Die französische Musik hat eine ihrer unvergesslichsten Stimmen verloren. Catherine Ringer, die legendäre Sängerin und Mitbegründerin des französischen Rock-Duos Les Rita Mitsouko, ist im Alter von 68 Jahren gestorben.
Catherine Ringer an Krebs gestorben
Ringers Kinder gaben die erschütternde Nachricht in einer Mitteilung an die AFP bekannt. Demnach starb Ringer am 14. September an einem rasch fortschreitenden Krebs.
„Mit unermesslicher Trauer geben die Familie und die Angehörigen von Catherine Ringer ihren Tod bekannt. Sie wurde in der Nacht zum 14. September 2026 von einem rasch fortschreitenden Krebs dahingerafft. Als bedeutende französische Künstlerin und eine Hälfte von Les Rita Mitsouko hat Catherine Ringer mit ihrer Stimme und ihren Songs, ihrer immensen Freiheit und ihrer Einzigartigkeit mehrere Generationen geprägt“, heißt es in der Erklärung.
Catherine Ringer wurde am 18. Oktober 1957 in Suresnes bei Paris geboren. Ihr Vater Sam Ringer war ein Holocaust-Überlebender. Später schrieb sie über seine Geschichte das Lied C’était un homme („Er war ein Mann“).
1979 lernte sie den Gitarristen Fred Chichin kennen, mit dem sie die Rockgruppe Les Rita Mitsouko gründete. Das Duo schuf einen einzigartigen Sound und verband Rock, Funk, elektronische Musik und französische Chanson.
„Ich habe Fred getroffen und bin in den Rock’n’Roll-Zirkus eingetreten“, sagte sie gegenüber The Art Desk. „Die Rock-Leute sagten: ‚Sie ist keine echte Rockerin. Sie ist keine Blues-Sängerin.‘ Ich habe Easy-Listening-Stücke gesungen, die ich liebte. Ich hatte nicht ihre Art, die Kleidung zu tragen.“
Ihren Höhepunkt erlebte die Gruppe in den 1980er-Jahren mit Hits wie Marcia Baïla, C’est comme ça und Andy. Vor allem Marcia Baïla schrieb die Band in die französische Musikgeschichte ein und machte sie zu einem Begriff.
„Es ist kein Lebensziel, nur glücklich zu sein„
Ihre Musik wurde zu einem Phänomen, das weit über den Rock hinausreichte. Persönlich wurden die beiden nicht nur Kollegen, sondern Seelenverwandte. Sie waren tief verliebt und hatten drei Kinder: Ginger Romàn, Simone Ringer und Raoul Chichin.
Tragischerweise starb Fred Chichin 2007 im Alter von nur 53 Jahren an Krebs. Ringer trat weiter zu seinen Ehren auf und startete eine erfolgreiche Solokarriere.
„Ich war nicht sicher, ob ich nach Freds Tod ein Album machen würde“, sagte sie. „Ich hatte aufgehört, nicht einmal mehr unter der Dusche gesungen. Ich arbeitete meist allein in meinem Studio, manchmal mit anderen. Ich war nicht nervös, aber unsicher. Als ich zehn Songs hatte, dachte ich: Hey, ich habe etwas.“
An jedem Jahrestag von Freds Tod fühlte sie 2024 „einen totalen Energiemangel, als wäre mir alles ausgesaugt worden“.

„Also muss ich mir zu dieser Zeit eine kleine Pause gönnen“, sagte sie. „Es ist kein Lebensziel, nur glücklich zu sein. Das Leben besteht aus Höhen und Tiefen. Und ohne Tiefen gäbe es keine Höhen – es wäre flach.“
Noch im Februar stand Catherine Ringer in Paris auf der Bühne. Einen großen Teil ihres Lebens widmete sie nicht nur der Musik, sondern auch den Frauenrechten und der Ökologie.
Von ganz Frankreich betrauert
Nach ihrem Tod wird die Sängerin in ganz Frankreich betrauert. Auf X zollte der französische Präsident Emmanuel Macron ihr Tribut.
„Catherine Ringer hatte ihre Stimme in ein Theater verwandelt und jeden Song zu einem Ausdruck von Freiheit gemacht. Mit Fred Chichin gab sie Les Rita Mitsouko einen Klang und Farben wie kein anderer“, schrieb Macron. „Sie war nicht einzuordnen, respektlos und zutiefst französisch. Sie tanzte. Sie strahlte. Sie wird fehlen.“
Ruhe in Frieden, Catherine Ringer. Unsere Gedanken und Gebete sind bei ihren Angehörigen.
Lies auch:
- Dead-Boys-Gitarrist Cheetah Chrome mit 71 Jahren gestorben
- Celine Dion bricht beim ersten vollständigen Konzert seit 6 Jahren in Tränen aus