Neue erschütternde Details sind über die „Haihöhle“ bekannt geworden, in der vergangene Woche fünf italienische Taucher und ein Bergungstaucher auf den Malediven tragisch ums Leben kamen.
Fünf italienische Taucher starben am vergangenen Donnerstag bei einem tragischen Tauchunfall im Vaavu-Atoll, einem Teil des Inselarchipels im Indischen Ozean.
Die Opfer wurden inzwischen identifiziert: die Meeresbiologie-Professorin Monica Montefalcone von der Universität Genua, ihre 20-jährige Tochter Giorgia Sommacal, Muriel Oddenino, Gianluca Benedetti und Federico Gualtieri. Auch Feldwebel Mohammed Mahudhee kam während der Suchaktion ums Leben.
Der maledivische Präsident Mohamed Muizzu äußerte sich in einer Stellungnahme: „Der Tod eines Tauchers der Nationalen Verteidigungskräfte der Malediven bei der Suche nach vermissten Touristen erfüllt mich und jeden maledivischen Bürger mit tiefer Trauer. Das ist eine herzzerreißende Nachricht.“
Tauchkatastrophe auf den Malediven
Berichten zufolge handelt es sich um den tödlichsten einzelnen Tauchunfall in der Geschichte der Malediven. Verschiedene Experten haben sich zu den möglichen Ursachen geäußert – die Theorien reichen von Sauerstofftoxizität bis hin zu Panik im Unterwasser-Höhlensystem.
Benedettis Leichnam war Berichten zufolge bereits kurz nach dem Unglück gefunden worden, bevor widrige Wetterbedingungen die Suchteams zum Abbruch zwangen. Ein Rettungstaucher starb am Samstag bei der Suche nach den übrigen Opfern. Die Vermissten wurden schließlich von einem finnisch-maledivischen Taucherteam tot in einer rund 60 Meter tiefen Höhle aufgefunden.
Mohamed Hossain Shareef, ein Sprecher der maledivischen Regierung, sagte der BBC: „In den kommenden Tagen sollen weitere Tauchgänge durchgeführt werden, um die Leichname zu bergen.“
Die Behörden bestätigten inzwischen, dass die vier übrigen Leichname in einer sogenannten „Haihöhle“ gefunden wurden. Laut dem Nachrichtenportal VT befanden sich ihre Überreste in der Thinwana-Kandu-Höhle. Als „Haihöhlen“ werden Unterwasserhöhlen bezeichnet, in denen sich häufig Haie aufhalten – sie gelten unter Tauchern als besonders anspruchsvolle und gefährliche Tauchplätze.
„Wir sind den Spezialisten vor Ort zutiefst dankbar“
Laura Marroni, Geschäftsführerin von DAN Europe (Divers Alert Network, ein internationales Netzwerk für Tauchsicherheit), sagte: „Das heutige Ergebnis ist das Resultat außergewöhnlicher Vorbereitung, technischer Exzellenz und herausragender Teamarbeit.“
„Wir sind den Spezialisten vor Ort zutiefst dankbar, die unter anspruchsvollen Bedingungen mit Professionalität, Disziplin und Menschlichkeit arbeiten.“
Die Taucher sollen auf eine Tiefe von rund 50 Metern abgetaucht sein, um die Höhle zu erkunden – obwohl die Grenze für Sporttauchen bei 30 Metern liegt.
Vier der Opfer waren mit der Universität Genua verbunden, die nach der Tragödie eine Stellungnahme veröffentlichte:
„Die Universität Genua bringt ihre tiefe Trauer über den plötzlichen und tragischen Tod von Monica Montefalcone, außerordentliche Professorin für Ökologie am Departement für Erd-, Umwelt- und Lebenswissenschaften (DISTAV), ihrer Tochter Giorgia Sommacal, Studentin der Biomedizintechnik an der UniGe, Muriel Oddenino, wissenschaftliche Mitarbeiterin am DISTAV, und Federico Gualtieri, Absolvent des Studiengangs Meeresbiologie und Ökologie an der UniGe, zum Ausdruck.
Die Anteilnahme der gesamten Universitätsgemeinschaft gilt den Familien, Kollegen und Studierenden, die ihren menschlichen und beruflichen Weg geteilt haben.“
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