Wegen Zerstörung: 10.000 Kamele sollen in Australien erschossen werden

Foto: Stanislav Fosenbauer/Shutterstock.com

Sorgen für Zerstörung auf der Suche nach Wasser: 10.000 Kamele sollen in Australien erschossen werden

Zurzeit blickt die Welt voller Sorge und Anspannung auf Australien. Dort toben nämlich schreckliche Buschfeuer und bedrohen jegliches Leben in dem Land.

Zwar zeigen sich viele Menschen weltweit solidarisch mit dem stark gebeutelten Kontinent und versuchen mithilfe von Spenden die Menschen vor Ort bei der Bekämpfung der Feuer zu unterstützen.

Leider sind die Feuermassen aber nach wie vor nicht unter Kontrolle zu bringen und zwingen unzählige Haushalte, ihr Zuhause zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.

Es wird sogar von einer halben Milliarde toter Tiere ausgegangen, Zahl steigend.

Als wären diese Nachrichten nicht schon schlimm genug für Australien und ihre Bewohner, wurde jetzt laut The Australian ein Abschussbefehl für Kamele veranlasst.

Abschuss von 10.000 Kamelen

Dabei sollen ab Mittwoch fünf Tage lang 10.000 Kamele im lokalen Verwaltungsgebiet Anangu Pitjantjatjara Yankunytjatjara (APY), einer Aboriginal Community im Bundesstaat South Australia, erschossen werden.

Der Grund für diese (vordergründig) schockierende Maßnahme ist, dass die Kamele bei der Suche nach Wasser, was aufgrund der Dürre, die durch die Feuer entstand, immer verzweifelter werden und dabei sogar in Wohngebiete vordringen.

In APY leben zwar nur etwa 2.500 Menschen, die Bewohnerin Marita Baker sagte aber über die Paarhufer:

„Die Kamele kommen in unser Dorf, reißen Zäune nieder und suchen nach Wasser bei den Klimaanlagen der Häuser.“

Ein Zustand, der so schnell wie möglich geändert werden muss.

Daher wird das Ministerium für Umwelt und Wasser mit Hubschraubern auf Kameljagd gehen. Die toten Tiere werden anschließend verbrannt oder begraben und in abgelegenen Gebieten zurückgelassen.

Doch das Verhalten der Kamele soll nicht allein für den Abschussbefehl verantwortlich sein.

Hohe Co-2 Ausstöße von Kamelen

Die Tiere sollen demnach schuld an enormen CO-2 Ausstößen sein. Ein einziges Kamel kommt etwa jährlich auf eine Tonne Kohlenstoffdioxid.

Tut man nichts gegen den Tierbestand, kann sich dieser alle neun Jahre sogar verdoppeln. Laut Schätzungen leben zurzeit eine Millionen Kamele in Australien.

Gegenüber The Australian sagte Tim Moore, CEO eines Carbon-Farming-Unternehmens:

„Eine Million Kamele sind das Äquivalent von 400.000 zusätzlichen Autos auf der Straße.“

Laut eines Berichts des Spiegel sollen Kamele im Jahr etwa 45 Kilogramm Methan ausstoßen, was etwa eine Tonne Kohlendioxid ausmacht.

Australien auf die Bergwerkindustrie angewiesen

John Cobb, Oppositionssprecher für Agrarfragen, sagte dazu:

„Alle Tiere in Australien zu töten, würde im Jahr so viel Triebhausgase sparen wie die Stilllegung von 300.000 Autos.“

Weil Australien aufgrund seiner großen Bergwerkindustrie weltweit einen der höchsten Luftverschmutzungswerte pro Kopf aufweist, braucht das Land dringend Emissionszertifikate.

Diese können wiederum erreicht werden, sobald der Bestand der Kamele minimiert wird.

Australien befindet sich zurzeit in einer verheerenden Situation. Auf der einen Seite muss das Land die Buschbrände unter Kontrolle kriegen und Mensch und Tier schützen, auf der anderen Seite müssen solche schwierigen Entscheidungen wie der Abschuss von Kamelen getroffen werden.

Man kann nur hoffen, dass die Feuer baldmöglichst gelöscht werden können und alle Bewohner des Kontinents wieder friedlich weiterleben können.

Teile diesen Artikel, um dein Mitgefühl mit den Menschen und Tieren auszudrücken.