Familientragödie in Florida: Was die Polizei nach Monaten mitteilt

Die Polizei hat nach Abschluss ihrer Ermittlungen neue Einzelheiten zu der verheerenden Tat veröffentlicht, bei der vier Menschen ums Leben kamen.

Neue Details zu dem grauenhaften Fall in Florida, bei dem eine junge Mutter, ihre eigene Mutter und zwei Kinder starben, sind von der Polizei bekannt gegeben worden.

Der Tragödie vorausgegangen war ein Streit zwischen der 27-jährigen Hailey Dempsey und ihrem Ehemann über pornografische Inhalte, die sie auf seinem Handy entdeckt hatte.

Die Tötungen ereigneten sich am 3. Mai in Plant City, Florida. Die Behörden haben ihre monatelangen Ermittlungen nun abgeschlossen und weitere Erkenntnisse zu den Ereignissen im Vorfeld der Tat offengelegt.

Dempsey soll ihre 55-jährige Mutter Valerie DeBoe erschossen und das Haus anschließend mit ihren drei kleinen Töchtern verlassen haben.

Nach Angaben der Polizei tötete sie später zwei der Kinder im Alter von vier Jahren und vier Monaten und nahm sich danach das Leben.

Offenbar versuchte sie auch, ihre zweijährige Tochter zu töten, verfehlte sie jedoch – das Kind überlebte.

Polizei war Tage zuvor bereits am Haus

Laut Richard Mills, dem Polizeichef von Plant City, waren Beamte in den Tagen vor der Tat bereits mehrfach zum Haus der Familie gerufen worden.

Am 1. Mai sollen Dempsey und ihr Ehemann Jay in einen verbalen Streit geraten sein, nachdem sie auf seinem Mobiltelefon pornografische Inhalte gefunden hatte. Mills stellte klar, dass die Polizei keine Hinweise darauf gefunden habe, dass es in dem Streit um eine Affäre ging.

„Es ging nicht um Fremdgehen oder etwas in der Art; offensichtlich war es einfach Pornografie, und darüber hatten sie Streit“, sagte er.

„Ich denke, daraus ist alles entstanden.“

Die Beamten, die auf den ersten Anruf reagierten, stellten Berichten zufolge keine Anzeichen von Gewalt oder strafbarem Verhalten fest. Später am selben Tag bat Dempsey die Polizei, ihr Fahrzeug zu überprüfen, weil sie einen Peilsender darin vermutete. Die Beamten fanden nichts.

Anschließend verließ sie mit ihren Kindern und ihrer Mutter, die aus Clearwater zu Besuch war, das Haus der Familie und übernachtete in einem Hotel.

Am folgenden Tag wurde die Polizei erneut gerufen, als Dempsey um Begleitung bat, um während der Abwesenheit ihres Mannes Sachen aus dem Haus zu holen.

Großmutter soll erschossen worden sein, bevor die Mutter mit den Kindern floh

Am Morgen des nächsten Tages, dem 3. Mai, soll Dempsey ihre Mutter im Haus der Familie erschossen und das Anwesen anschließend zu Fuß mit ihren drei Töchtern verlassen haben.

Die Ermittler gehen davon aus, dass sie später die Waffe gegen ihre Kinder richtete.

Das überlebende Kleinkind ist bei Verwandten untergebracht; nach Angaben der Polizei ist es körperlich unversehrt.

Dempsey starb durch eine selbst beigebrachte Schussverletzung.

Ehemann als Verdächtiger ausgeschlossen

Dempseys Ehemann war zunächst festgenommen worden, während die Ermittler die Tat untersuchten. Die Polizei schloss ihn später jedoch nach eigenen Angaben aufgrund umfassender Ermittlungen als Verdächtigen aus.

Er wurde freigelassen und ist im Zusammenhang mit den Todesfällen nicht angeklagt worden.

Polizeichef Mills sagte, die Ermittler hätten Hinweise darauf gefunden, dass eine psychische Erkrankung eine Rolle gespielt haben könnte; nähere Einzelheiten zu diesen Erkenntnissen machten die Behörden öffentlich nicht.

Der Polizeichef beschrieb die Ermittlungen als eine Aufgabe, die „Geduld, Sorgfalt und Präzision“ erforderte.

Er sprach auch über das, was die Beamten an jenem Tag vorfanden.

„Ich bin seit 34 Jahren im Polizeidienst“, sagte Mills. „Ich war an diesem Einsatzort, und es war wahrscheinlich das Schlimmste, was ich in meinem Leben gesehen habe.“

„Es ist absolut erschütternd. Das Schlimmste, was ich je gesehen habe.“

Zu Ehren von Valerie DeBoe wurde eine Spendenaktion eingerichtet, um ihre überlebenden Angehörigen zu unterstützen.

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