Nach Halbfinalsieg gegen England: Argentinische Spieler sorgen mit Falkland-Banner für Aufruhr

Die FIFA könnte Argentinien bestrafen, nachdem mehrere Spieler nach ihrem WM-Halbfinalsieg über England ein großes Banner hochhielten, das die Ansprüche des Landes auf die Falklandinseln unterstützt.

Argentinien sicherte sich seinen Platz im Finale am Sonntag, nachdem es in einem emotional aufgeladenen Spiel einen Rückstand durch zwei späte Tore wettmachte. England ging durch Anthony Gordon Mitte der zweiten Halbzeit in Führung, doch der amtierende Weltmeister übernahm danach sofort die Kontrolle über das Spiel und erspielte sich eine Vielzahl von Chancen, die den späteren Sieg wenn nicht unvermeidlich so doch wahrscheinlich machte.

Ein unübersehbares Element der Vorberichterstattung war die unterschwellige Spannung zwischen den beiden Nationen, die auf den kurzlebigen Falklandkrieg von 1982 zurückgeht.

Der Hintergrund: Der Falklandkrieg

Zur Erinnerung: Argentinien besetzte die Falklandinseln – ein britisches Überseegebiet – am 2. April 1982. Großbritannien antwortete mit dem Einsatz einer massiven Marinestreitmacht, um die Inseln zurückzuerobern, die rund 13.000 Kilometer vom Vereinigten Königreich entfernt liegen.

Der daraus resultierende Konflikt, der 74 Tage dauerte, kostete 255 britische Soldaten, 649 argentinische Soldaten und 3 Zivilisten das Leben. Nachdem britische Bodentruppen durch Ost-Falkland vorgerückt waren, ergab sich die argentinische Garnison in der Hauptstadt Port Stanley.

Die wahrgenommenen Wunden – vor allem auf argentinischer Seite – bildeten den Hintergrund des gestrigen Halbfinales. Und wer noch zweifelte, ob die Erinnerung an den nun 44 Jahre zurückliegenden Konflikt in den Köpfen der Spieler präsent war, bekam seine Antwort in den Momenten nach dem Spielende.

Das Banner und seine Folgen

Inmitten der Feierlichkeiten hielten mehrere argentinische Spieler ein Banner hoch, auf dem stand: „Las Malvinas son Argentinas“ – zu Deutsch: „Die Falklandinseln gehören Argentinien.“

Ungeachtet der persönlichen Meinung zu diesem Anspruch könnte Argentinien nun schwere Sanktionen der FIFA drohen, da der Verband politische Botschaften von Spielern strikt untersagt.

Bereits 2014 wurde der argentinische Fußballverband von der FIFA mit einer Geldstrafe von 27.000 Dollar belegt, nachdem seine Spieler vor einem Freundschaftsspiel gegen Slowenien ein Banner mit demselben Wortlaut gezeigt hatten.

Die offiziellen FIFA-Regelungen lauten: „Bei einem Verstoß werden der Spieler und/oder die Mannschaft vom Wettbewerbsveranstalter, dem nationalen Fußballverband oder der FIFA sanktioniert.“

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte die FIFA noch nicht offiziell auf das gestrige Banner reagiert.

Reaktion der argentinischen Vizepräsidentin

Nach Argentiniens Halbfinalsieg schrieb die argentinische Vizepräsidentin Victoria Villarruel auf X: „Es war nicht einfach nur ein Spiel. Die Falklandinseln gehören Argentinien. Sie haben es verboten, sie ins Stadion zu bringen, und vergessen, dass wir sie in unserem Blut und in unseren Herzen tragen.“

Vor dem Spiel hatte Villarruel ihre Gedanken zum möglichen Ausgang des Duells geäußert und erklärt, das Spiel sei „eine Frage davon, die Invasoren an ihren Platz zu weisen.“

Argentinien trifft nun am Sonntag, dem 19. Juli, in New Jersey im WM-Finale auf Spanien.

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