Eine Mutter hat heftige Debatten im Netz ausgelöst, nachdem sie enthüllte, dass sie ihrer elfjährigen Tochter als Strafe für das Mobbing einer Klassenkameradin, die sich einer Chemotherapie unterzieht, den Kopf rasiert hätte.
Mobbing durch Klassenkameraden
Die Geschichte wurde auf TikTok von der Contenterstellerin Daiana Birollo geteilt, die sagte, die Mutter habe ihr per E-Mail erklärt, warum sie sich für die umstrittene Strafe entschieden hatte. Während viele die Entscheidung lobten, sind Psychologen und Bildungsexperten geteilter Meinung darüber, ob sie Empathie lehrt oder einfach mehr Schaden anrichtet.
Laut Birollo war die Mutter schockiert, als sie erfuhr, dass ihre Tochter eine Klassenkameradin, die während einer Krebsbehandlung ihre Haare verloren hatte, wiederholt verspottet hatte.
Das Mädchen hatte kürzlich die Schule gewechselt, und ihre Eltern glaubten, sie sei eine höfliche, wohlerzogene Schülerin. Sie wurden erst über das Mobbing informiert, nachdem sie zu einem dringenden Gespräch mit Schulverantwortlichen eingeladen wurden.
Die Schule berichtete, ihre Tochter und mehrere Freundinnen hätten die Klassenkameradin trotz mehrerer Verwarnungen wiederholt wegen ihrer Glatze ausgelacht. Das Opfer wurde so verzweifelt, dass es später einen Suizidversuch unternahm.
Die Mutter sagte, die Enthüllung habe sie alles in Frage stellen lassen, was sie zu wissen glaubte über ihre Tochter.
Nach einer Reflexion darüber, wie sie reagieren solle, entschied die Mutter, ihrer Tochter die langen Haare zu rasieren.
„Ich wollte ihr nicht das Handy wegnehmen oder ihr Hausarrest geben. Ich wollte etwas, das sie für immer verändern würde“, erinnerte sich Birollo.

Sie gab zu, dass sowohl sie als auch ihre Tochter während des Haarschnitts geweint hätten, bereue die Entscheidung aber nicht.
Die Familie besuchte auch das Zuhause des Opfers, damit das Mädchen sich persönlich entschuldigen konnte.
Experten sind gespalten
Die Kindheitspädagogin Claire Cameron sagte, die Strafe könnte dem Mädchen helfen, besser zu verstehen, was seine Klassenkameradin erlebt hatte, indem es vorübergehend ein ähnliches Erscheinungsbild teilt. Sie warnte jedoch, dass es je nach Handhabung auch traumatisch sein könnte.
Cameron stellte auch infrage, ob eine erzwungene Entschuldigung wirklich Empathie aufbaut, und schlug vor, dass es sinnvoller sei, Kinder dazu zu bringen, die Auswirkungen ihrer Handlungen zu verstehen, anstatt einfach nur zu entschuldigen.
Die Jugend-Mentalheitsexpertin Tracy Vaillancourt nahm eine stärkere Haltung ein und argumentierte, dass das Rasieren des Kopfes eines Kindes übermäßig bestrafend sei und denselben Machtmissbrauch widerspiegle, den man beim Mobbing sehe.
Stattdessen seien Rechenschaftspflicht, aufrichtige Entschuldigungen und das Angehen der Grundursachen des Mobbings wirksamere Reaktionen, so Vaillancourt.
Beide Spezialisten betonten, dass Mobbing oft breitere emotionale oder familiäre Probleme widerspiegele und nicht nur isoliertes schlechtes Verhalten. Sie ermutigten Eltern, eng mit Schulen zusammenzuarbeiten, bei Bedarf Beratung zu suchen und Kindern zu helfen, Empathie und gesunde emotionale Fähigkeiten zu entwickeln, anstatt sich ausschließlich auf Bestrafung zu verlassen.
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