fall definitiv tun müssen. Wir haben einen Fehler gemacht, den wir ausmerzen müssen.“

Doch Lacey, die die Entschuldigung annahm, glaubte nicht daran, dass es am fehlenden Training lag.

„Niemand sollte ein Training brauchen, um zu wissen, dass man in dieser Situation Hilfe schicken sollte“, schrieb sie.

Jetzt möchte sie, dass andere wissen, dass, sollten sie in einer ähnlichen Situation sein, man auf jeden Fall versuchen sollte, das Heckfenster zu zerstören.

Eine fürchterliche Vorstellung.

Hast du schon mal erlebt, dass dir in der Notrufzentrale nicht geholfen wurde?

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