Die französische Biathletin Julia Simon sorgt derzeit nicht nur wegen ihrer Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen für Gesprächsstoff – sondern vor allem wegen dem, was sie direkt nach ihrem Sieg an der Ziellinie tat.
Simon hat sich mit ihrem Verhalten nach dem Gewinn des 15-km-Einzelrennens der Frauen im Biathlon offenbar nicht nur Freunde gemacht. Pikant dabei: Der Sieg kommt gerade einmal vier Monate nach ihrer Verurteilung wegen Betrugs.
Im Oktober letzten Jahres wurde die Athletin zu einer dreimonatigen Sperre und einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt. Der Grund: Die 29-Jährige hatte zwischen 2021 und 2022 mit den Kreditkartendaten ihrer Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet mehr als 2.000 Euro ausgegeben.
Während Simon ganz oben auf dem Podest stand, landete ausgerechnet Braisaz-Bouchet – das Opfer des Betrugs – auf Platz 80.
Die umstrittene Geste an der Ziellinie
Für richtig Wirbel sorgte Simon aber erst nach ihrem Sieg: Beim Überqueren der Ziellinie hob sie den Finger an die Lippen – eine Geste, die aussah, als wolle sie jemanden zum Schweigen bringen.
Gegenüber den Medien erklärte sie dazu: „Ich habe den Finger an den Mund gelegt. Das war an eine bestimmte Person gerichtet, und die weiß auch, wer gemeint ist – wir hatten ein Gespräch darüber. Mehr sage ich dazu nicht, die Sache ist für mich erledigt.“
Weiter sagte sie: „Ich konzentriere mich auf meinen Sport, das ist das, was ich am meisten liebe. Ich hatte ein Ziel und habe alles dafür gegeben. Heute war das perfekte Ergebnis – es fühlt sich an wie ein Traum.“
Trotz Betrugsverurteilung bei Olympia dabei
Der Französische Skiverband hatte Simon nach ihrer Verurteilung eigentlich für sechs Monate gesperrt. Da aber fünf davon zur Bewährung ausgesetzt wurden, konnte sie trotzdem bei den Olympischen Spielen an den Start gehen.
Anfangs stritt Simon alles ab. Sie behauptete, selbst Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden zu sein. Erst als Fotos der Kreditkarte auf ihrem Handy gefunden wurden, gab sie ihre Schuld zu.
Dennoch sagte sie, sich an nichts erinnern zu können: „Ich gestehe die Vorwürfe ein, aber ich erinnere mich nicht daran, es getan zu haben – es ist wie ein Blackout.“ Ihre eigenen Taten nannte sie „unbegreiflich“.
Sie arbeite mit einem Psychologen daran, „zu verstehen, was damals passiert ist“.
Das Opfer wurde zur Schuldigen gemacht
Besonders bitter: Als die Vorwürfe ans Licht kamen, traf die Kritik nicht etwa die Täterin – sondern das Opfer. Braisaz-Bouchet wurde massiv angefeindet.
„Das hat viele Leute wütend gemacht. Die Geschichte kam 2023 heraus, nach Julias großartiger Saison, und für viele war ich die Störenfriedin“, erzählte sie.
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