John Edward Jones starb bei einem der traumatischsten und erschütterndsten Höhlenunglücke der Geschichte. Eine neue Dokumentation zeigt nun bisher unveröffentlichte Aufnahmen der Rettungsmission, die ein noch herzzerreißenderes Bild zeichnen.
Im November 2009 starb der 26-jährige John Edward Jones einen der schlimmsten vorstellbaren Tode. Der damalige Medizinstudent, Ehemann und Vater hatte eine Leidenschaft dafür entwickelt, enge, tiefe Passagen in Höhlen zu erkunden.
Doch was als normales Abenteuer in der Nutty-Putty-Höhle im US-Bundesstaat Utah begann, sollte sein letztes werden. Seine letzten Momente spielten sich auf eine Weise ab, die die ganze Welt erschütterte.
Was John Edward Jones für einen bekannten Weg hielt, führte in einen Gang, den noch niemand kartiert hatte. Ein Hohlraum von gerade einmal 25 Zentimetern Höhe und 45 Zentimetern Breite wurde ihm zum Verhängnis. Der Raum war erstickend eng, und bevor John reagieren konnte, steckte er fest – kopfüber eingekeilt, unfähig sich zu bewegen oder umzudrehen.
Der 26-Jährige geriet in Panik. Bei ihm war sein Bruder Josh, der verzweifelt versuchte, ihm zu helfen. Doch nichts funktionierte, und Josh erkannte, dass die Situation ernst wurde. Er drehte um, rannte durch die Höhle zurück an die Oberfläche und rief Hilfe.
Was folgte, war ein gewaltiger Rettungseinsatz. Retter arbeiteten 27 Stunden lang Tag und Nacht und versuchten alles, um John zu befreien. Doch nichts half. Der Raum war nicht nur zu eng, um ihn zu erreichen – da er kopfüber lag, strömte das Blut in seinen Kopf.
Das erschütternde Höhlenunglück von John Edward Jones
Johns Herz kämpfte, er bekam zunehmend Probleme beim Atmen, und die Zeit lief ab. Schließlich mussten die Retter die Entscheidung treffen, dass dem Ehemann und Vater nicht mehr geholfen werden konnte. Er war gefangen und würde nie wieder das Tageslicht sehen.
Brandon Kowallis, ein Höhlenforscher und YouTuber, der zusammen mit anderen an der Rettungsmission teilgenommen hatte, erinnerte sich daran, wie John mehrmals das Bewusstsein verlor und wieder zu sich kam.
Die Atmung des Mannes wurde immer flacher. Kowallis erinnerte sich an Johns herzzerreißende letzte Momente. Die Retter brachten ihm ein Funkgerät, damit er mit seinen Liebsten sprechen konnte.
„Ich glaube, es waren sein Vater, seine Mutter und seine Frau, die mit ihm sprachen“, erinnerte sich der Höhlenforscher. „Sie sagten ihm, dass sie ihn lieben und für ihn beten. Sein Vater sprach einen Segen für ihn. Seine Frau erzählte von einem Gefühl des Friedens, dass alles gut werden würde.“
John Edward Jones starb in der Höhle. Die Behörden beschlossen, sie für die Öffentlichkeit zu schließen, damit sich ein solch qualvolles Unglück nie wiederholen würde. An ihrem Eingang wurden eine Gedenktafel und ein Kranz für John angebracht.
Bisher unveröffentlichte Aufnahmen in neuer Dokumentation veröffentlicht
Eine beklemmende neue Dokumentation auf dem YouTube-Kanal EWU Unsolved hat die tragische Geschichte von Johns Tod wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückt und lässt die Zuschauer zutiefst erschüttert zurück.
Zum ersten Mal wurden bisher unveröffentlichte Aufnahmen aus dem Inneren der Höhle veröffentlicht, die einen beklemmenden Einblick in den verzweifelten Rettungsversuch geben. Das Video zeigt die Retter bei ihrer pausenlosen Arbeit, umgeben von Seilen und Ausrüstung, während sie jede denkbare Möglichkeit besprechen, ihn zu retten.
Man hört die Retter, wie sie ihre Optionen abwägen, doch letztlich ist die Operation schlicht zu gefährlich und zu komplex. Trotz ihrer Entschlossenheit kommen sie zu einem herzzerreißenden Ergebnis.
An einer Stelle versuchen die Rettungsteams sogar, das Gestein an den Höhlenwänden abzuschlagen, um den engen Durchgang in einem letzten verzweifelten Versuch zu erweitern. Doch der Fortschritt ist quälend langsam, und die Hoffnung beginnt zu schwinden.
In den letzten Momenten des Rettungsversuchs sieht man, wie Jones kleine Bewegungen mit seinen Füßen macht – ein Zeichen, dass er noch lebt und kämpft. Doch tragischerweise hören die Bewegungen bald darauf auf.
Eine letzte Rettungsmission
Die Dokumentation enthält auch detaillierte Diagramme, die zeigen, wie John Jones in dem engen, geburtskanalartig schmalen Gang eingeklemmt wurde – und die Erklärung ist ebenso herzzerreißend wie schockierend.
Mit jedem Atemzug dehnte sich sein Brustkorb aus, presste ihn noch fester in den erbarmungslosen Hohlraum und machte eine Befreiung nahezu unmöglich.
In einem letzten, verzweifelten Versuch, ihn zu retten, versuchten die Helfer, Jones mithilfe eines Seils und eines Flaschenzugsystems herauszuziehen. Doch das Schicksal schlug erneut zu: Das System versagte. John rutschte dadurch noch tiefer in die Höhle als zuvor.
Den YouTube-Beitrag findest du hier.
Lies auch:
- Tragödie am Großglockner: Was Kerstin Gurtner ihrem Freund kurz vor ihrem Tod sagte
- Kreuzfahrtschiff fuhr ohne sie ab: 80-Jährige stirbt allein auf Insel – letzte SMS erschüttert Familie