Patient bricht zusammen – Ärztin bricht Urlaub ab, um Leben zu retten

Symbolbild: Gorodenkoff/Shutterstock

Berlin: Krebspatient bricht zusammen – Ärztin bricht Urlaub ab, um ihm das Leben zu retten

Eine der Dinge, die im deutschen Gesundheitswesen zu den größten Kritikpunkten gehört, ist das oft sehr neutrale Verhältnis zwischen Arzt und Patient.

Dabei gilt es gerade bei schwer erkrankten Menschen oder Langzeitpatienten ein individuelles und persönliches Verhältnis aufzubauen.

Der Patient fühlt sich besser beraten und versorgt, der Arzt bekommt durch das Vertrauen, welches er dem Patienten schenkt, oft detaillierte und tiefgründigere Einblicke in den Patienten und kann so die Behandlung erfolgsversprechender durchführen.

Wie dies laufen kann, zeigt sich am Schicksal von Christian Opitz. Seine behandelnde Neurologin Dr. Yu-Mi Ryang brach ihren Urlaub ab, um dem krebskranken Mann das Leben zu retten.

Berlin/Deutschland: Natürlich ist jeder Arzt mit der Motivation in seinem Berufsfeld, all seinen Patienten bestmöglich zu helfen.

Als Paradebeispiel dafür darf sich unter anderem nun Dr. Yu-Mi Ryang von der Berliner Helios Klinik nun sehen. Die Neurologin ließ sich auch nicht von dem Fakt abhalten, dass sie gar nicht in der Stadt war, als es ihrem schwer kranken Patienten plötzlich schlecht ging.

Wie die Klinik gemeinsam mit dem Patienten, Christian Opitz, veröffentlichte, ging es dem Hirntumor-Patienten, während Dr. Yu-Mi Ryang im Urlaub war, sehr schlecht.

Krebspatient bricht zusammen

Der Gesundheitszustand von Opitz verschlechterte sich drastisch.

Das der Mann einen Hirntumor hat, war bekannt, jedoch sollte eine Operation erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt durchgeführt werden.

„Leider ging es ihm dann plötzlich so schlecht, dass er sofort operiert werden musste“, berichtet Dr. Yu-Mi Ryang.

Der 29-jährige Opitz wurde Ende 2018 mit einem Tumor im Hirn diagnostiziert. Nach Jahren mit Migräne und Übelkeit kam die erschütternde Erkenntnis:

„Meine Neurologin hat mir gesagt, dass da etwas von Innen gegen die Arterie drückt und dass wir sofort weitere Maßnahmen ergreifen müssen“, erzählt Opitz.

Weitere Untersuchungen zeigten den 10 Zentimeter großen Tumor in seinem Hirn. Doch Der junge Mann wollte sich nicht operieren lassen. Die Gefahr von bleibenden Schäden war zu groß.

Ärztin bricht Urlaub ab, um ihm das Leben zu retten

Doch im Juli 2019 gab es keine andere Lösung. Opitz bricht zusammen, er selbst hat keine Erinnerungen mehr daran.

Seine Neurologin war ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt nicht in Berlin.

„Ich war zu dem Zeitpunkt gerade an der Ostsee im Urlaub. Nachdem ich informiert wurde, dass sich Christians Zustand plötzlich massiv verschlechtert hat, habe ich den Urlaub abgebrochen und bin sofort zurück nach Berlin gefahren und habe ihn dann mit meinem leitenden Oberarzt zusammen operiert.“

Nach Wiederbelebungsmaßnahmen, ausgesetzter Atmung und ausgesetztem Herzschlag war die Angst um Christian groß. Schlussendlich konnte der Tumor jedoch erfolgreich entfernt werden.

„Da hat uns Christian einen ganz schönen Schrecken eingejagt“, sagte Dr. Ryang.

Christian kämpft sich nun zurück ins Leben. Dinge wie Schlucken beispielsweise waren wieder vollkommen neu für ihn. Doch er kämpft weiter und ist für alles, was das Leben ihm nun bieten wird, offen.

„Ich habe diesen Tumor überlebt. Also ist für mich alles, was jetzt kommt, auf jeden Fall einen Versuch wert.“

Eine beispiellose Geschichte. Zum einen ist Christian mit seiner Lebensfreude und seinem Lebenswillen eine Inspiration für viele.

Zum anderen ist Dr. Yu-Mi Ryang mit ihrem Einsatz für ihren Patienten ein tolles Vorbild.

Wir wünschen alles erdenklich Gute für die Zukunft.