Fans haben dieselbe Kritik an Christopher Nolans „The Odyssey“

Christopher Nolans The Odyssey wird für sein episches Ausmaß gelobt – doch viele Zuschauer berichten, dass ein altbekanntes Problem das Kinoerlebnis trübt.

„The Odyssey“ – Gespaltene Meinungen

Christopher Nolans Adaption von Homers epischer Odyssee hat seit ihrer Veröffentlichung für zahlreiche Schlagzeilen gesorgt – von Debatten darüber, ob der Film „woke“ sei, bis hin zu Online-Diskussionen über seine künstlerische Handschrift, darunter ein im Sand versunkenes Trojanisches Pferd, das aus den Wellen gerettet werden musste.

Doch für viele Kinogänger wird all das von einer Beschwerde überschattet, die den 55-jährigen Regisseur schon seit Jahren begleitet: das sogenannte „Nolan-Soundproblem“.

Zuschauer kritisieren seit Langem, dass Dialoge in Nolans Filmen kaum zu verstehen sind, weil Stimmen häufig von Soundtrack und Soundeffekten übertönt werden.

Obwohl The Odyssey Nolans erster Film ist, der vollständig mit IMAX-Kameras gedreht wurde, zieht sich diese Kritik durch viele seiner größten Produktionen.

Bereits bei The Dark Knight Rises aus dem Jahr 2012 äußerten Kinogänger ähnliche Frustration – viele gaben an, Tom Hardys Darstellung des Schurken Bane kaum verstehen zu können.

Laut The Guardian witzelte ein Fan nach dem Prolog des Films: „Der Prolog von The Dark Knight Rises war wirklich großartig, besonders als Bane jenen unvergesslichen Satz sprach: ‚Mmrbl ffrmrff hmrbblfmm.'“

Matt Damon, Christopher Nolan und Anne Hathaway nehmen am 14. Juli 2026 an der Premiere von ‚The Odyssey‘ am AMC Lincoln Square in New York, NY teil – Foto: lev radin / Shutterstock.com

Das Thema flammte 2020 mit Tenet erneut auf, dem zeitreisenden Thriller, bei dem viele Zuschauer den Dialog aufgrund des Soundmix kaum verfolgen konnten. Ähnliche Kritik gab es auch bei Oppenheimer.

Bewusstes erzählerisches Mittel

Für Nolan ist der Soundmix ein bewusstes erzählerisches Mittel. Der Regisseur lehnt den Einsatz von automatischer Dialogersetzung (ADR) grundsätzlich ab und bevorzugt die Originalaufnahmen vom Drehset, anstatt Schauspieler später im Studio nachsprechen zu lassen.

„Ich möchte die Leistung nutzen, die im Moment gegeben wurde, anstatt dass der Schauspieler es später re-voice“, sagte der Oscar-prämierte Regisseur gegenüber Variety. „Das ist eine künstlerische Entscheidung, mit der manche Menschen nicht einverstanden sind, und das ist ihr gutes Recht.“

Auch sein langjähriger Mitarbeiter, Sounddesigner Richard King, stellt sich hinter diesen Ansatz.

In einem Reddit-AMA erklärte King, dass Nolan darauf abzielt, das Publikum emotional wie intellektuell anzusprechen.

„Chris versucht, ein viscerales emotionales Erlebnis für das Publikum zu schaffen, über rein intellektuelle hinaus. Wie Punkrock-Musik ist es ein Ganzkörpererlebnis, und Dialog ist nur eine Facette der Sonic-Palette“, sagte King.

Er ergänzte: „Er möchte das Publikum bei den Aufschlägen greifen und zum Bildschirm ziehen und nicht zulassen, dass das Anschauen seiner Filme eine passive Erfahrung ist.“

King appellierte abschließend an die Zuschauer: „Lasst los von Vorurteilen darüber, was angemessen und richtig ist, und erlebt den Film, wie er ist, denn viel hart beabsichtigte Gedanke und Arbeit ist in den Mix eingegangen.“

Es hatte Hoffnung gegeben, dass The Odyssey dem Schicksal seiner Vorgänger entgehen könnte.

Vorteile von IMAX

Da der gesamte Film mit IMAX-Kameras gedreht wurde, entwickelte Nolan gemeinsam mit IMAX ein spezielles Kameragehäuse – einen sogenannten „Blimp“ –, um die lauten Kamerageräusche zu dämpfen, die die Tonaufnahmen am Set beeinträchtigen können.

„Das Wunderbare am Kino, besonders bei IMAX, ist, dass man das Publikum an einen Ort der Immersion bringen kann, sich den Ereignissen nah fühlen wie Stürmen, rauen Meeren, starken Winden“, sagte Nolan gegenüber dem Time-Magazin. „Sie möchten, dass das Publikum im Boot mit ihnen ist und den Ozean fürchtet, den Zorn des Poseidon fürchtet, wie die Charaktere es tun. Das ist für mich so viel kraftvoller als jedes einzelne Bild, das man von einem Gott haben kann.“

Trotz dieser technischen Bemühungen sind viele Fans der Meinung, dass das Problem nach wie vor besteht.

„Herr Nolan. Liebe The Odyssey. Die Soundmischung war so bombastisch, dass ein Lautsprecher aus der Decke fiel und den Bildschirm in zwei Hälften spaltete“, schrieb ein Nutzer auf Reddit.

„Viel zu laut“

In den Kommentaren meldeten sich daraufhin zahlreiche Nutzer zu Wort.

„Die Stimmen waren perfekt. Alles andere war VIEL zu laut. Das ist die Art von Sound, der einen sein Gehör verlieren lässt“, schrieb ein Nutzer, während ein anderer meinte: „Ehrlich gesagt, es war ziemlich cool, obwohl ich das Gefühl hatte, dass mein Trommelfell in Stücke zersplittert wurde.“

Ein weiterer berichtete: „Habe den Film heute gesehen und der Sound war so laut, dass es wie ein Erdbeben war.“

Ein anderer Nutzer hingegen lobte das Erlebnis als besonders eindringlich: „Ich persönlich fand es zutiefst immersiv. Die Dinge, die laut sein sollen, waren laut. 95 % der Zeit fand ich den Audio in Ordnung“, schrieb er in seinem Kommentar.

Hast du The Odyssey, den neuen Film von Christoper Nolan gesehen? Wenn ja, wie fandest du ihn?

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