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Junge (14) wird von Schüler (15) gemobbt – Vater (40) des Opfers verprügelt Mobber: „Er wollte ihn abstechen“

An Schulen und weiteren pädagogischen Einrichtungen gibt es zwar seit geraumer Zeit Prävention gegen Mobbing, doch leider kommt es immer wieder zu Vorfällen.

Häufig kriegen Lehrerinnen und Lehrer die Taten nicht mit, weil sie sich im privaten Raum abspielen und daher nur schwer nachvollzogen werden können.

Der folgende Fall, der sich in Friesoythe bei Bremen zutrug, gehörte zunächst auch dazu, doch mit der Zeit wurde sogar die Familie des Mobbing-Opfers mit reingezogen.

Wie RTL berichtete, begann alles damit, ein 14-jähriger Junge massiv von einem 15-jährigen Schüler gemobbt wurde.

Mobber bedroht Opfer und Familie

Das ging sogar soweit, dass der Mobber bei der Familie zu Hause anrief und dort seinen Hass versprühte.

Khodr El Saleh, Autohändler in Friesoythe und Vater des Mobbing-Opfers, berichtete gegenüber des Fernsehsenders:

„Ich bin Vater von vier Kindern. Es war so: Der Junge hat meinen Sohn immer wieder bedroht – er wollte ihn abstechen.“

Immer wieder habe der 15-Jährige angerufen und als der Vater selbst am Telefon war, habe der Teenager ihn gefragt, ob Khodr El Saleh am anderen Ende der Leitung sei. Nachdem er das bejahte, sagte der Mobber seines Sohnes: „Morgen möchte ich deinen Sohn abstechen“.

Danach habe er noch die gesamte Familie beleidigt, was den Vater aber zunächst nicht beunruhigte: „Ich habe die Sache nicht so ernstgenommen.“

Zur Eskalation und körperlichem Streit kam es erst, als der Vater eines Tages mit dem Fahrrad unterwegs war und plötzlich von einem harten Gegenstand beworfen wurde.

„Ich bin runtergefallen“, erinnerte sich der 40-Jährige.

Als er den Täter sah, es war der 15-jährige Schüler, der seinen Sohn und seine Familie bedrohte, nahm er die Sache selbst in die Hand.

Vater gibt Fehlverhalten zu

El Saleh gab zu:

„Ich habe ihn mit der flachen Hand geschlagen.“

Er habe Angst um seinen Sohn gehabt und wollte ein klares Zeichen setzen:

„Er hat gesagt, dass er meinen Sohn im Leichenwagen nach Hause schickt, nachdem er die Flasche geworfen hat, habe ich ihm das geglaubt.“

In einer Mitteilung der Polizei Vechta ist zusätzlich zu lesen:

„Im weiteren Verlauf ist es dann zu einer weiteren Auseinandersetzung, zur wechselseitigen Körperverletzung, gekommen.“

Dabei sollen der 15-jährige Mobber, ein weiterer 16-Jähriger und der Sohn von Khodr El Saleh beteiligt gewesen sein.

Die Polizei fügte hinzu:

„Der 40-Jährige selbst war ebenfalls mit Angehörigen vor Ort.“

Die Beamten sollen bei dem Streit sogar Schlagstock und Teleskopschlagstock sichergestellt haben.

Über die weiteren Ermittlungen heißt es:

„Wir ermitteln derzeit wegen des Verdachts der Körperverletzung, wegen wechselseitiger Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung, Verstoß gegen das Waffengesetz.“

Weil ein Video von dem Vorfall im Internet kursierte, wird darüber hinaus wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz ermittelt.

In einem Rechtsstaat wie Deutschland ist Selbstjustiz nie eine gute Idee.

Allerdings muss man auch die Beweggründe des besorgten Vaters in diesem Fall verstehen.

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