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Elf Seiten Todesanzeigen in italienischer Zeitung: Bestatter arbeiten seit Coronavirus rund um die Uhr

Italien: Italien ist bisher noch immer das am stärksten betroffene, europäische Land des Coronavirus.

Besonders Norditalien wurde enorm von der Krankheit betroffen und forderte bereits tausende Menschenleben allein in Italien.

Obwohl das gesamte Land nun seit einiger Zeit komplett abgesperrt und das öffentliche Leben quasi untersagt wurde, verbreitet sich das Virus noch immer schnell und kostet täglich immer mehr Italiener das Leben.

Die Corona-Toten versetzen das ganze Land in Trauer und Überforderung.

Eine italienische Tageszeitung druckte nun elf (!) Seiten voller Todesanzeigen. Die Armee muss Särge in andere Städte fahren oder in Kirchen unterbringen. Bestatter arbeiten rund um die Uhr.

Bestatter arbeiten wegen Corona-Toten rund um die Uhr

Gegenüber der Nachrichtenagentur Ansa, meldete sich mit Nicolas Facheris, ein Bestatter aus Bergamo an die Öffentlichkeit.

„Am Montag hatte ich einen Nervenzusammenbruch. Wir sehen kein Ende. Und wir leben in der Angst, dass das Telefon wieder klingelt.“

Wie so viele andere seiner Kollegen arbeiten die Bestatter wegen der Corona-Toten aktuell rund um die Uhr.

Gegenüber der dpa erklärt Gloria Zavatta, Präsidentin der Hilfsorganisation Cesvi: „Allein letzte Woche hatte wir in der Stadt Bergamo 300 Tote.“

Die Bestatter und Krematorien sind überlastet. Bergamos Bürgermeister, Giorgio Gori, erklärte gegenüber La Repubblica:

„Die Öfen der Krematorien laufen ununterbrochen, Beerdigungen werden nicht mehr gefeiert und wir machen jede halbe Stunde eine Bestattung.

Es ist unvorstellbar.“

Elf Seiten Todesanzeigen in italienischer Zeitung

Mittlerweile muss das italienische Militär sogar Särge in andere Städte fahren, damit diese dort eingeäschert werden können.

Die Lokalzeitung „Eco di Bergamo“ druckte nun elf Seite Todesanzeigen. Nahezu alle davon waren von Corona-Toten.

Das Land ist in tiefer Trauer.

Gerade die Tatsache, dass eine Ansteckung und Weiterverbreitung tunlichst vermieden werden muss, sorgt dafür, dass die meisten Infizierten ihre letzten Momente allein und isoliert erleben müssen.

Angehörige dürfen nicht in die Nähe, damit das Coronavirus nicht weiterverbreitet wird.

Die Bilder von mit Särgen beladenen Trucks, schier endlosen Reihen an Särgen, verzweifelten Ärzten und Krankenschwestern brennen sich ein und sollten daran erinnern, dass jeder diese Krise ernstnehmen muss.

Unsere Gedanken gehen an all diejenigen, die ihr Leben wegen des Virus verloren haben. Unser Mitgefühl all ihren Angehörigen.

Unser tiefer Dank und Respekt geht an alle, die in vorderster Front gegen COVID-19 kämpfen.

Wir stehen alle zusammen. Mit ganz Deutschland, ganz Italien, ganz Österreich, ganz Europa, ja mit der ganzen Welt.

Nur gemeinsam kann so eine Krise überstanden werden.