Chappell Roan, die amtierende Best New Artist-Gewinnerin, sorgte bei den Grammy Awards 2026 erneut für Aufsehen – diesmal mit ihrer gewagten Wahl auf dem roten Teppich.
Am Sonntag wurden in Los Angeles die Gewinner der Grammy Awards bekannt gegeben. Es ist die größte Nacht der Musikbranche – doch einmal mehr stand auch die Politik im Mittelpunkt.
Künstler wie der puerto-ricanische Superstar Bad Bunny, die britische Sängerin Olivia Dean, Country-Star Shaboozy und die kubanisch-amerikanische Ikone Gloria Estefan nutzten ihre Siege, um gegen die Einwanderungspolitik der Trump-Regierung zu protestieren. Doch auch auf dem roten Teppich ging es heiß her…
Das kontroverse Mugler-Kleid
Superstar Chappell Roan erschien in einer durchsichtigen kastanienbraunen Mugler-Robe, die von Brustringen gehalten wurde – eine gewagte Hommage an Manfred Thierry Muglers Jeu de Paume-Kollektion von 1998, neu interpretiert von Miguel Castro Freitas für Frühjahr/Sommer 2026.
Der Look sorgte sofort für hitzige Debatten im Netz. Während einige Modekenner die historische Inspiration lobten, zeigten sich viele Zuschauer wenig begeistert.

„Widerlich. Absolut niveaulos“, schrieb ein Nutzer.
Ein anderer kritisierte den Trend zu schockorientierten Red-Carpet-Looks: „Hoffen wir, dass dies die letzte Veranstaltung ist, bei der wir das sehen. Award-Shows brauchen eine Kleiderordnung. Wir müssen eure Brüste nicht sehen, meine Damen!“
Teil eines wachsenden Trends
Roans Outfit wurde zusammen mit dem von Heidi Klum am selben Abend als Teil eines wachsenden Trends gesehen: Immer mehr weibliche Prominente setzen auf durchsichtige, hautfreizügige Ensembles – eine Bewegung, die seit 2025 an Schwung gewinnt.
Stars wie Julia Fox, Florence Pugh, Bianca Censori, Teyana Taylor, Kristen Stewart und Dakota Johnson haben diese Ästhetik bereits für sich entdeckt. Als Johnson 2023 von der Vogue Germany auf die Kritik angesprochen wurde, antwortete sie knapp: „Es ist mir wirklich egal.“
Viele Zuschauer zeigten sich allerdings weniger entspannt.
„Riecht nach Verzweiflung“, kommentierte einer.
„Diese Kleider stärken Frauen nicht oder zeigen eine feminine Seite“, argumentierte ein Nutzer. „Sie zeigen, dass diese Frauen bereit sind, fast alles zu tun, um ‚in Erinnerung zu bleiben‘.“

„Ich bin für Kleiderfreiheit, aber wirklich? Das ist zu viel, und es sieht nicht einmal gut aus“, schrieb ein anderer.
Verteidiger des Looks
Gleichzeitig gab es auch Stimmen, die Roans Look verteidigten.
„Ich verstehe nicht, warum ihr es alle so hasst, ganz tätowiert und gepierct. Ich fand es angemessen“, schrieb ein Fan.
Für die an theatralische Mode und grenzenüberschreitende Looks gewöhnte Roan war der Grammys-Auftritt keine Überraschung. Bei der Rock & Roll Hall of Fame Induction Ceremony 2025 hatte sie bereits Cyndi Lauper mit einem Look gehuldigt, den nur echte Fans entschlüsseln konnten.
Für die Grammys wurde Roan von Genesis Webb aus LA in einem Outfit gestylt, das von Laupers „True Colors“-Musikvideo inspiriert war – komplett mit Zeitungsrock im Rokoko-Stil, funkelndem Bustier, Vintage-Schmuck und glitzerndem maßgeschneiderten Kopfschmuck.
„Schaut mich an! Ich habe vielleicht kein Talent, aber ich kann Grenzen überschreiten“, spottete ein Kritiker. „Das lässt Victoria’s Secret züchtig und geschmackvoll aussehen.“
Fans gespalten
Die Reaktionen der Fans fielen gemischt aus. „Sie kann [den Look] definitiv tragen“, gab einer zu. „Sie hat einen tollen Körper. Ich dachte zuerst, es wäre ein Halloween-Kostüm.“ Andere zeigten sich genervt:
„Jetzt reicht’s“, postete einer. „Diese Looks sind nicht unvergesslich. Sie sind erbärmlich.“
„Was ist mit diesen Musikerinnen oder Schauspielerinnen los, die ihre Körper so zeigen?“, fragte ein anderer. „Ich weiß, Bescheidenheit scheint sowieso der Vergangenheit anzugehören, aber das geht viel zu weit.“
Bleibt Grammy-Kandidatin
Trotz der Kontroverse bleibt Roan eine aussichtsreiche Anwärterin auf Record of the Year und Best Pop Solo Performance für „The Subway“. Zudem soll sie während der Zeremonie als Presenterin auftreten. Im vergangenen Jahr gewann sie bereits Best New Artist für ihr Album „The Rise and Fall of a Midwest Princess“ und erhielt fünf weitere Nominierungen, darunter drei für ihren Hit „Good Luck, Babe!“
Chappell Roans durchsichtiges Mugler-Kleid bringt die Gemüter zum Kochen. Ist es mutige Kunst oder nur Schock um des Schocks willen? Eines ist sicher: Über diesen Look schweigt niemand.