Mit 23 an Demenz erkrankt: Familie macht auf seltene Krankheit aufmerksam

Der 24-jährige Andre Yarham verstarb über die Weihnachtstage, nachdem bei ihm frontotemporale Demenz diagnostiziert worden war. Seine Familie versucht nun, mehr Bewusstsein für die Krankheit zu schaffen, die bisher nur mit älteren Menschen in Verbindung gebracht wurde.

Kurz vor seinem 23. Geburtstag erhielt Andre Yarham aus Norfolk in Großbritannien eine Diagnose, die normalerweise nur bei deutlich älteren Menschen gestellt wird: frontotemporale Demenz (FTD).

Diese weniger häufige Form von Demenz kann sich auf „eine Reihe verschiedener Zustände beziehen kann, die Persönlichkeit, Verhalten und Sprache beeinflussen“, erklärt die Alzheimer’s Society.

Die ersten Anzeichen im November 2022

Die trauernde Familie spricht nun offen über die allerersten Warnsignale, die ihnen auffielen.

Andres Mutter Samantha Fairbairn bemerkte bereits im November 2022 erste Veränderungen im Verhalten ihres Sohnes – Anzeichen, die sie erst später als Symptome von FTD erkannte. Zu dieser Zeit hatte sie gerade Andres Stiefvater Alastair geheiratet.

Ihr Sohn wurde zunehmend vergesslich und zeigte manchmal unangemessenes Verhalten. Besonders auffällig war seine fehlende Reaktion auf Ansprache: Manchmal wirkte er völlig ausdruckslos, andere Male ignorierte er es komplett – als würde er gar nicht merken, dass jemand mit ihm sprach.

Was frontotemporale Demenz von Alzheimer unterscheidet

Die Alzheimer’s Society erklärt, dass die „ersten merkbaren Symptome bei einer Person mit FTD Veränderungen ihrer Persönlichkeit und ihres Verhaltens oder Schwierigkeiten mit der Sprache sein werden“ und „manchmal kann es beides betreffen“.

„Das unterscheidet sich stark von den frühen Symptomen häufigerer Demenzformen“, heißt es weiter. „Bei Alzheimer zum Beispiel sind frühe Veränderungen oft Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis. Viele Menschen mit FTD haben im frühen Stadium ihrer Erkrankung kein bedeutendes Problem mit ihrem Gedächtnis.“

Als die Familie medizinische Hilfe suchte, entdeckten Ärzte eine ungewöhnliche Schrumpfung von Andres Gehirn. Die Diagnose: Demenz. FTD betrifft jeden unterschiedlich, aber die Symptome verschlimmern sich mit der Zeit unaufhaltsam.

Rasanter Verfall innerhalb weniger Monate

Im September 2025 zog Andre in ein Pflegeheim. Bei seiner Aufnahme konnte er noch selbstständig laufen. Doch sein Zustand verschlechterte sich rapide – schon bald war er auf einen Rollstuhl angewiesen.

Einen Monat vor seinem Tod verlor er die Fähigkeit zu sprechen. Doch seine Mutter betont, man konnte ihn „immer noch lachen hören“. Sie sagt: „Das Einzige, was die Krankheit bis ganz zum Schluss nicht wegnahm, war seine Persönlichkeit, sein Humor, sein Lachen und sein Lächeln.“

Andre starb am 27. Dezember 2025, kurz nach Weihnachten. Seine Familie teilt nun ihre erschütternde Geschichte, um zu zeigen, „wie grausam [Demenz] ist“.

Gehirn für die Forschung gespendet

Die Familie spendete Andres Gehirn der Wissenschaft, damit mehr Forschung über FTD betrieben werden kann.

Samantha sagt: „Demenz ist eine grausame, grausame Krankheit. Und ich würde sie niemandem wünschen. […] Wenn das in Zukunft einer Familie helfen kann, ein paar Jahre mehr mit ihren Liebsten zu haben, dann wäre es das wert.“

Eine Gedenkseite sammelt Spenden zu Andres Ehren.

Wir senden der Familie unser Mitgefühl in dieser schweren Zeit. Teile diese Geschichte, um mehr Bewusstsein für diese oft übersehene Form der Demenz zu schaffen

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