Ein Hirnaneurysma ist eine Ausbuchtung oder eine Schwachstelle in einem Blutgefäß im Gehirn.
An sich ist das gar nicht so selten und oft harmlos – viele Aneurysmen verursachen nie Symptome und platzen auch nicht.
Wenn eines jedoch leckt oder platzt, kann es zu Blutungen im Gehirn kommen, einem sogenannten hämorrhagischen Schlaganfall – ein lebensbedrohlicher Notfall.
Hirnaneurysma – Die sogenannte „Vorwarnung“
Eines der wichtigsten Warnzeichen ist ein plötzlicher, heftiger Kopfschmerz. Laut der Brain Aneurysm Foundation können weitere häufige Symptome Übelkeit, ein steifer Nacken, verschwommenes Sehen und Lichtempfindlichkeit sein.
Nicht jeder erlebt alle diese Anzeichen – aber wenn sie plötzlich auftreten, ist es entscheidend, sofort den Notruf zu rufen, anstatt selbst ins Krankenhaus zu fahren. Eine schnelle medizinische Reaktion kann Leben retten.
In manchen Fällen kann ein Aneurysma beginnen, kleine Mengen Blut zu lecken, bevor es vollständig platzt. Dies wird als „Sentinelblutung“ bezeichnet. Sie verursacht oft einen plötzlichen, intensiven Kopfschmerz, der Tage oder sogar Wochen anhalten kann. Das ist ein frühes Warnsignal, das niemals ignoriert werden sollte – sofortige medizinische Versorgung ist unerlässlich.
Ungeplatzte Aneurysmen bleiben meist unbemerkt und werden oft bei Untersuchungen aus anderen Gründen entdeckt. Wenn sie jedoch größer werden, können sie auf nahegelegene Nerven drücken und folgende Symptome verursachen:
- Verschwommenes oder Doppeltsehen
- Schmerzen um ein Auge herum
- Ein hängendes Augenlid
- Eine erweiterte Pupille
- Schwäche oder Taubheitsgefühl
- Veränderungen im Kopfschmerzmuster
Ehlers-Danlos-Syndrom
Wenn eines dieser Symptome auftritt, ist es wichtig, sofort ärztliche Hilfe zu suchen. Aneurysmen entstehen, wenn die Arterienwände im Gehirn schwach oder dünn werden.
Manche Menschen werden mit dieser Veranlagung geboren, andere können aufgrund von Genetik anfälliger sein – besonders wenn ein naher Verwandter ein Aneurysma hatte. Frauen und Menschen über 40 haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko.
Bestimmte Erkrankungen können die Wahrscheinlichkeit ebenfalls erhöhen, darunter arteriovenöse Malformationen, polyzystische Nierenerkrankung, Marfan-Syndrom und vaskuläres Ehlers-Danlos-Syndrom, so die Cleveland Clinic.
Lebensstilfaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen, starker Alkoholkonsum und Drogenkonsum – insbesondere Kokain – können die Blutgefäße weiter schwächen.

Wenn ein Aneurysma platzt, kann die Blutung nur Sekunden dauern, aber schwere Schäden verursachen. Sie kann Gehirnzellen zerstören, den Druck im Schädel erhöhen und die Sauerstoffversorgung unterbrechen – mit möglicher Bewusstlosigkeit, dauerhaften Hirnschäden oder Tod, wie die Mayo Clinic anmerkt.
Selbst nach einer Behandlung können Komplikationen auftreten. Es besteht das Risiko einer erneuten Blutung, einer Verengung nahegelegener Blutgefäße (was zu einem ischämischen Schlaganfall führen kann) oder einer Flüssigkeitsansammlung im Gehirn – ein Zustand, der als Hydrozephalus bezeichnet wird.
Obwohl nicht alle Aneurysmen verhindert werden können – insbesondere solche mit genetischen Ursachen – gibt es Möglichkeiten, das Risiko zu senken. Der NHS empfiehlt, den Blutdruck zu kontrollieren und das Rauchen aufzugeben. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, moderater Alkohol- und Koffeinkonsum sowie ein gesundes Körpergewicht können ebenfalls helfen – und diese Gewohnheiten kommen der Gesundheit weit über die Reduzierung des Aneurysma-Risikos hinaus zugute.
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