Trump schlug bei einer Wahlkampfveranstaltung am Samstag vor, den Atlantik oder den Pazifik in „Trump Ocean“ umzubenennen. Kritiker im Netz bezweifeln, dass der Name über seine Amtszeit hinaus Bestand haben wird.
Bei einer Veranstaltung in Clarksville, Tennessee, am Samstag schlug Trump vor, den Atlantik oder den Pazifik in „Trump Ocean“ oder „Ocean of the Americas“ umzubenennen.
„Wir haben den Golf. Wir haben einen wunderschönen See. Jetzt sagte jemand, du brauchst einen Fluss“, sagte er. „Wir brauchen einen Fluss. Wir brauchen einen Ozean. Wir nennen ihn ‚Trump Ocean‘ oder ‚Ocean of the Americas‘, so etwas in der Art.“
„Bevor ich aufhöre, denke ich, wir sollten einen Ozean haben. Und wir brauchen einen großen Fluss“, fügte er hinzu.
Ein Golf, ein See und ein Nein aus einem Bundesstaat
Trump hat in seiner zweiten Amtszeit eine Vorliebe für Umbenennungen entwickelt. Zuvor benannte er den Golf von Mexiko in Golf von Amerika um und brachte auch eine Umbenennung von New Mexico in „New America“ ins Gespräch.
„So viel prestigeträchtiger und schöner für die Menschen dieses potenziell unglaublichen Bundesstaates. Wow, ich liebe es!!!“, schrieb er auf Truth Social. Die Gouverneurin des Bundesstaates wies die Idee jedoch sofort zurück.
Im August, nachdem Handelsgespräche mit Kanada gescheitert waren, unterzeichnete er eine Anordnung zur Umbenennung des Ontariosees in „Lake America“. Kanada muss den Namen nicht übernehmen; Google Maps und Apple Maps zeigen bereits „Lake America“ an – allerdings nur für Nutzer in den USA.
Unterdessen nimmt auch Kanada eigene Umbenennungen vor. Der Stadtrat von Ottawa stimmte im August einstimmig dafür, den ersten Schritt zur Umbenennung der Trump Avenue einzuleiten, einer Wohnstraße, die seit etwa 25 Jahren seinen Namen trägt.
Unter den Vorschlägen und als einer der Favoriten gilt „Taco Avenue“ – eine Anspielung auf das englische Online-Akronym „TACO“ für „Trump Always Chickens Out“ (zu Deutsch: „Trump kneift immer“).
Die Umbenennungen haben ihren Preis
Als das Haushaltsbüro des US-Kongresses die Umbenennung zum Golf von Amerika untersuchte, schätzte es, dass die Aktualisierung von Bundesdokumenten und Karten über fünf Jahre weniger als 500.000 Dollar kosten würde.
Dieser Betrag deckt jedoch nur Bundesbehörden ab; die demokratische Abgeordnete Val Hoyle wies darauf hin, dass auch Schulen, Bibliotheken und Kommunen zahlen müssten. „Wer wird für die Karten, die Bücher, die Schilder aufkommen, die Gemeinden, Schulen und Bibliotheken ersetzen müssen? Wir als Steuerzahler“, sagte sie.
Der Bürgermeister von Oswego im Bundesstaat New York erklärte, die Aktualisierung von Schildern und Karten für den „Lake America“ würde seine Stadt mit rund 17.000 Einwohnern „mehrere tausend Dollar“ kosten.
Neue Namen halten sich zudem nicht immer. Im Mai entschied ein Bundesrichter, dass Trumps Umbenennung des Kennedy Centers – eines renommierten Kulturzentrums in Washington – in „Trump Kennedy Center“ rechtswidrig war. „Der Kongress hat dem Kennedy Center seinen Namen gegeben, und nur der Kongress kann ihn ändern“, schrieb der Richter. Im Juni wurde Trumps Name vom Gebäude entfernt.
Reaktionen im Netz auf „Trump Ocean“
Die meisten Menschen gehen davon aus, dass auch der „Trump Ocean“ keinen Bestand haben wird und der nächste Präsident alle Umbenennungen rückgängig machen wird. „Er versteht doch, dass der nächste Präsident ALLE diese Umbenennungen rückgängig machen wird …“, schrieb eine Person auf X.
Eine andere Person wies darauf hin, dass sich die Namensänderungen ohnehin nur auf Amerikaner auswirken. „Er glaubt wirklich, er ändert damit etwas, aber der Rest der Welt nennt diese Orte weiterhin beim alten Namen – es ändert sich buchstäblich nur für Amerikaner, lol.“
Andere machten sich darüber lustig. „… auf dem neu benannten Planeten Trump?“, fragte eine Person, während eine andere schrieb: „Von ‚Pazifik‘ zu ‚Antagonistik‘?“
Eine dritte Person spielte auf das Schlamassel rund um das Spiegelbecken vor dem Lincoln Memorial in Washington an, das in diesem Sommer für Schlagzeilen sorgte: „Jemand soll ihm sagen, dass man den Ozean nicht neu streichen kann.“
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