Friedhof fordert Entfernung eines Grabsteins wegen obszöner „versteckter Botschaft“

Eine liebevolle Inschrift auf einem Grabstein auf einem Friedhof in Iowa steht seit langem im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Der Grund: eine versteckte, anstößige Botschaft, die dazu führte, dass der Friedhof die Entfernung des Grabsteins forderte.

Der Grabstein für Steven Paul Owens auf dem Warren-Powers-Friedhof in Polk County, Iowa, löste eine riesige Debatte aus. Das Grabmal wirkt auf den ersten Blick ganz gewöhnlich: Es nennt seinen Namen, Geburtsort und Todesdatum.

Darüber hinaus stand ein Satz darauf, der lautete: „Forever in our hearts, until we meet again, cherished memories, known as: our son, brother, father, papa, uncle, friend & cousin.“ Auf Deutsch etwa: „Für immer in unseren Herzen, bis wir uns wiedersehen, geschätzte Erinnerungen, bekannt als: unser Sohn, Bruder, Vater, Opa, Onkel, Freund & Cousin.“

Doch die Inschrift enthielt eine versteckte Botschaft. Ein Scherz zu Ehren des besonderen Humors des verstorbenen Owens erregte landesweit Aufmerksamkeit – und nicht alle fanden es lustig.

Credit: Youtube/Inside Editio

Was wie ein normaler Text aussah, war bei genauerem Hinsehen alles andere als gewöhnlich: Die Anfangsbuchstaben jeder Zeile ergeben zusammengelesen „Fk off“ – auf Deutsch etwa „Verps dich.“ Ein sogenanntes Akrostichon, also ein Text, bei dem die Anfangsbuchstaben der Zeilen eine eigene Botschaft bilden.

Die Camp Township Trustees, die den Friedhof verwalten, waren darüber nicht erfreut. Sie erklärten, die Inschrift sei für einen Friedhof nicht angemessen. Die Familie von Owens verteidigte den Text jedoch und argumentierte, er sei als Hommage an den trockenen Humor und die Lebenseinstellung ihres verstorbenen Familienmitglieds gedacht.

Friedhof fordert Entfernung des Grabsteins wegen versteckter anstößiger Botschaft

Im Gespräch mit CNN sagte sein Sohn Zachary Owens, sein Vater sei „ein sehr lebensfroher Typ“ gewesen. Tochter Lindsay erzählte, Familie und Freunde hätten ihren Vater gern aufgezogen.

Lindsay verriet, Owens habe Schimpfwörter fast als „Kosenamen“ verwendet: „Wenn er dich nicht mochte, hat er nicht mit dir geredet. Wenn er dir gesagt hat, du sollst dich verp**sen, hieß das, er mochte dich.“

Zachary erzählte CNN, die Idee, die Botschaft zu „verstecken“, sei von einem Cousin gekommen, und die gesamte Familie sei „einverstanden“ gewesen.

Ein Vertreter der Trustees erklärte später gegenüber CNN: „Wir wollen das dort nicht haben. Es muss wirklich entfernt werden.“

„Wenn wir Obszönitäten dieser Art auf dem Friedhof erlauben und das in Ordnung ist, wie sollen wir dann jemals bei irgendetwas anderem eine Grenze ziehen?“, fügte der Vertreter hinzu.

Die Trustees äußerten zudem Bedenken, ob trauernde Familien ihre Angehörigen neben einem Grabmal mit versteckter Obszönität bestattet sehen wollen. Die Gemeinde bestätigte später, juristischen Rat eingeholt zu haben, während sie mögliche Schritte gegen den Grabstein abwog.

Löst noch Jahre später Debatten aus

Lindsay Owens betonte derweil, ihre Absicht sei „niemals gewesen, jemanden zu beleidigen.“ Zachary sagte: „Ich würde einfach darum bitten, dass sie uns unseren Vater so in Erinnerung behalten lassen, wie wir ihn in Erinnerung haben.“

Als Reaktion auf diejenigen, die die Obszönität kritisierten, fügte er hinzu: „Niemand zwingt irgendjemanden, hinauszugehen und sich das anzuschauen. Das ist eine Entscheidung, die jeder selbst trifft.“

Obwohl die Kontroverse 2022 entstand, sorgt das Thema bis heute für Aufsehen. Viele argumentieren, der Hauptzweck einer Gedenkstätte sei es, die erinnerte Person so widerzuspiegeln, wie ihre Liebsten sie kannten.

Andere wiederum meinen, ein Grabmal solle gegenüber der Öffentlichkeit respektvoll sein – würdevoll und ohne Schimpfwörter. Trotz der Kontroverse steht das Grabmal Berichten zufolge bis heute auf dem Warren-Powers-Friedhof.

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