PETA (People for the Ethical Treatment of Animals, die bekannte internationale Tierrechtsorganisation) inszenierte diese Woche seine neueste Protestaktion vor dem Maine Lobster Festival (einem traditionsreichen US-Fest in Rockland, Maine, das jährlich zu Ehren des Hummers gefeiert wird).
PETA protestiert auf Maine Lobster Festival
Eine Frau lag dabei oben ohne auf einem riesigen, rot bemalten Teller, der wie ein Hummer aussehen sollte – daneben eine Zitronenspalte und eine Schüssel geschmolzene Butter.
Die Botschaft auf dem Display lautete: „Versuche dich in das hineinzuversetzen, was auf deinem Teller liegt.“
Die Fotos verbreiteten sich fast sofort viral, nachdem PETA sie auf X gepostet hatte. Die darauffolgende Online-Diskussion drehte sich deutlich weniger um das Wohlergehen von Hummern, als die Organisation wohl gehofft hatte. Mehrere Kommentatoren merkten an, dass sie jetzt mehr denn je an Hummer dächten.
Ein Protest mit ernstem Hintergrund
Die Aktion mag für hochgezogene Augenbrauen gesorgt haben, doch die wissenschaftliche Grundlage von PETAs Argumentation hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt, und eine wachsende Zahl von Regierungen weltweit nimmt sie ernst.
Eine Auswertung von über 300 begutachteten wissenschaftlichen Studien kam zu dem Schluss, dass es starke und vielfältige Belege dafür gibt, dass Hummer und andere Zehnfußkrebse (decapod crustaceans – eine Ordnung der Krebstiere, zu der auch Garnelen und Krabben zählen) empfindungsfähig sind und Schmerz empfinden können.
Großbritannien erkannte dies 2022 gesetzlich an, und im Dezember 2025 erklärte die britische Regierung, dass das lebendige Kochen keine akzeptable Tötungsmethode sei. Die Schweiz schreibt vor, dass Hummer vor dem Töten betäubt werden müssen. Auch Neuseeland und Norwegen haben rechtliche Schutzmaßnahmen für Krebstiere eingeführt.
Die USA verfügen über keine vergleichbaren bundesweiten Schutzbestimmungen.
„Es ist extrem grausam und unnötig, und jeder kann noch heute vegan werden und aufhören, Hummer zu essen“, sagte PETA-Kampagnenleiter Mason Melito vor Ort.
PETA-Gründerin Ingrid Newkirk forderte den Vorstand des Festivals auf, die Veranstaltung in „The Red Death Festival“ (etwa: „Festival des roten Todes“) umzubenennen und den Hummer-Esswettbewerb durch „The Heat Challenge“ zu ersetzen, bei der Teilnehmer zunehmend hohe Temperaturen aushalten müssten, um zu simulieren, was Hummer beim lebendigen Kochen erleben.
„Keine Mahlzeit ist eine solche Grausamkeit wert“, sagte sie.

Ein Jahrzehnt der Präsenz
PETA protestiert bereits seit über zehn Jahren gegen das Maine Lobster Festival. Eine nahezu identische oben-ohne-Aktion im Jahr 2016 löste dieselbe Reaktion aus: Die Fotos verbreiteten sich überall, die Leute lachten – und gingen anschließend hinein, um Hummer zu essen.
Im vergangenen Jahr versuchte die Organisation einen völlig anderen Ansatz und verklagte das Festival sowie die Stadt Rockland mit dem Ziel, das lebendige Dämpfen von Hummern als öffentliches Ärgernis (public nuisance – ein Rechtsbegriff aus dem US-amerikanischen Recht für eine Handlung, die die Allgemeinheit unzumutbar beeinträchtigt) einstufen zu lassen. Ein Richter des Bundesstaates wies die Klage im Januar 2026 ab und entschied, dass die Praxis rechtlich nicht als solches Ärgernis gelte.
Nach der Niederlage vor Gericht kehrte PETA zum Teller zurück.
Die Kommentare reichten von unterstützend über amüsiert bis hin zu offen hungrig.
„PETA, ich bin mir ziemlich sicher, dass sie mit dieser Aktion ihr Ziel, Leute vom Hummeressen abzuhalten, verfehlt haben“, schrieb ein Kommentator.
Ein anderer bot eine wohlwollendere Einschätzung: „Das Ziel ist Engagement/Reichweite. Das haben sie voll erreicht.“
PETA erwartet vermutlich nicht, dass eine rot angemalte, oben ohne posierende Frau irgendjemanden davon abhält, Hummer zu bestellen. Die Organisation rechnet vielmehr damit, dass die Fotos millionenfach geteilt werden – und dass die Frage nach dem Wohlergehen von Hummern beim nächsten Blick auf die Speisekarte im Hinterkopf mitschwingt.
Das Maine Lobster Festival läuft noch bis Sonntag, und rund 16.000 Hummer werden gedämpft.
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