Quelle: Casa Internazionale delle Donne/Facebook

Supermarkt verkauft T-Shirts mit der Aufforderung zum Töten von Frauen

Rom/Italien: Wir alle sollten in einer Zeit, in der oftmals Dinge sehr, sehr kritisch gesehen werden, uns ein wenig darauf besinnen, nicht alles sofort auf die berühmte Goldwaage zu legen.

Doch in diesem Fall ist die Empörung und Wut vieler Menschen nur zu gut nachvollziehbar.

Selbst wenn man den zuständigen Menschen nicht sofort unterstellen sollte, dass sie es richtig finden, Frauen zu töten, ist der “Humor“ der hinter dem Motiv wahrscheinlich stecken sollte, derart unter der Gürtellinie, dass die Reaktion der Gesellschaft durchaus nachvollziehbar wird.

Doch was war passiert, dass eine der größten italienischen Supermarktketten vor allem von Frauenrechtsorganisationen so stark in die Kritik gerät?

T-Shirts mit der Aufforderung zum Töten von Frauen

Eine Filiale der Supermarktkette Carefour in Rom, ein T-Shirt-Ständer, darauf ganz vorne ein blaues Shirt mit weißem Aufdruck.

Die aufgedruckte Grafik zeigt zum einen ein männliches Strichmännchen, welches von einem weiblichen Strichmännchen augenscheinlich verbal angemeckert wird. Darunter steht das Wort „Problem“.

Daneben eine zweite Grafik. Der „Mann“ schubst dabei die Frau aus dem Quadrat und fällt quasi in die Tiefe. Darunter das Wort „solved“ (zu Deutsch: „gelöst“).

Eine klare Aufforderung, Frauen bei „Problemen“ einfach zu „beseitigen“.

Als Bilder davon im Internet auftauchten, kam es zu einer Welle der Empörung. Politiker, Organisationen und Privatmenschen können es nicht fassen.

Die Frauenschutz-Organisation „Casa Internazionale delle Donne“ stellt dabei klar, wie dieser Aufdruck wird, wenn man ihn mit der Realität vergleicht.

„In einem Land, in dem alle 72 Stunden eine Frau getötet wird, verkauft man sowas bei Carrefour in Rom. Wir sind sprachlos! Schande!“

#Femminicidio #SessismoIn un Paese dove ogni 72 ore una donna viene uccisa ecco cosa si vende in un Carrefour di Roma….

Gepostet von Casa Internazionale delle Donne am Samstag, 26. Oktober 2019

Alles nur ein Fehler

Schnell wurde das Unternehmen auf den Shitstorm aufmerksam und reagierte öffentlich. Wie die BILD unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur meldet, stellte ein Sprecher der Supermarktkette klar, wie es dazu kommen konnte.

Zwei Exemplare seien in einem Laden in Rom aufgetaucht. Ein Fehler im Vertrieb des Herstellers hat wohl dazu geführt, dass die T-Shirts mit dem Aufdruck geliefert wurden, obwohl andere bestellt waren.

Die Shirts hatten den gleichen Strichcode wie die eigentlich bestellte Ware und wurden umgehend vom Supermarkt zurückgeschickt.

Ein Eklat ist es trotz der wohl stattgefunden Verwechslung immer noch.

Es ging sogar soweit, dass sich Politiker, wie die sozialdemokratische Senatorin Valeria Fedeli dazu äußerten.

Fedeli forderte ebenfalls umgehend den Stopp des Verkaufs und berief sich ebenfalls auf den Fakt, dass alle 72 Stunden eine Frau in Italien getötet wird.

„Es ist sehr schlimm, wenn ein Unternehmen Shirts produziert, die zum Frauenmord anstacheln. Es ist noch schlimmer, wenn Carefour in Italien sie vertreibt“, erklärt die Senatorin weiter.

Ein schlechter Scherz oder doch ein unterschwelliger Angriff gegenüber Frauen?

So oder so eine wirklich unpassende Aktion.

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