Quelle: Valentin Ricaud/Sea Shepherd

Über 600 tote Delfine an Frankreichs Küste angespült – Tierschützer starten Kampagne gegen Delfintötung

Frankreich: Tierschützer gegen Fischer, das ist ein Konflikt, den es schon seit Jahrzehnten immer wieder in verschiedenen Regionen dieser Welt gibt.

In Frankreich gibt es seit einiger Zeit ein sehr zerrüttetes Verhältnis zwischen den Tier- und Naturschutzorganisationen und den Fischern.

Den Fischfängern wird vor allem vorgeworfen, vor der Küste Frankreichs hunderte Delfine im Zuge des Fischfangs zu verletzen oder zu töten.

Der Konflikt eskaliert mittlerweile soweit, dass Fischer sogar Beleidigungen in Richtung der Tierschützer in den Kadaver von toten Delfinen geritzt haben sollen.

Über 600 tote Delfine an Frankreichs Küste angespült

Seit Jahresbeginn wird an Frankreichs Atlantikküste ein enormer Anstieg von getöteten Delfinen vermeldet.

Die Beobachtungsstelle Pelagis soll laut Spiegel Online allein in den vergangenen Wochen seit Anfang 2020 knapp 670 tote Delfine gezählt haben.

Die verstümmelten und verletzten Kadaver werden dabei oft am Strand angespült. Vor allem am Golf von Biskaya, gerade dort in der Bretagne, werden immer wieder tote Delfine gefunden.

Die Verletzungen an den Tieren stammen zu aller Wahrscheinlichkeit von Fanggeräten der Fischer. Die Tiere sind dabei oft Beifang und werden rücksichtslos zurück ins Meer geworfen, egal wie verletzt sie sind.

Hinzu kommt, dass die Zahl der getöteten Delfine wohl um vieles höher ist. Die meisten Kadaver sollen am Meeresgrund liegen und kommen gar nicht bis zu den Stränden.

2019 sollen allein knapp 11.000 Delfine vor Frankreichs Küste gestorben sein. Vor allem die engmaschigen Netze und das rücksichtslose Verhalten der Fischer werden dafür als Ursache gesehen.

Die Fischer sind dabei in direktem Konflikt mit den Tierschützern. Gegenüber der sehr aktiven Organisation Sea Shepherd geht die Aggression soweit, dass vermeintliche Fischer wohl Beleidigungen in tote Delfin-Kadaver geritzt haben.

OPERATION DOLPHIN BYCATCH – FrankreichFranzösische Fischer haben einen neuen Tiefpunkt erreicht, als sie die Botschaft…

Gepostet von Sea Shepherd Deutschland am Freitag, 31. Januar 2020

Tierschützer starten Kampagne gegen Delfintötung

Unter dem Titel „Operation Dolphin Bycatch“ will die Organisation nun noch gezielter gegen die Delfintötung vorgehen.

Seit dem 11. Februar patrouilliert Sea Shepherd mit Schlauchbotten und einem Schiff an der Küste Frankreichs.

Die Organisation sieht erklärt in ihrem Bericht, welche Verletzungen die toten Delfine aufweisen, nachdem sie geborgen wurden:

„Die meisten gefundenen Tiere weisen Verstümmelungen, Spuren von Gaffhaken, tiefe Schnitte, abgetrennte Flossen und gebrochene Kiefer auf, Verletzungen, die in Verbindung mit Fischereiausrüstung stehen.“

Die Fischer weisen viele Vorwürfe von sich und fühlen sich andersrum von den Tierschützern angegriffen.

Dazu erklärte beispielsweise der Präsident des Fischereiausschusses der Bretagne, Olivier le Nezet, dass das stundenlange Filmen der Fischer während ihrer Arbeit reine Schikane sei.

Frankreich selbst will mit neuen Regelungen dafür sorgen, dass die Delfine besser geschützt werden. Seit diesem Jahr sollen Fischdampfer in der Hauptsaison sogenannte Pinger haben.

Diese senden akustische Signale ab, die dafür sorgen, dass die Delfine von den Fangnetzen vertrieben werden.

Bei Konflikten wie diesen, müssen stets beide Seiten betrachtet werden. Leider sind die Verletzungen an den Tieren deutlich zu erkennen.

Selbst wenn es keine Absicht dahinter gibt, müssen die Delfine geschützt werden.

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