Im Sobell House Hospiz in Oxfordshire macht ein Koch einen Unterschied auf die emotional bewegendste Art und Weise, die man sich vorstellen kann.
Spencer Richards kocht nicht einfach nur Mahlzeiten – er schafft Trost, Freude und sogar magische Momente für Patienten in ihren letzten Tagen.
Die häufigste Bitte
Anfang 2025 erregte ein gewöhnlicher Koch in England Aufmerksamkeit für eine ganz besondere Mission. Sein Name ist Spencer Richards, und er bereitet oft die letzte Mahlzeit für Bewohner des Sobell House Hospizes zu und unterstützt Menschen in der letzten Phase ihres Lebens.
„Meine persönliche Philosophie ist, dass es für einen Koch kein größeres Privileg geben kann, als jemandem seine letzte Mahlzeit zu servieren“, erzählte Spencer dem Mirror.
Von einem 21-Jährigen, der nichts von der Speisekarte mochte, bis zu einer 93-Jährigen, die noch nie eine Geburtstagstorte hatte – Spencer gibt alles, um jedes Gericht persönlich zu gestalten.
„Kürzlich mochte ein junger Patient nichts von der Standardkarte. Er sagte, er stehe auf Streetfood, also haben wir das möglich gemacht“, berichtete er.
Und als sie die 93-Jährige mit ihrer allerersten Geburtstagstorte überraschten, „war sie den Tränen nahe. Sie war absolut überglücklich.“
Geburtstagstorten seien tatsächlich die häufigste Bitte der Patienten, erklärte Spencer. „Es sind kleine Dinge, aber besonders für Menschen, die isoliert waren oder sich einsam fühlen, bedeuten sie sehr viel.“
Die Anpassung der Mahlzeiten an die Bedürfnisse der Patienten ist genauso wichtig wie der Geschmack. Medikamente, Behandlungen wie Chemotherapie und das Alter können Geschmackssinn und Schluckfähigkeit beeinträchtigen.
Spencer stellt sicher, dass jede Mahlzeit für jeden Einzelnen funktioniert, ob das nun eine reichhaltige Crème brûlée oder ein weiches Gelee oder Eis bedeutet.
„Essen ist ein äußerst emotionales Medium“
Dabei hat er auch Muster erkannt: „Menschen mit Krebs entwickeln eine Vorliebe für Süßes“, sagte er, während viele Patienten empfindlich auf Salz reagieren. Doch unabhängig von den Einschränkungen arbeitet Spencer daran, jede Mahlzeit zu etwas Besonderem zu machen.
„Essen ist ein äußerst emotionales Medium – es kann Kindheitserinnerungen wecken und neue, bleibende Erinnerungen schaffen. Das ist es, was wir hier tun“, sagte er.
Familien kehren oft Monate später zurück, nur um ihm dafür zu danken, dass er die letzten Tage ihrer Angehörigen erhellt hat, und solche Gesten sind es, die ihn weitermachen lassen.
Für Spencer Richards ist das Kochen für unheilbar Kranke nicht nur ein Job – es ist eine Berufung. Und im Sobell House hilft es den Menschen, jeden kostbaren Bissen zu genießen, eine erinnerungsreiche Mahlzeit nach der anderen.