Ägypten war nach der 2:3-Niederlage gegen Argentinien bei der Fußball-WM fassungslos vor Wut auf die Schiedsrichter. Jetzt antwortet FIFA-Schiedsrichterboss Pierluigi Collina mit aller Kraft.
„Das ist inakzeptabel“, sagt Collina in einem offiziellen Statement.
Die Schiedsrichterleistungen bei der WM 2026 stehen schon seit einigen Tagen in der Kritik – vor allem in den K.-o.-Runden, wo mehr auf dem Spiel steht und die Emotionen höher kochen.
Die umstrittenen Spiele
Zunächst sorgte das Achtelfinale zwischen Frankreich und Paraguay für Aufregung, als viele Beobachter auf die harte Spielweise der Südamerikaner reagierten. Trotz mehrerer strafwürdiger Aktionen wurden keine Gelben Karten gegen Paraguay ausgesprochen.
Dann kam das Spiel Argentinien gegen Ägypten, das weltweit die größte Schiedsrichterdebatte ausgelöst hat. Mehrere Vorfälle auf dem Platz sorgten für heftige Reaktionen, und laute Stimmen behaupteten, die WM sei von der FIFA „manipuliert“ worden.
Im Mittelpunkt stand ein annulliertes ägyptisches Tor: Nach einer VAR-Überprüfung entschied der Schiedsrichter auf ein Foulspiel im Vorfeld und nahm Ägypten damit einen möglichen 2:0-Vorsprung weg. Auch die Reaktion des ägyptischen Trainers Hossam Hassan sorgte für Aufsehen: Er soll das FIFA-Antirassismus-Zeichen gezeigt haben, wurde dafür aber stattdessen mit einer Gelben Karte bestraft.
„Vielleicht wollten sie den amtierenden Weltmeister im Turnier halten“, sagte Nationaltrainer Hossam Hassan nach dem Spiel und deutete damit auf kommerzielle Interessen der FIFA hin.
Collina schlägt zurück
Der ägyptische Fußballverband hat inzwischen formell Beschwerde bei der FIFA eingelegt.
Nun meldet sich FIFA-Schiedsrichter-Chef Pierluigi Collina persönlich zu Wort. Der legendäre ehemalige Schiedsrichter, der inzwischen 66 Jahre alt ist und zu den bekanntesten Unparteiischen der Fußballgeschichte gehört, reagiert mit scharfen Worten. Er verteidigt die Entscheidungen des Schiedsrichterteams beim Spiel Argentinien gegen Ägypten.

Schiedsrichter Pierluigi Collina zeigt Georgios Karagounis
während der UEFA-Euro 2004 –
Portugal gegen Griechenland im Estádio do Dragão – die gelbe Karte. Foto: ph.FAB / Shutterstock.com
„Niemand kann die Integrität der WM-Schiedsrichter in Frage stellen. Wenn dies geschieht, kann es Reaktionen hervorrufen, die zu Drohungen gegen sie und ihre Familien führen. Das ist inakzeptabel“, erklärte Collina in seinem Statement.
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