Schwedische Krankenschwester stellt sich gegen skifahrende Bevölkerung: „Wir arbeiten für sie – Sie verspotten uns“

Schweden: Schweden geht seit Beginn der andauernden Pandemie einen weitestgehend eigenen Weg mit wenig Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Im Interview mit einer schwedischen Journalistin haben wir bereits Einblicke in die Einstellung der Schweden zu diesem Weg bekommen.

Doch trotz weiter ansteigender Todeszahlen scheinen die Skandinavier ihre Freiheiten weiter zu genießen, die Skigebiete von Schweden sind voll. Dicht an dicht drängen sich einheimische Skibegeisterte.

Dies geht einer schwedischen Krankenschwester nun mehr und mehr auf den Nerv und sie stellt sich öffentlich gegen die skifahrende Bevölkerung ihres Landes.

Im schwedischen Skiort Sälen haben die Bewohner bereits Touristen aufgefordert, Respekt zu zeigen und sich an die gegebenen Beschränkungen zu halten.

Doch in allen Skigebieten tauchen die gleichen Bilder auf: Lange Schlangen an den Liftanlagen, volle Pisten, wenig Masken.

Krankenschwester Erika Carljo arbeiten als Anästhesieschwester in Schweden. Als sie auf dem Weg zur Arbeit wiedermal unzählige Autos mit Skiern oder Dachboxen auf den Straßen sah, platzte ihr der Kragen.

Auf Facebook teilt sie ihre emotionale Meinung über das Verhalten ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger, die trotz der Pandemie in die Skigebiete fahren.

„Wir arbeiten für sie – Sie verspotten uns“

„Sicher, es gibt diejenigen, die sich auch dort vorbildlich verhalten. Sie essen in ihren Autos oder in ihren eigenen Ferienwohnungen und gehen den anderen aus dem Weg. Aber nicht alle. Keine Chance. Und wenn in dieser Region dann etwas passiert – hast du es immer noch „falsch“ gemacht.“

Die schwedische Krankenschwester berichtet weiter, wie sie dann an einem vollen Rastplatz ankam. Menschen aus allen Ecken des Landes trafen sich und waren eng beieinander.

„Ich fahre mit meinem kleinen gelben Auto weiter. Mein Blutdruck ist schon jetzt viel höher als zu Beginn der Fahrt. Voller Frust und Enttäuschung. Ich möchte auch mit meiner Familie Skiurlaub machen. Ein Tagesausflug in der eigenen Region kann in Ordnung sein. Das glaube ich wirklich. Aber es muss richtig gemacht werden. Danach sehne ich mich.“

Uppgiven.Sitter i gulbilen (ambulansen) från Säffle till Karlstad.Ett pärlband av bilar. Takboxar. På riktigt kö från…

Posted by Erika Carljo on Sunday, February 21, 2021

Während ihre skifahrenden Mitmenschen vor ihren Augen fröhlich das Skifahren genießen, arbeitet Erika jeden Tag im Krankenhaus und kümmert sich um diejenigen, die von der Pandemie schwer getroffen werden.

„Ich bin verbittert. Ich setze mein Visier und meine Maske wieder auf. Ich arbeite für euch“, endet sie ihr emotionales Statement.

Unter ihrem Beitrag teilen viele Menschen ihre Erfahrungen, berichten von den Zuständen in den Skigebieten und wie selten auf die Bestimmungen geachtet wird.

In einem Interview mit einer lokalen Zeitung stellt sie nochmal deutlich klar, was sie so sehr stört.

„Es fühlt sich an, wie Spott über uns, die gegen das Virus kämpfen. Es fühlt sich an, als würden wir mit Gegenwind arbeiten. Wir arbeiten – sie spotten.“

Verstehst du den Frust der schwedischen Krankenschwester? Lass uns Deine Meinung in den Kommentaren unter dem Facebook-Beitrag wissen.