Quelle: Tierheim Koblenz/Facebook.com (Screenshot)

Koblenz: Tierschützer retten 136 Hunde aus Zweifamilienhaus – lebten in engen Käfigen und hatten kaum Futter

Wenn man es sich zeitlich und finanziell erlauben kann, spricht natürlich überhaupt nichts dagegen, einen Hund oder mehrere aus dem Tierheim zu adoptieren.

Allerdings verpflichtet man sich dadurch auch, immer für sein Tier da zu sein und es jederzeit zu umsorgen. Und sollte man eines Tages nicht im der Lage dazu sein, muss man zwingend Wege einleiten, wie das Tier dann trotzdem noch versorgt wird.

Ein Fall in Koblenz zeigt aber, dass man leider auch ab einem bestimmten Zeitpunkt die Kontrolle über die Anzahl seiner Tiere verlieren kann und es meist kein gutes Ende für alle Beteiligten nimmt.

Wer sich zum Ziel genommen hat, Hunde zu züchten und sie dann an neue Besitzer zu vermitteln, der muss alle Voraussetzungen für eine angemessene Pflege erfüllen. Sprich viel Platz zum Auslaufen, genug Futter und wenn es nötig ist, auch eine entsprechende medizinische Versorgung.

Was sich allerdings in Koblenz ereignete, war leider das genaue Gegenteil.

Wie die Bild berichtete, machten Tierschützer dort eine schreckliche Entdeckung in einem Zweifamilienhaus.

Demnach drangen die Mitarbeiter in das Haus im Kreis Ahrweiler ein und ihnen zeigte sich ein Bild des Schreckens. Sie fanden 136 Hunde eingepfercht in engen Käfigen, hatten kaum Futter und kein frisches Wasser. Der Geruch soll bestialisch gewesen sein.

Das Tierheim Koblenz filmte die gesamte Rettungsaktion:

Leiterin Kirstin Höfer sagte über die Aktion:

„Von außen war das Wohnhaus unscheinbar, kein Garten, die Rollläden waren heruntergelassen. Es gab keine Möbel, überall nur Hundeverschläge und Kleintierboxen. Nur ein Schlafzimmer gab es. Dort schlief das Ehepaar. Sie waren Hundehändler.“

Bei den Hunden handelte es sich um reinrassige Tiere wie Australian Shepards, Pudel, Dackel, Tibet Terrier. Ein besonders schweres Schicksal erlebte der 9-jährige Doggenrüde Schorsch, der schwer erkrankte.

Höfer konnte über ihn nur wissen lassen:

„Er hatte Tumore, lag auf dem blanken Boden. Es ging ihm sehr schlecht. Er hat vielleicht noch sechs Monate zu leben und die verbringt er jetzt auf einer Pflegestelle.“

Laut Höfer sei dieser Fall klassisch für „Animal Hording“, bei dem Menschen die Kontrolle verloren haben und sie sich nicht mehr um die vielen Tiere kümmern konnte und auf Hilfe von außerhalb angewiesen waren.

Was mit den Tieren nach der Genesung passiert, konnte Höfer noch nicht sagen:

„Wir bekommen Anrufe von Menschen, die bei den Händlern Hunde angezahlt hatten und diese nun haben wollen. Aber da können wir leider nichts machen. Die Tiere wurden vom Veterinäramt sichergestellt und das Amt entscheidet, ob und wann die Käufer die Tiere bekommen.“

Zurzeit sind alle Hunde in Quarantäne, sie werden gebadet und von einem Tierarzt untersucht.

In solche Fällen kann man immer wieder nur an den gesunden Menschenverstand appellieren, dass man, sobald man die Kontrolle über die Arbeit verliert, sich Hilfe suchen muss.

Hoffentlich können sich alle Hunde wieder erholen und sie werden an gut kümmernde Familien weitervermittelt.

Teile diesen Artikel, um den Hunden alles Gute zu wünschen und daran zu erinnern, dass man auch als Außenstehender in solchen Fällen eingreifen muss.