Ein neu veröffentlichtes Bodycam-Video der University of Central Florida hat eine hitzige Debatte im Netz ausgelöst. Es zeigt eine angespannte Auseinandersetzung zwischen dem Campussicherheitsdienst und der Transgender-Studentin Jarrett Preston Vick – und wirft Fragen auf, die weit über den Einzelfall hinausgehen.
Der Vorfall ereignete sich 2025, als UCF-Polizeibeamte wegen eines möglichen Fahrzeugdiebstahls auf dem Campus gerufen wurden. Vick stand nicht im Verdacht, das Fahrzeug gestohlen zu haben, geriet aber dennoch in die Situation. Was folgte, eskalierte schnell – ausgelöst dadurch, dass die Beamten Vick wiederholt mit männlichen Pronomen ansprachen.
In den Aufnahmen ist zu hören, wie Vick die Beamten mehrfach bittet, sie/ihr-Pronomen zu verwenden, und ihren Schmerz darüber ausdrückt, falsch angesprochen zu werden. Ein Universitätsmitarbeiter namens Josh versucht, vermittelnd einzugreifen – doch die Lage spitzt sich weiter zu. Schließlich droht ein Beamter, Vick nach dem sogenannten Florida Baker Act – einem Gesetz, das die zwangsweise psychiatrische Einweisung erlaubt – einweisen zu lassen, sollte sie sich nicht beruhigen.
Am Ende wird Vick festgenommen und in Handschellen gelegt. Laut Gerichtsakten wurde sie wegen tätlichen Angriffs auf einen Polizeibeamten, Widerstand ohne Gewalt sowie ungebührlichen Verhaltens angeklagt. Sie plädierte auf nicht schuldig – der Fall ist noch nicht abgeschlossen.
Das Netz ist gespalten
Das Video verbreitete sich schnell und sorgte für heftige Reaktionen. Viele kritisierten die Beamten dafür, trotz Vicks wiederholter Einwände stur bei den falschen Pronomen geblieben zu sein – und damit die Situation erst richtig angeheizt zu haben.
„Wie können Menschen hinter ihren Bildschirmen eine unschuldige Person mit widerlichen Namen beschimpfen, wenn sie zu Unrecht verhaftet, falsch angesprochen, mit Pfefferspray besprüht und mit einem Taser behandelt wurde?“, schrieb eine Nutzerin. „Das ist absoluter Wahnsinn“, kommentierte ein anderer.
Auf der anderen Seite stehen jene, die betonen: Unabhängig vom Pronomen-Streit sei Vicks Verhalten gegenüber den Beamten unangemessen gewesen. Wer mit der Polizei in Konflikt gerate, solle Ruhe bewahren – das sei die wichtigste Lehre aus dem Vorfall.
Debatte über die Folgen des Fehlgenderns
Der Vorfall hat auch eine breitere Diskussion angestoßen: LGBTQ+-Organisationen und Fachleute für psychische Gesundheit weisen darauf hin, dass wiederholtes Fehlgendern – also das bewusste oder unbewusste Ansprechen mit dem falschen Geschlecht – bei Transgender-Personen zu erheblichem psychischen Stress führen kann. Kritiker des Vorfalls entgegnen jedoch, dass das Respektieren einer Identität aggressives Verhalten nicht rechtfertige.
Derzeit ist Vick gegen Kaution auf freiem Fuß und wartet auf den weiteren Verlauf des Verfahrens in Orange County, Florida.
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