Foto: maxime.mbanda/Instagram.com

Rugbyball gegen Krankenwagen: Italienischer Profisportler rettet jetzt Leben als Fahrer und kämpft gegen Corona

Vielen Menschen auf dieser Welt ist es wohl noch nicht genau bewusst, doch was wir alle zurzeit durchleben, stellt für jeden von uns eine Gefahr dar.

Umso schlimmer sind die Nachrichten von Unbelehrbaren, die weiterhin im Freien sitzen und in großen Gruppen sogenannte „Corona-Partys“ feiern oder in den Supermärkten nicht darauf achten, auch für ihre Mitmenschen etwas in den Regalen stehen zu lassen.

Gerade in dieser Zeit ist so wichtig, dass man zusammenhält, sich gegenseitig unterstützt und im wahrsten Sinne des Wortes keine Dummheiten macht. Das heißt, andere nicht in Gefahr bringen und sich an die gegebenen Umstände anpassen.

Daher tut es gut, wenn man in dieser unsicheren Zeit auch von positiven Nachrichten überrascht wird und weiterhin das Gefühl hat, dass diese Coronakrise eines Tages endlich besiegt werden kann.

Seien es Gesten von Supermärkten, die für ein paar Stunden in der Woche ihre Türen nur für Senioren öffnen, oder auch ganz andere, auf die man im ersten Moment vielleicht nicht sofort kommen würde.

Dazu gehört unter anderem auch der Entschluss von Maxime Mbanda, über den ran berichtete.

Profisportler auf neuer Position

Eigentlich ist Mbanda nämlich Profisportler und ist in seiner Sportart Rugby sogar dermaßen erfolgreich, dass er für sein Heimatland Italien auflaufen darf.

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Grazie mille Maestro! @massimoguerra9

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Doch auch der Sport leidet unter den Konsequenzen des Coronavirus, weswegen fast sämtliche Sportereignisse weltweit abgesagt sind. Darunter auch die Rugby-Wettbewerbe.

Anstatt sich aber einfach zu Hause fit zu halten und auf den Tag zu warten, an dem der 26-Jährige wieder aufs Feld darf, möchte der junge Mann lieber helfen.

Und zwar nicht aus sicherer Entfernung oder in Form von einer Spende, sondern er möchte da anpacken, wo Menschen gebraucht werden und wo andere Menschen auf Hilfe angewiesen sind.

Deswegen fährt Mbanda seit acht Tagen einen Rettungswagen durch die italienische Stadt Parma und ist ununterbrochen im Einsatz.

Manchmal dauert seine Schicht bis zu 13 Stunden.

Er konnte das Elend, das sich auf den Straßen Italiens abspielt, nicht weiter mit ansehen und hat sich, trotz nicht vorhandener medizinischer Erfahrung, dazu entschieden, sich als Fahrer hinter das Steuer eines Krankenwagens zu setzen:

„Ich habe zu mir selbst gesagt: Du darfst nicht müde sein“, sagt der italienische Rugby-Nationalspieler.

Krankenwagenfahrer beim Gelben Kreuz

Weil durch die Absagen jeglicher Sportereignisse sein Leben auf den Kopf gestellt wurde, habe er sich überlegt, wie er helfen kann. Dabei ist er auf den Job beim Gelben Kreuz gestoßen und hat sich sofort dafür gemeldet.

Zunächst wurde er dafür eingesetzt, Hilfsmaterial, Nahrungsmittel oder Rezepte zu transportieren, doch weil sich die Lage in der Region Emilia-Romagna immer weiter verschlimmerte, wurde er laut eigener Aussage „an die Frontlinie, ins Herz des Problems“ versetzt.

„Ich helfe beim Tragen oder wenn Patienten aus einem Rollstuhl gehoben werden müssen“, beschreibt Mbanda sein Aufgabengebiet. Er trägt dabei stets einen Schutzanzug und eine Maske und aufgrund seiner Kraft als Rugby-Spieler auch mal Sauerstoffbehälter.

Er berichtet auch davon, dass etwa 95 Prozent der Aufmerksamkeit in den Krankenhäusern Corona gelte und „wenn die Leute sehen würden, was ich sehe, würden sie sich nicht mehr in Schlangen vor dem Supermarkt anstellen“, es sei erschütternd, was er tagtäglich mit ansehe.

In Italien starben am Samstag 800 Menschen am Coronavirus, fast 5.000 Menschen sind der Pandemie zum Opfer gefallen.

Dabei sehe Mbanda Kranke „in allen Altersstufen. Ärzte und Schwestern arbeiten 20 bis 22 Stunden durch“.

Seine Familie kämpft mit

Sein Vater arbeitet als Chirurg in Mailand und sei „auch an der Frontlinie“.

Der Rugby-Profi sei darüber hinaus aber auch als Psychologe gefragt, wenn die Kranken die Alarme, die Ärzte und Schwestern hören, die durch die Gänge rennen:

„Selbst wenn sie nicht sprechen können, teilen sie dir mit den Augen Dinge mit, die unvorstellbar sind.“

Mbanda berichtet schrecklichen Erlebnissen für die Patienten:

„Der erste Mann, den ich gefahren habe, sagte, dass nach dreistündigem Aufenthalt sein Bettnachbar gestorben sei. In der Nacht starben zwei weitere Frauen im Zimmer. Er hatte nie zuvor jemanden sterben sehen.“

Er möchte die Menschen trösten und reicht ihnen wortwörtlich die Hand, die er danach sofort desinfizieren muss.

Aufhören möchte Mbanda aber nicht:

„Solange ich stark bin, mache ich weiter. Ich bin hier und ich bleibe hier.“

In diesem Zusammenhang richtet der Profisportler noch einmal einen Appell an alle Menschen:

„Angst ist ganz normal. Aber es gibt kleine Dinge, die denen an der Frontline eine halbe Stunde oder Stunde Ruhe bringen.“

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