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Bamberg: Frau beschimpft behindertes Kind in Restaurant – Wirt meldet sich bei Facebook und bekommt Zustimmung

Im 21. Jahrhundert, in dem wir uns zurzeit befinden, sollte die Integration von Minderheiten in unserer Gesellschaft eigentlich normal sein.

Egal ob im Berufsleben, im Privatleben oder an öffentlichen Plätzen, Diskriminierung gehört eindeutig nicht mehr in dieses Zeitalter und jeder, der damit trotzdem noch hausieren geht, sollte sich dringend hinterfragen.

Doch leider machen das die Wenigsten. Sie beharren weiter auf ihre Vormachtstellung und denken, dass alles, was ihrer Meinung nach nicht die Norm ist, anstößig ist und nichts in der Nähe von ihnen zu suchen hat.

Solch ein trauriger Fall ereignete sich in der vergangenen Woche wieder einmal und zwar in einem Landgasthof in Bamberg.

Dort wurde ein behindertes Kind von einer Frau beleidigt, was der Wirt aber leider zu spät mitbekam. Dennoch bekam er für einen danach abgesetzten Facebook-Post viel Zustimmung.

Wer andere Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder einer Behinderung diskriminiert, dem ist wohl nicht ganz bewusst, welches Jahr wir zurzeit schreiben.

Dennoch kommt solche Art von Diskriminierung häufiger vor, als man denken möchte. Auch mitten in Deutschland.

So auch im Landgasthof Lahner in Veilbronn, wie der Stern berichtete.

Ein zunächst ereignisloses Mittagessen

Dort hatte am 3. Oktober eine Familie mit ihrem behinderten Kind zu Mittag gegessen und es gibt auch keine Gründe dafür, was dagegen sprechen würde.

Das sah allerdings eine Frau am Nebentisch anders, die sich über das Kind beschwerte. Ihrer Meinung nach hätten behinderte Menschen „kein Recht, hier zu sitzen“ und gehören stattdessen ins Heim, „um dort zu verrotten.“

Eine Bedienung berichtete später ihrem Chef, Gastwirt Marcus Müller von diesen Aussagen, doch er konnte nichts mehr dagegen unternehmen.

Gegenüber nordbayern.de sagte er:

„Die Familie hat gegessen, bezahlt und war längst gegangen.“

Er hätte wohl keine weiteren Nachforschungen angestellt, doch noch am selben Abend bekam der Wirt eine E-Mail von einem anonymen Absender.

Dort stand drin, dass er bitte darauf achten solle, „welches Klientel er sich ins Haus hole“ und „Wenn sowas öfters da ist, kommen wir nicht wieder.“

Auch wenn der Absender unbekannt ist, geht Müller davon aus, dass es sich dabei um die respektlose Familie vom Mittag handele.

Bericht bei Facebook

Auf seiner Facebook-Seite berichtete er von dem Vorfall und gab dort auch eine Antwort auf die E-Mail. Er schrieb, dass jeder, der so intolerant sei, im als Gast gestohlen bleiben könne und jeder in seinem Restaurant willkommen sei.

In Richtung der Frau schrieb er außerdem:

„Sie brauchen auch nicht wieder kommen, ich schmeiße Sie sowas von raus, das glauben sie mir gar nicht, wenn ich merke Sie besuchen uns noch einmal. Wir beziehen hier klar Stellung, wer sowas äußert, egal in welchem Bereich, wer irgendein Problem mit einer Personen, die anders ist, hat. Dann bitten wir Sie, gehen sie woanders hin.“

Für diese starken Worte bekam der Wirt in dem sozialen Netzwerk viel Applaus und dabei wird er es wohl verkraften, sollte die Familie, die das behinderte Kind beleidigte, nicht mehr wiederkommen.

Unten in dem Post kannst du dir den genauen Wortlaut noch einmal selber durchlesen:

Liebe Gäste,eine kleine Herzensangelegenheit, nach ein paar nicht so schönen Vorfällen in letzter Zeit. Bei uns im…

Posted by Landgasthof Lahner on Friday, 4 October 2019

Viele User ließen den Wirt in den Kommentaren auch wissen, dass sie seinem Restaurant einen Besuch abstatten wollen.

Eine völlig richtige Entscheidung des Wirts, mit dieser Nachricht an die Öffentlichkeit zu gehen.

Viel mehr Menschen müssten sich in solchen Situationen auflehnen und gegen Diskriminierung angehen.

Teile diesen Artikel, wenn du auch zustimmst, dass der Wirt vollkommen richtig gehandelt hat.