Warum trug Emmanuel Macron eine Sonnenbrille beim Weltwirtschaftsforum in Davos?

Emmanuel Macron sorgte am Dienstag für einen erinnerungswürdigen Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Die Sonnenbrille des französischen Präsidenten zog ebenso viele Blicke auf sich wie seine Rede.

Die eigentliche Frage lautet natürlich: Warum eine Sonnenbrille in Innenräumen?

Kritik an Trump – mit Sonnenbrille

Als der französische Präsident Emmanuel Macron auf die Bühne des Weltwirtschaftsforums in Davos schritt, begann er damit, Präsident Trumps Grönland-Vorschläge und den Einsatz von Zöllen zur Druckausübung auf europäische Nationen zu kritisieren. Er richtete eine klare Botschaft an die Weltpolitik, prangerte autokratische Mächte an und verteidigte das Völkerrecht.

„Wir glauben, dass wir mehr Wachstum brauchen, wir brauchen mehr Stabilität in dieser Welt, aber wir bevorzugen Respekt vor Tyrannen“, sagte er. „Wir bevorzugen Wissenschaft vor Verschwörungstheorien und wir bevorzugen Rechtsstaatlichkeit vor Brutalität.“

Aber er machte nicht nur wegen seiner Worte Schlagzeilen: Er trug auch eine elegante Sonnenbrille mit blauen Gläsern – in Innenräumen. Während sich einige fragten, ob es ein modisches Statement war, ist der Grund weitaus persönlicher.

„Auge des Tigers“

Macron hat mit einer Augenerkrankung zu kämpfen, die er zuvor bei einer Militärveranstaltung in Istres in Südfrankreich offenbart hatte.

„Bitte entschuldigen Sie das unschöne Aussehen meines Auges. Es ist natürlich etwas völlig Harmloses“, sagte er laut The Independent.

Er gab ihm sogar einen spielerischen Spitznamen: l’oeil du tigre, oder „Auge des Tigers“, in Anlehnung an den ikonischen Survivor-Song aus Rocky III.

„Für diejenigen, die die Anspielung verstehen, ist es ein Zeichen der Entschlossenheit“, erklärte Macron.

Medizinische Experten haben inzwischen die Ursache bestätigt: eine subkonjunktivale Blutung, ein sichtbares, aber harmloses geplatztes Blutgefäß in seinem rechten Auge.

Obwohl es das Sehvermögen nicht beeinträchtigt, kann es das Auge rot und geschwollen aussehen lassen. Auslöser sind Niesen, Reiben oder andere kleine Reizungen. Viele entscheiden sich aus ästhetischen Gründen für eine Sonnenbrille, und Macron tat wahrscheinlich dasselbe.

„Manche Leute könnten denken, er sei krank, also hat er sich entschieden, eine Sonnenbrille zu tragen, um nicht in diesem Zustand fotografiert zu werden“, bemerkte Dr. Jimmy Mohamed.

Social Media reagiert

Die sozialen Medien reagierten schnell. Einige nannten ihn einen „Angeber“ oder verwendeten den französischen Slang kéké. Andere scherzten, er channele Tom Cruise in Top Gun. Ein Nutzer witzelte: „Mehr Weltführer sollten tatsächlich Sonnenbrillen tragen, wenn sie Reden halten“, während ein anderer hinzufügte: „Macron trägt eine Sonnenbrille, weil Europas Zukunft zu hell ist.“

Welche Sonnenbrillen-Marke trug Macron in Davos?

Auch wenn es unmöglich ist, es mit Sicherheit zu sagen, deutet alles auf französische Handwerkskunst hin. Zunächst gibt es die Marke Visages. Im Juni 2025 erhielt Macron ein Paar 3D-gedruckte Brillen vom französischen Startup, berichtet Sud Ouest.

Die ultraleichten High-Tech-Fassungen, die er in Davos trug, passen eng zu ihrer charakteristischen Ästhetik. Ein weiterer Anwärter ist Vuarnet. Als Fan der Marke aus Meaux schenkte Macron Joe Biden im Juni 2024 sogar ein Paar Vuarnet Edge-Sonnenbrillen und präsentierte damit französische Designexzellenz.

Es ist erwähnenswert, dass die Davos-Fassung zwar klassischen Pilotenbrillen ähnelt, aber keine Ray-Bans sind – trotz des französisch-italienischen Besitzes der amerikanischen Marke. Im Gegensatz zu Ray-Ban-Modellen hatten Macrons Brillen kein weißes Logo oder „RB“-Gravur auf den Gläsern, und ihre Drahtbügel und die gerade Doppelsteg-Brücke unterscheiden sich von typischen Industriedesigns.

Eine französische Marke vor der Weltelite zu tragen, ist mehr als eine Stilwahl – es ist ein Statement der industriellen Souveränität. Jedes Accessoire sendet eine Botschaft, und Macron ist dabei sehr bewusst.

Von seinen Anzügen von Jonas & Cie aus Paris über Uhren von Lip, Awake und Pequignet bis hin zu Schuhen von JM Weston in Limoges – der französische Präsident präsentiert konsequent heimische Handwerkskunst und macht persönlichen Stil zu nationalem Stolz.

Trumps geleaktes Bild

Die Sonnenbrille war nicht das Einzige, was den französischen Präsidenten beim Weltwirtschaftsforum ins Rampenlicht rückte.

Am Dienstag teilte US-Präsident Donald Trump eine Nachricht des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, in der Macron seine Bedenken über Trumps anhaltende Drohungen bezüglich Grönland zum Ausdruck brachte.

Die Notiz lautete:

„Mein Freund, wir sind bei Syrien völlig auf einer Linie. Wir können großartige Dinge im Iran erreichen. Ich verstehe nicht, was du mit Grönland machst. Lass uns versuchen, großartige Dinge aufzubauen: 1) Ich kann nach Davos am Donnerstagnachmittag ein G7-Treffen in Paris organisieren. Ich kann die Ukrainer, die Dänen, die Syrer und die Russen am Rande einladen. 2) Lass uns am Donnerstag in Paris zusammen zu Abend essen, bevor du in die USA zurückkehrst. Emmanuel.“

Spannungen zwischen Trump und Macron

Die Spannungen zwischen Trump und Macron erreichten am Montag einen neuen Tiefpunkt, nachdem der US-Präsident mit 200% Zöllen auf französischen Wein gedroht hatte, als Reaktion auf Frankreichs Entscheidung, eine Einladung zu seinem „Board of Peace“ abzulehnen.

Am Samstag antwortete Macron auf X: „Zoll-Drohungen sind inakzeptabel und haben in diesem Kontext keinen Platz.“ Macron sagte später Reportern, dass er nicht plane, während des Davos-Gipfels mit Trump zu sprechen.

 

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