Foto: Instagram/friseure_scavo

Ulm: Friseurmeister möchte Jungen (18) mit Down-Syndrom fest einstellen – doch es gibt noch eine Hürde

Menschen mit einer Behinderung sind im Vergleich zu vergangenen Tagen besser gesellschaftlich integriert. Doch trotzdem sind ihnen auch noch heute viele Steine im Weg.

Zu diesen Behinderungen gehört auch Trisomie 21, auch als Down-Syndrom bekannt. Diese Genmutation sorgt für verschiedene körperliche und geistige Behinderungen. Dies sorgt natürlich auch dafür, dass das Leben aller Beteiligter zu einer Herausforderung wird.

Leider gibt es noch zu viele Menschen, Betriebe und Firmen, die sehr skeptisch gegenüber der Inklusion von behinderten Menschen sind.

Nun zeigt ein bekannter deutscher Friseur, dass es auch anders geht. Die Geschichte von Francesco Scavo und Hans ist ein wunderbares Beispiel dafür.

Hans Jakob ist 18 Jahre alt und hat das Down-Syndrom. Er hat eine Schulzeit hinter sich, die mehr Herausforderungen mit sich brachte, als bei den meisten anderen Kindern.

Doch schon in Schulzeiten, zeigte Hans, dass er ein wahrer Kämpfer ist und das Leben eigenständig angehen will. Als Teilnehmer bei der Jugend „Special-Olympics“ gewann er eine Goldmedaille.

Auch im Berufsleben möchte er sich durchsetzen.

„Er hat so eine unglaublich charmante Art“

Einer seiner Unterstützer, neben seiner Familie, ist Friseur Frencesco Scavo. Seine beiden Friseursalons sind auch öffentlich aufgeschlossen gegenüber Mitarbeitern mit Behinderungen.

So kam es auch, dass eine Bekannte von Hans’ Mutter auf eine Stellenanzeige von Francesco aufmerksam wurde. In dieser Anzeige wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Behinderungen kein Ausschlusskriterium sind.

Nachdem Hans sich bewarb und in den Salon eingeladen wurde merkte seine Mutter Kirsten sofort, dass er an genau dem richtigen Platz ist. Gegenüber dem Stern sagt sie:

„Ich habe gleich gespürt, als der Hans in diesen Betrieb hineingekommen ist, wie er die Menschen begrüßt hat, dass er sich an einem Platz befindet, wo er sich wohl fühlen wird.“

Auch Friseurmeister Francesco war sofort überzeugt: „Er hat so eine unglaublich charmante Art.“ Seitdem darf Hans vier Tage in der Woche aushelfen und lacht in der Zeit viel. Die meisten Kunden lieben ihn.

Zu denjenigen, die ein Problem damit haben meint Scavo nur: „Es gibt immer irgendjemanden, der was zu meckern hat oder seine ungewollte Meinung mitteilen muss.“

Sie haben sich zusammen eine Routine entwickelt, wie Hans problemlos den Arbeitsalltag meistern kann. Er bekommt morgens eine To-Do-Liste, die ihm sehr dabei hilft, eigenständig zu arbeiten.

„Genauso gleichwertig, wie jede andere ungelernte Kraft“

Durch die guten Leistungen, die Hans zeigt, möchte sein Chef eine Festanstellung für ihn ermöglichen. 1000€ im Monat soll er verdienen.

Bürokratische Unstimmigkeiten in Deutschland sorgen allerdings dafür, dass dies nicht so einfach ist. Hans würden wichtige Sozialabgaben abhanden gehen, die wichtig wären, sollte er arbeitslos sein.

Doch Francesco Scavo kämpft dafür, dass dies doch noch realisierbar ist. Er kann nicht akzeptieren, „dass ein so toller Mensch unter seinem Wert verkauft wird“.

Im folgenden Beitrag kannst du Hans bei seinem Arbeitsalltag begleiten:

Wir drücken die Daumen, dass Hans so schnell es geht, als feste Arbeitskraft arbeiten darf.

Das Engagement von Francesco Scavo und seinen Mitarbeitern ist äußert schön anzusehen und kann als Vorbild genommen werden.

Hans beeindruckt uns sehr mit seiner Euphorie und seinem unbedingten Willen sich durchzusetzen.

Wir wünschen den beiden alles Gute!

Wenn du dieses Engagement auch beeindruckend findest und denkst, das sollte es öfter geben, teile diesen Artikel mit deinen Freunden auf Facebook.