Ein Passagierflug von Dubai nach Israel musste nach Saudi-Arabien ausweichen, nachdem es im Cockpit zu einer mutmaßlichen Auseinandersetzung zwischen den Piloten gekommen war. Dabei wurden Notsignale ausgelöst, und die Maschine verlor innerhalb kurzer Zeit mehrere tausend Meter Höhe.
Der flydubai-Flug mit rund 150 Passagieren sank laut Daten von Flightradar24 von etwa 34.000 Fuß (rund 10.400 Meter) auf 14.000 Fuß (rund 4.300 Meter). Der Sinkflug dauerte ungefähr zwei Minuten. Die Boeing 737 Max 8 war von Dubai in Richtung Israel unterwegs, als der Vorfall begann.
flydubai ist die Billigtochter der Emirates-Gruppe aus Dubai; die Strecke nach Israel gibt es seit der Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Mutmaßliche Messerattacke im Cockpit bei flydubai-Flug
Nach Angaben der BBC berichteten Passagiere, einer der Piloten sei im Cockpit niedergestochen worden. CNN meldete, sowohl der Kapitän als auch der Kopilot seien verletzt und nach der mutmaßlichen Auseinandersetzung ins Krankenhaus gebracht worden.
Ein israelischer Beamter sagte gegenüber Reuters, die Piloten hätten ein Notsignal ausgelöst, nachdem sie miteinander in eine „handgreifliche Auseinandersetzung“ geraten seien.

flydubai bestätigte, dass Flug FZ1073 zunächst ein allgemeines Notsignal gesendet habe und danach einen Alarm, der mit einer Entführung in Verbindung gebracht wird. In der Luftfahrt sind das die Transponder-Codes 7700 (allgemeiner Notfall) und 7500 (unrechtmäßige Einwirkung, etwa eine Entführung). Über Jordanien wechselte die Maschine den Kurs und sendete wieder das allgemeine Notsignal.
Das Flugzeug landete schließlich sicher am Flughafen Tabuk im Nordwesten Saudi-Arabiens. Nach Angaben von LADbible waren alle Passagiere in Sicherheit und wurden erfasst. Der Flughafenbetreiber Cluster2 bestätigte die Landung um 9.45 Uhr Ortszeit und teilte mit, beide Cockpit-Besatzungsmitglieder seien verletzt gewesen.
„Der Flug ist um 9.45 Uhr Ortszeit sicher gelandet. Dabei wurde festgestellt, dass Kapitän und Erster Offizier Verletzungen erlitten hatten. Sie wurden umgehend ins Krankenhaus gebracht, um die nötige medizinische Versorgung zu erhalten. Die Passagiere wurden im Terminal versorgt, während mit flydubai die Bereitstellung eines Ersatzflugzeugs abgestimmt wird.“
Ursache der Auseinandersetzung noch unklar
Die Passagiere blieben in Saudi-Arabien, während die Behörden an der Weiterreise zum eigentlichen Ziel arbeiteten. Israelische Stellen sagten, der Vorfall hätte weit schwerer enden können. Ein Beamter erklärte, „die schwerste Katastrophe“ sei verhindert worden. Parallel liefen die Vorbereitungen für eine alternative Weiterreise.
Eine Passagierin, Miriam Abu Kasis, war während des Vorfalls an Bord. Ihre Mutter Yasmin sagte Reuters, ihre Tochter habe Schreie gehört und dann gesehen, wie ein Mann mit einem Messer einen der Piloten zu Boden gezwungen habe.
flydubai erklärte, man arbeite mit den Behörden zusammen, während weitere Informationen zusammengetragen würden. „Unsere Teams arbeiten eng mit den zuständigen Behörden. Weitere Updates folgen, sobald zusätzliche bestätigte Details vorliegen.“
Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten teilte später mit, die Lage sei „unter Kontrolle“ und man konzentriere sich darauf, den Passagieren die Fortsetzung der Reise zu ermöglichen. Wegen des Notsignals ließ Israel zudem Kampfjets aufsteigen.
Was die Auseinandersetzung ausgelöst hat, ist weiter unklar. Die Times of Israel berichtete, einige israelische Beamte befürchteten einen versuchten Terroranschlag. Geprüft wurden aber auch andere Möglichkeiten, darunter ein psychischer Ausnahmezustand eines der Piloten.
In späteren Meldungen von Reuters und AP gingen israelische Stellen über diese Darstellung hinaus. Ministerpräsident Netanjahu sagte, der Kopilot habe den Kapitän niedergestochen und offenbar versucht, die Maschine zum Absturz zu bringen. Passagiere und Besatzung hätten ihn überwältigt; Saudi-Arabien habe ihn festgenommen. Die Passagiere seien nach mehreren Stunden mit einem Ersatzflugzeug nach Israel weitergeflogen.
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