EU-Parlament berät über Verbot von Plastik-Verpackungen

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Kein Gemüse mehr in Plastik eingepackt? EU-Parlament berät über Verbot von Plastik-Verpackungen

Jedem Kunden in einem Supermarkt oder einem anderen Geschäft ist wohl schon einmal aufgefallen, wie viele Verpackungen aus Plastik hergestellt sind.

Während es den meisten Verbrauchern mehr oder wenige egal ist, dass etwa Bananen oder andere Gemüsesorten zusätzlich durch eine Plastikverpackung vor äußeren Einflüssen geschützt ist, machen sich viele anderen Gedanken darum und suchen nach Alternativen.

Doch diese Suche könnte bald nicht mehr nötig sein, wie die Bild berichtete.

Die EU-Kommission prüft nämlich ein Verbot von Plastikverpackungen und den Kampf gegen unnötigen Kunststoffmüll aufnehmen.

„Verpackungen aus Plastik verbieten“

Virginijus Sinkevicius, EU-Kommissar für Umwelt, Ozeane und Fischerei, sagte in einem Interview mit der Welt:

„Wir wollen die Regeln für Einwegkunststoffe definitiv ausweiten.

Ein wichtiger Schritt wäre beispielsweise, Verpackungen aus Plastik zu verbieten oder die Verwendung von Recycling-Plastik vorzuschreiben.“

Warum die Hersteller diesen Weg nicht schon längst von sich aus gehen, hängt damit zusammen, dass die Produktion von Recycling-Plastik nach heutigem Stand der Technik als sehr energieintensiv gilt.

Ein Sprecher der deutschen Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) ließ verlauten, dass eine Kreislaufwirtschaft beim Plastik ein Ziel sei und die Europäische Union „die richtige Eben“ dafür.

Umweltpolitiker Peter Liese (CDU/EVP) sagte gegenüber Bild, dass er das Anliegen grundsätzlich unterstütze, bei bestimmten Lebensmitteln gehe aber die Sicherheit vor:

„Sie können keinen Lachs in Zeitungspapier einwickeln.“

Gleichzeitig kritisiert er, dass es nicht angehen könne, dass „in manchen Amazon-Paketen mehr Plastik-Verpackung als Inhalt steckt.“

Keine Nachteile für den Verbraucher

EU-Chefin Ursula von der Leyen stellte am Dienstag den Entwurf eines „Green Deal“ vor und darin wird die Kommission aufgefordert, den Kampf gegen die Verschmutzung durch Kunststoffe zu verstärken. Besonders die Meere sind davon betroffen.

Weiter heißt es in dem Papier:

„Bis spätestens 2030 dürfen Verpackungen, die nicht verwendbar oder auf wirtschaftlich vertretbare Weise recycelt werden können, nicht mehr auf dem EU-Markt zugelassen werden – wobei die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten ist.“

Dabei betont CDU-Politiker Liese noch einmal:

„Ich setze auf Innovationen, die dafür sorgen, dass es keine gravierenden Nachteile für den Verbraucher gibt.“

Den Stein ins Rollen brachte in der vergangenen Woche die kroatische Präsidentschaft. Diese hatte angekündigt, mit den Mitgliedsstaaten über eine mögliche Steuer auf Plastikmüll zu sprechen.

Verbot von Strohhalmen und Wattestäbchen

Im vergangenen Jahr wurde bereits ein Verbot mehrerer Wegwerfprodukte wie Strohhalme und Wattestäbchen auf den Weg gebracht.

Bei EU-Umweltkommissar Sinkevicius steht außerdem noch die Eindämmung von Mikroplastik oben auf der Agenda. Er ließt die Öffentlichkeit wissen, dass derzeit untersucht werde, die die Hersteller etwa von Reifen oder Kosmetika dazu verpflichtet werden können, das Mikroplastik-Potenzial ihrer Produkte erheblich zu reduzieren.

„Bis Ende des Jahres werden wir eine sehr detaillierte Liste all jener Produkte vorlegen, die Mikroplastik enthalten oder bei deren Verwendung Mikroplastik entsteht.“

Mit diesem Vorstoß stößt die EU-Kommission vermutlich bei vielen Verbrauchern auf offene Ohren.

Man darf gespannt sein, inwiefern solch ein Verbot wirklich durchgesetzt werden kann, sodass beiden Seiten, Herstellern und Kunden, geholfen ist.

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