Foto: Ingo & friends/Facebook.com

Waldkauz Paul gerät in Tierfalle und wird an Pappkarton geklebt – kann gerettet werden, verliert viele Federn

Der Hass von manchen Menschen auf Tiere lässt sich wohl nie erklären und auch nicht gänzlich aus dieser Welt schaffen, weswegen es immer wieder zu Vorfällen kommt.

Vorfälle, unter denen in erster Linie grundlos unschuldige Tiere leiden müssen.

Ein solcher ereignete sich leider erneut vergangene Woche im nordrhein-westfälischen Herne, wie die Bild berichtete.

Tier lag in Sack am Straßenrand

Dort wurde Marcel T. (31) zunächst durch ein Familienmitglied auf etwas im Gebüsch hingewiesen:

„Meine Schwiegermutter machte mich auf ein Tier aufmerksam, das in einer Tüte in einem Gebüsch steckte. Zunächst dachte ich an einen Hasen.“

Als der Stapler-Fahrer aber den Sack genauer untersuchte, entdeckte er, dass es sich dabei um einen kleinen Waldkauz handelte, der in einer grünen Plastiktüte gefangen und an einer Pappe festgeklebt war.

Der 31-Jährige wartete daraufhin keine Sekunde länger und nahm das gefangene Tier mit nach Hause, um die Flügel von dem Kleber zu lösen:

„Das war definitiv eine Tierfalle. Zwei Pappen wie ein Spitzdach zusammengeklebt und ganz viel Kleister drauf.“

Der Tierretter rief auch die Polizei zu Hilfe, von der Sprecherin Tanja Pfeffer (33) das weitere Vorgehen beschrieb:

„Wir ermitteln wegen des Verdachts einer Straftat nach dem Bundesnaturschutzgesetz, hoffen auf Zeugenhinweise.“

Glücklicherweise handelte Marcel schnell genug, denn dadurch konnte die Eule, die später den Namen Paul bekam, überleben.

Als nächstes kam sie in die Auffangstation Paasmühle nach Hattingen, wo Leiter Thorsten Kestner (55) erschüttert war ob des Schicksals des kleinen Kauzes:

„Ein schlimmer Anblick und viel Arbeit. Wir haben sogar Ölvögelwäscher zur Hilfe gerufen.“

Letztendlich war es aber Pflaster-Entferner, der Paul von dem Klebstoff befreien konnte.

Doch die Federn der Eule litten sehr unter der Behandlung, wie Kestner feststellen musste:

„Das halbe Gefieder ist weg. Sie wird noch mehrmals gewaschen, bleibt dann ein Jahr hier und wird nach der Mauser ausgewildert.“

Es wurde wohl eine Falle für Tiere gelegt

Für den Tierschützer ist die Sachlage auch klar, dass der Kauz in eine Tierfalle geraten sein muss:

„Vermutlich wurde da noch ein Köder ausgelegt, um eine Katze oder einen Marder anzulocken.“

Daher liegt die Vermutung nahe, dass der arme Paul nur aufgrund eines unglücklichen Zufalls zum Opfer wurde.

Damit der Täter gefunden werden kann, bittet die Polizei um Mithilfe aus der Bevölkerung.

Wer an der Börsinghauser Straße in Herne am 14. Juni zwischen 14:00 und 15:30 Uhr etwas beobachten konnte, möge sich bitte unter folgender Telefonnummer melden:

0234/9098505

Gott sei Dank gab es einen aufmerksamen Passanten, der den armen Waldkauz retten und die Obhut von Tierfreunden geben konnte.

Hoffentlich kann der Täter zügig zur Rechenschaft gezogen werden.

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