Angelina Jolie: Eine Szene im „Knochenjäger“ veränderte alles

Kritiker waren von „Der Knochenjäger“ nicht sonderlich begeistert – doch für Angelina Jolie hinterließ der Film einen bleibenden Eindruck, und zwar in mehr als einer Hinsicht.

Angelina Jolie in „Der Knochenjäger“

Nach dem riesigen Erfolg von „Sieben“ (1995) versuchte jedes Studio, seinen eigenen Serienkiller-Thriller zu produzieren.

Die Antwort von Universal Pictures auf die wachsende Nachfrage nach packenden Thrillern war „Der Knochenjäger“, basierend auf Jeffery Deavers Kriminalroman von 1997. Der Film glänzt mit einer Starbesetzung, darunter zwei Oscar-Gewinner – Angelina Jolie und Denzel Washington – sowie eine Oscar-Nominierte, Queen Latifah.

In den düsteren Straßen New York Citys folgt der Film einem brillanten, aber querschnittgelähmten Mordermittler, gespielt von Denzel Washington. Trotz seiner körperlichen Einschränkungen bleibt sein messerscharfer Verstand unübertroffen und macht ihn zu einer Schlüsselfigur bei der Aufklärung der verstörendsten und rätselhaftesten Mordfälle der Stadt.

An seiner Seite steht die frisch rekrutierte Streifenpolizistin Amelia, gespielt von Angelina Jolie. Sie ist motiviert, aber unerfahren, als die beiden tief in eine erschreckende Mordserie eintauchen. In einem Wettlauf gegen die Zeit decken sie Hinweise auf, die sie einem tödlichen Killer immer näher bringen, während die Stadt selbst zu einem Labyrinth aus Gefahr und Täuschung wird.

Es heißt, als Angelina Jolie das Drehbuch zu „Der Knochenjäger“ zum ersten Mal las, war sie sofort gefesselt. Sie erinnerte sich, wie sie allein in ihrer Wohnung saß und ein Gefühl der Angst verspürte, weil sie das Drehbuch nicht aus der Hand legen konnte.

Angelina Jolie und Denzel Washington (Foto: Ke.Mazur/WireImage)

„Es hat mich zu Tode erschreckt“, gestand sie einmal. „Ich konnte nicht aufhören zu lesen, und als ich es endlich weglegte, konnte ich es nicht vergessen. Es hat mich verfolgt.“

Einer der einzigartigsten Aspekte des Films liegt in der Komplexität von Denzel Washingtons Figur Lincoln Rhyme.

Der brillante Mordermittler Lincoln ist querschnittgelähmt, sein Körper vom Hals abwärts gelähmt. Das verleiht der Dynamik zwischen ihm und Amelia, gespielt von Angelina Jolie, eine zusätzliche Ebene der Spannung. Während Amelia sich ins Feld begibt, um Tatorte zu untersuchen, gibt sie ihre Erkenntnisse ständig an Lincoln weiter, der sie von seinem Bett aus durch die Ermittlungen leitet.

„Ein enormer Reiz“

In den meisten Filmen entsteht Romantik durch körperliche Chemie, doch bei diesen beiden Figuren war es gerade das Fehlen von Körperlichkeit, das ihre Verbindung vertiefte.

Da Lincoln seine Gefühle nicht körperlich ausleben konnte, wurde die emotionale und intellektuelle Verbindung zwischen ihnen zur treibenden Kraft – eine subtile, aber kraftvolle Intimität, die über herkömmliche Filmromantik hinausging.

Kurz nach der Veröffentlichung von „Der Knochenjäger“ sprach Angelina Jolie mit Dark Horizons über die Verbindung ihrer Figur zu Lincoln. Sie erklärte, die Vorstellung, „jemanden mit dem Verstand zu verführen“, sei für sie ein „enormer Reiz“ gewesen.

„Das Faszinierende sind die Wege, die diese beiden Figuren gehen, und die tiefe Beziehung, die sich zwischen ihnen entwickelt“, sagte sie über die Bindung zwischen Amelia und Lincoln.

Eine bestimmte Szene im Film, in der Amelia sowohl ihren Intellekt als auch den Geruchssinn einsetzt, um Lincoln zu verführen, blieb ihr besonders in Erinnerung. Jolie ging sogar so weit, sie als „den besten Sex, den ich je hatte“ zu bezeichnen.

Fühlte sich wirklich einsam

Was Angelina damit offenbar meinte, war die einzigartige geistige Intimität, die sich zwischen ihr und Denzel während der Dreharbeiten entwickelt hatte.

Obwohl die beiden im echten Leben nie eine romantische Begegnung hatten, schuf die Verbindung, die sie durch ihre Figuren aufbauten, eine besondere Nähe – eine, die Angelina als unbestreitbar kraftvoll empfand. Es war nicht körperlich, aber die geistige Intimität zwischen ihnen war spürbar, und aus ihren Worten wird deutlich, dass sie diese als zutiefst erfüllend empfand.

Doch die Dreharbeiten zu „Der Knochenjäger“ waren nicht ohne Herausforderungen. Angelina Jolie verriet auch, dass die Erfahrung „wirklich einsam“ für sie gewesen sei und zu Momenten des Selbstzweifels geführt habe.

Sie erklärte: „Es war wirklich einsam, und ich bin ein bisschen durchgedreht. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass ich nicht fähig bin, das zu schaffen – einen Film zu tragen und dafür verantwortlich zu sein, das körperlich durchzustehen, ein Leben zu retten und dort reinzugehen und eine Polizistin zu sein.“

Sequel in Planung?

Jolie fügte hinzu, dass die Rolle sie mental belastet habe: „Es hat mich fast in den Wahnsinn getrieben, weil sie [ihre Figur Amelia] innerlich so zerrissen war.“

Der Film kam am 5. November 1999 in die Kinos. Obwohl er von Kritikern gemischte Bewertungen erhielt, spielte er beeindruckende 151,5 Millionen Dollar ein – deutlich mehr als sein Budget von 48 Millionen Dollar.

Im Juni 2023 tauchten Berichte auf, dass eine Fortsetzung in Arbeit sei, in der Denzel Washington und Angelina Jolie ihre ikonischen Rollen wieder aufnehmen sollen. Es wäre sicherlich aufregend, diese beiden Hollywood-Stars wiedervereint zu sehen – besonders angesichts der elektrisierenden Chemie, die sie vor 26 Jahren auf der Leinwand erzeugten!

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