JD Vance verteidigt Verhaftung von 5-Jährigem durch ICE-Beamte

JD Vance hat sich zu der weitverbreiteten Empörung geäußert, nachdem bekannt wurde, dass ICE in Minnesota mindestens vier Kinder festgenommen hat – eines davon erst fünf Jahre alt.

In den vergangenen Wochen sorgte die Einwanderungsbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) für Kontroversen, als Beamte durch Minneapolis zogen, um alle Personen festzunehmen, die verdächtigt werden, sich illegal in den USA aufzuhalten.

ICE (Immigration and Customs Enforcement) ist die US-Bundesbehörde für Einwanderungs- und Zollangelegenheiten. Sie ist dem Heimatschutzministerium unterstellt und zuständig für die Durchsetzung von Einwanderungs- und Zollgesetzen. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Festnahme und Abschiebung von Personen, die sich illegal in den USA aufhalten, sowie die Bekämpfung von Schmuggel und Menschenhandel.

Die Spannungen erreichten ihren Höhepunkt nach der tödlichen Erschießung von Renee Good, einer US-Bürgerin und dreifachen Mutter, die am Morgen des 7. Januar in einen Vorfall mit ICE-Beamten verwickelt war.

Weitere Berichte der vergangenen Woche schilderten, wie mehrere Beamte in einem mexikanischen Restaurant in der Stadt zu Mittag aßen, bevor sie am selben Tag zurückkehrten, um mehrere Mitarbeiter zu verhaften.

5-jähriger Kindergartenjunge festgenommen

Letzte Woche wurde der fünfjährige Kindergartenjunge Liam Ramos und sein Vater nach seiner Rückkehr aus dem Kindergarten in Gewahrsam genommen.

Berichten zufolge ist Liam eines von vier Kindern aus dem Schulbezirk im Vorort Columbia Heights von Minneapolis, die festgenommen wurden.

Schulleiterin Stenvik warf den ICE-Beamten vor, dass sie „durch unsere Nachbarschaften streifen, um unsere Schulen kreisen, unseren Bussen folgen, auf unsere Parkplätze kommen und unsere Kinder mitnehmen“, wodurch Kinder „traumatisiert“ und die Gemeinde insgesamt „erschüttert“ sei.

Vance schiebt Schuld auf Minneapolis

Die Nachricht, dass Kinder wie Liam von ICE festgenommen wurden, stieß online auf weitverbreitete Empörung. Die Geschichte erregte so viel Aufmerksamkeit, dass sich nun Vizepräsident JD Vance zu dem Thema äußerte und erneut sein Bestes gab, die Schuld von den ICE-Beamten abzuwälzen.

Bei einem Treffen, zu dem Bürgermeister Jacob Frey und Polizeichef Brian O’Hara angeblich nicht eingeladen waren, behauptete Vance, dass die Behörden in der Stadt „von jemandem angewiesen werden, überhaupt nicht mit den Bundesbeamten zu kooperieren“.

„Was für ein Mensch sagt seiner örtlichen Polizei: ‚Schützt niemanden, wenn er von einem Randalierer angegriffen wird‘. Das ist verrückt. Und das muss aufhören“, sagte Vance laut Fox 9 Minneapolis-St. Paul.

Er argumentierte auch, dass die Schuld für das derzeitige Chaos in Minneapolis der Stadt selbst zugeschoben werden sollte.

„Wir sehen dieses Ausmaß an Chaos nur in Minneapolis“, sagte Vance. „LA und Chicago, dort hatten wir einige Probleme. In so gut wie jeder Gerichtsbarkeit, in der diese Leute arbeiten, sieht man nicht das gleiche Ausmaß an Chaos, nicht das gleiche Ausmaß an Gewalt, nicht die gleichen Probleme, die wir in Minneapolis sehen.“

Er fügte hinzu: „Und es liegt an der mangelnden Zusammenarbeit zwischen den staatlichen und den bundesstaatlichen Strafverfolgungsbehörden.“

„Was hätten sie tun sollen?“

Der Vizepräsident äußerte sich auch zu dem oben genannten Fall, in dem der fünfjährige Liam Ramos und sein Vater festgenommen wurden.

„Ich sah diese schreckliche Geschichte, während ich unterwegs war. Wir sind heute Morgen gerade aus Toledo, Ohio, von einer Wirtschaftsveranstaltung gekommen, und ich sehe –– und ich bin Vater eines Fünfjährigen, eines fünfjährigen kleinen Jungen.

Und ich denke mir: Oh mein Gott, das ist schrecklich. Wie konnten wir einen Fünfjährigen verhaften? Nun, ich recherchiere etwas mehr und finde heraus, dass der Fünfjährige nicht verhaftet wurde, dass sein Vater ein illegaler Einwanderer war, und dass der Vater wegrannte, als sie ihn verhaften wollten.

Die Geschichte lautet also, dass ICE einen Fünfjährigen festgenommen hat. Nun, was hätten sie tun sollen? Hätten sie ein fünfjähriges Kind erfrieren lassen sollen? Sollen sie einen illegalen Ausländer in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht verhaften?

Wenn das Argument lautet, dass man Menschen, die gegen unsere Gesetze verstoßen haben, nicht verhaften kann, weil sie Kinder haben, dann würde jeder einzelne Elternteil völlige Immunität erhalten und niemals Gegenstand von Strafverfolgung sein können, und das ergibt keinen Sinn. Niemand denkt, dass das Sinn ergibt.“

Widersprüchliche Aussagen

Laut einer Pressemitteilung der Columbia Heights Public Schools hatte ein Erwachsener, der mit Liams Familie bekannt war, angeboten, das Kind zu nehmen, doch die ICE-Beamte lehnten ab. Stattdessen sollen sie den Jungen zu seiner Haustür geführt und ihn angewiesen haben, zu klopfen – „im Grunde ein 5-Jähriger als Köder“.

Der Anwalt von Liams Vater bestritt die von Bundesbeamten angebotene Darstellung der Verhaftung vehement und sagte, der Mann sei legal im Land und warte auf Asyl.

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