Cannabis als Schlafmittel: Was deutsche Daten und neue Studien über die Risiken verraten

Immer mehr Menschen greifen nachts zu Cannabis – und das nicht nur in den USA. Gesundheitsexperten schlagen nun erneut Alarm, denn neue Daten zeigen, dass die Langzeitfolgen schwerwiegender sein könnten als viele vermuten.

In Deutschland haben laut dem Epidemiologischen Suchtsurvey 2024 rund 5,1 Millionen Erwachsene – also fast 10 % der 18- bis 64-Jährigen – innerhalb eines Jahres Cannabis konsumiert. Seit der Teillegalisierung im April 2024 hat Deutschland ein neues Kapitel im Umgang mit der Substanz aufgeschlagen. Und laut einer Forsa-Studie von 2024/2025 berichten 60 % der Deutschen von regelmäßigen Schlafproblemen – wobei 70 % Cannabis als mögliche Alternative zu verschreibungspflichtigen Schlafmitteln betrachten.

Der Reiz ist nachvollziehbar: Cannabis kann kurzfristig helfen, schneller einzuschlafen. Doch ob dieser Schlaf wirklich erholsam ist, steht auf einem anderen Blatt.

Nicht jede Sorte wirkt gleich

Die Wirkung von Cannabis auf den Schlaf ist von Mensch zu Mensch verschieden – und hängt stark von der Sorte ab. Indica-Sorten wirken häufig beruhigend und schlaffördernd, während Sativa-Sorten eher anregend sein können. Hybride liegen dazwischen und können je nach Zusammensetzung sehr unterschiedliche Effekte haben.

Die American Academy of Sleep Medicine (AASM) hat Studien ausgewertet, die zeigen: Wer regelmäßig Cannabis nimmt, wacht nachts häufiger auf. Eine Studie aus dem BMJ Open Respiratory Research (2019) stellte zudem fest, dass Cannabis-Konsumierende paradoxerweise länger brauchen, um einzuschlafen – also genau das Gegenteil dessen, was viele sich erhoffen.

Hinzu kommt: Cannabis reduziert den REM-Schlaf, jene entscheidende Schlafphase, die laut Harvard Health für Lernen, Stimmungsregulation und möglicherweise sogar den Schutz vor Demenz wichtig ist.

Risiken jenseits des Schlafs

Schlafprobleme sind nur ein Teil des Bildes. Laut der US-amerikanischen CDC kann Cannabis den Blutdruck und die Herzfrequenz erhöhen – und damit das Risiko für Schlaganfall und Herzerkrankungen steigern. Das Rauchen der Substanz schädigt zusätzlich Lungengewebe und kleine Blutgefäße.

Besonders in Deutschland relevant: Wer jung beginnt oder häufig konsumiert, trägt ein höheres Risiko für psychische Erkrankungen und kognitive Einschränkungen. Cannabis greift in die Bereiche des Gehirns ein, die für Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Emotionsregulation zuständig sind.

Auch Verbindungen zu Angstzuständen, Depressionen und Schizophrenie sind bekannt – wobei die genauen Zusammenhänge wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt sind.

Würdest du Cannabis als Schlafmittel in Betracht ziehen – oder hast du bereits Erfahrungen damit gemacht? Teile diesen Artikel und lass uns wissen, was du denkst!

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