Foto: Reptilium Terrarien- u. Wüstenzoo Landau/Facebook.com

Löwenbaby Lea liegt nach Autounfall verängstigt in Holzbox auf Autobahn – wohl illegaler Tierhandel

Was die Einsatzkräfte am gestrigen Dienstagmorgen auf der A5 in Baden-Württemberg vorfanden, damit hatte wohl keiner der Anwesenden gerechnet.

Dort war es nämlich zwischen der Anschlussstelle Kronau und dem Walldorfer Kreuz zu einem Unfall gekommen, bei dem ein Kleinbus von einem Sprinter gerammt wurde. Beide Fahrzeuge krachten in die Mittelleitplanke und der Anhänger stürzte zur Seite.

Wie die Bild berichtete, kamen die Insassen des Kleinbusses, drei Slowaken, und der Fahrer des Sprinters, Nationalität ist nicht bekannt, daraufhin schwer verletzt in umliegende Krankenhäuser.

Löwenbaby mitten auf der Autobahn

An der Unfallstelle fanden die Notärzte und Rettungshelfer aber nicht nur Menschen, sondern auch ein weißes Löwenbaby, das in einer Holzkiste eingepfercht war und auf dem Anhänger des slowakischen Transporters gelegen hatte.

Das arme Tier zitterte am ganzen Körper, als die Feuerwehrleute es sahen und fauchte sie aus der zerbrochenen Holzbox an. Wie durch ein Wunder schien der kleinen Löwin aber nichts passiert zu sein.

Gegenüber der Tageszeitung sagte Tierretter Michael Sehr, der sofort zu Hilfe gerufen worden war:

„Das Löwenbaby ist gerade mal sieben Wochen alt und ein Weibchen. Es ist somit viel zu früh von seiner Mutter weggerissen worden.“

Die Polizei soll nach derzeitigem Stand Papier für die Raubkatze in dem Autowrack gefunden haben, die nun mit der Tierschutzbehörde überprüft werden.

Ob der Transport dafür eingesetzt wurde, um illegalen Tierhandel auszuführen oder sogar die Löwen-Mafia dahintersteckt, ist nicht bekannt.

Es soll nämlich zusätzlich auch noch ein Greifvogel im Anhänger gewesen sein, der aber bei der Bergung davonflog. Die slowakischen Fahrer konnten bislang noch nicht zu dem Vorfall befragt werden, wie ein Polizeisprecher bestätigte:

„Sie sind noch nicht vernehmungsfähig.“

Das arme Löwenbaby wurde unterdessen vor Ort noch betäubt und in einen Zoo nach Landau, Rheinland-Pfalz, gebracht, wo es ein Tierarzt untersuchte.

Bekam den Namen Lea

Weil die kleine Löwin offenbar noch nicht gegen Tollwut geimpft war, kam sie vorläufig in Quarantäne und vermutlich auch zum ersten Mal einen Namen: Lea.

Für Tierretter Michael Sehr ist die Situation auch neu:

„Ich habe in meinen 16 Jahren als Tierretter schon viel erlebt, aber einen Löwen aus eine Wrack auf der Autobahn habe ich noch nie geborgen.“

Auch für den Zoodirektor des neuen Zuhauses von Lea, Uwe Wünstel, ein besonderer Fall:

„Ich und meine Lebensgefährtin werden uns rund um die Uhr um die kleine Löwendame kümmern.“

Wichtig sei, dass das Raubkätzchen erst mal frisst.

„Denn wir wissen nicht, ob es schon feste Nahrung gewöhnt ist. Falls nicht, werden wir alle zwei Stunden das Fläschchen geben müssen.“

Wie das kleine Tier aber auf den Anhänger kam und wohin es transportiert werden sollte, ist den Ermittlern bisher nicht bekannt.

Für Kathrin Lameter vom Tierschutzverein Pro Wildlife besteht aber kein Zweifel:

„Kein seriöser Zoo würde ein Tier in diesem Alter überhaupt transportieren. Es handelt sich ziemlich sicher um einen illegalen Transport.“

Vielleicht hat dieser Unfall, bei dem die kleine Lea Gott sei Dank unverletzt blieb, ein schlimmeres Schicksal verhindert.

Teile diesen Artikel, wenn mehr gegen den illegalen Tierhandel getan werden muss.