Heutzutage muss man im Internet nicht weit suchen, um auf Verschwörungstheoretiker und ihre Theorien zu stoßen.
Sie haben natürlich schon immer existiert – doch mit dem Aufkommen der globalen Vernetzung haben ihre Möglichkeiten enorm zugenommen. Wer an einem bedeutenden historischen Ereignis zweifelt oder glaubt, dass irgendwo etwas vertuscht wird, kann seine Ansichten und vermeintlichen Beweise heute mit wenigen Klicks rund um den Globus verbreiten.
Artemis II im Visier der Zweifler
Wenig überraschend also, dass die Skeptiker auch während der aktuellen NASA-Artemis-II-Mission wieder in Scharen aufgetaucht sind. Die Mission hat unter anderem den Rekord für die größte Entfernung eines bemannten Raumflugs von der Erde gebrochen – ein Rekord, der zuvor von Apollo 13 im Jahr 1970 aufgestellt worden war.
Die NASA-Astronauten Christina Koch, Reid Wiseman, Victor Glover und Jeremy Hansen von der Canadian Space Agency starteten am Mittwoch, dem 1. April, an Bord einer 98 Meter hohen Rakete und begannen ihre Reise jenseits der Erdumlaufbahn. Die ersten 25 Stunden verbrachten sie damit, die Erde zu umkreisen – wobei sie den Ausblick gegenüber der Missionskontrolle als „phänomenal“ beschrieben. Anschließend nahm die Besatzung Kurs auf den Mond.
Ziel der Artemis-II-Mission war kein Mondlandung, sondern ein Vorbeiflug. Dennoch gilt sie als wichtiger Schritt auf dem Weg zu künftigen Mondmissionen.
Die Crew gab CNN ein Live-Interview über ihre Reise zur dunklen Seite des Mondes – und geriet dabei schnell ins Visier von Verschwörungstheoretikern, die überzeugt sind, die gesamte Mission werde irgendwo in einem Filmstudio mit Greenscreen-Technik inszeniert.
Ein Plüschtier sorgt für Aufruhr
Während des Interviews schwebte ein Plüschtier namens „Rise“ durch die Kapsel und zeigte den Zuschauern anschaulich, wie sich Schwerelosigkeit anfühlt. Doch ausgerechnet dieses niedliche Requisit wurde zum Auslöser einer Verschwörungswelle.
Hinter dem Spielzeug tauchten in unregelmäßigen Abständen die Buchstaben „OW“ und „TAN“ auf – als würde ein Greenscreen aufgrund der grünen Farbe des Plüschtiers ruckweise ins Bild flimmern. Die Astronauten selbst schienen davon nichts zu bemerken, doch in den sozialen Medien ließ die Reaktion nicht lange auf sich warten.
„Totgefälscht – sie dachten wirklich, sie können die Leute mit der heutigen Technologie weiter täuschen, die alles in Echtzeit entlarvt…“, schrieb jemand. Ein anderer witzelte: „Na klar… selbst mein Hund weiß, dass das fake ist…“
Doch wer nach einer sachlichen Erklärung suchte, wurde tatsächlich fündig. Laut Daily Mail wurde die Übertragung mit Chroma Key produziert – einer Technik, die laut Adobe üblicherweise auf Blau- oder Greenscreen-Sets eingesetzt wird, um Personen oder Objekte auf andere Hintergründe zu legen.
Bei CNN-Live-Interviews wird am unteren Bildrand in der Regel ein Textband eingeblendet. Es wird vermutet, dass die Überlagerung, die diesen Text abdeckte, zu einem leicht anderen Zeitpunkt aktualisiert wurde als der Rest des Videos – was bei den Zuschauern einen kurzen Ruckeleffekt erzeugte.
Was glaubst du: steckt mehr dahinter – oder ist die Erklärung überzeugend? Schreib es uns in den Kommentaren.
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