Ärzte schlagen Alarm: Diese subtilen Veränderungen auf der Toilette können auf Prostatakrebs hindeuten

Ärzte schlagen Alarm wegen subtiler Veränderungen beim Toilettengang, die auf Prostatakrebs hindeuten können – eine der häufigsten Krebsarten bei Männern.

Da die Fallzahlen steigen und frühe Symptome oft übersehen werden, kann das Wissen um die Warnsignale lebensrettend sein.

Prostatakrebs – 1 von 8 Männern betroffen

Prostatakrebs ist bereits weltweit ein ernstes Gesundheitsproblem. Laut der American Cancer Society wird etwa 1 von 8 Männern im Laufe seines Lebens mit Prostatakrebs diagnostiziert, und schätzungsweise 36.320 Männer werden 2026 an der Krankheit sterben.

Es ist die häufigste Krebsart bei Männern in den Vereinigten Staaten und bleibt die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei amerikanischen Männern – nur übertroffen von Lungenkrebs.

Auf der anderen Seite des Atlantiks ist die Situation ebenso besorgniserregend. In Großbritannien ist Prostatakrebs kürzlich zur häufigsten Krebsdiagnose bei Männern geworden. Die neuesten Zahlen zeigen einen Anstieg der Diagnosen von knapp 52.000 im Jahr 2021 auf über 64.000 im Jahr 2022, so Prostate Cancer UK.

Auch im deutschsprachigen Raum sind die Zahlen alarmierend. In Deutschland ist Prostatakrebs mit rund 65.000 Neuerkrankungen pro Jahr laut Robert Koch-Institut ebenfalls die häufigste Krebserkrankung bei Männern.

Immerhin: Männer ab 45 haben in Deutschland Anspruch auf eine jährliche Prostata-Vorsorgeuntersuchung, die von der Krankenkasse übernommen wird. Auch in Österreich und der Schweiz empfehlen Ärzte regelmäßige Vorsorge ab diesem Alter.

Angesichts steigender Zahlen betonen Gesundheitsexperten, dass es wichtiger denn je ist, die frühen Warnzeichen zu kennen.

„Entwickelt sich langsam“

Die Herausforderung bei Prostatakrebs ist, dass er sich oft unbemerkt entwickelt. In vielen Fällen bemerken Männer jahrelang keinerlei Symptome. Wenn Warnzeichen auftreten, betreffen sie jedoch häufig Veränderungen beim Toilettengang – etwas, das man nicht sofort mit Krebs in Verbindung bringt.

Der britische National Health Service (NHS) wies kürzlich in einer online geteilten Gesundheitsbotschaft darauf hin und erinnerte Männer daran, dass frühe Symptome leicht zu übersehen sind.

„Prostatakrebs entwickelt sich oft langsam, sodass es viele Jahre lang keine Symptome geben kann, aber es ist wichtig zu wissen, worauf man achten sollte“, teilte der NHS in einem Tweet mit.

„Aber wenn sich etwas nicht richtig anfühlt, warte nicht – kontaktiere deine Arztpraxis. Früherkennung kann Leben retten.“

Symptome von Prostatakrebs

Vor diesem Hintergrund nennen Ärzte drei „Warnsignale“ rund um den Toilettengang, die Männer auf dem Schirm haben sollten.

Laut dem NHS sollten folgende Symptome nicht ignoriert werden:

Ein verstärkter Harndrang, Pressen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen und das Gefühl, dass die Blase nicht vollständig entleert wurde.

Einzeln betrachtet mögen diese Symptome nicht beunruhigend wirken. Viele Männer nehmen an, dass es einfach zum Älterwerden gehört oder die Folge von mehr Flüssigkeitsaufnahme ist.

Doch wenn diese Beschwerden anhalten, sollten sie laut Experten immer ärztlich abgeklärt werden. Obwohl sie auch durch weniger ernste Erkrankungen verursacht werden können – wie eine vergrößerte Prostata – können sie auch ein frühes Zeichen für Prostatakrebs sein.

Fortgeschrittene Symptome

Mit Fortschreiten der Erkrankung kann Prostatakrebs deutlichere Auswirkungen mit zusätzlichen Symptomen haben, erklärt die Mayo Clinic.

Zu den fortgeschrittenen Symptomen gehören: Erektionsstörungen, Blut im Urin oder Sperma, Schmerzen im unteren Rücken und unerklärlicher Gewichtsverlust.

Diese Symptome können darauf hinweisen, dass der Krebs gewachsen oder gestreut hat, und sollten so schnell wie möglich von einem Arzt untersucht werden.

Wer hat das höchste Risiko?

Obwohl jeder Mann Prostatakrebs entwickeln kann, steigt das Risiko mit dem Alter. Die meisten Diagnosen treten bei Männern ab 50 auf oder bei Männern „mit afrikanischem oder karibischem Hintergrund“, berichtet der NHS.

Aufgrund dieser Risikofaktoren empfehlen Ärzte Männern, mit zunehmendem Alter die Prostata-Gesundheit mit ihrem Arzt zu besprechen – insbesondere wenn es eine familiäre Vorbelastung gibt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Vorsorge ab 45 besonders wichtig – nutze den Anspruch auf die jährliche Untersuchung.

Warum Früherkennung so wichtig ist

Eines der wichtigsten Dinge, die man über Prostatakrebs wissen sollte: Er kann oft erfolgreich behandelt werden, wenn er früh erkannt wird.

Wenn spürbare Veränderungen beim Wasserlassen auftreten, kann der Krebs bereits gewachsen sein.

In vielen Fällen sind diese kleinen Anzeichen der erste Versuch des Körpers zu signalisieren, dass etwas nicht stimmt.

Etwas so Alltägliches wie eine Veränderung beim Toilettengang mag zunächst unbedeutend erscheinen. Doch diese subtilen Veränderungen zu erkennen – und sie ernst zu nehmen – könnte letztlich Leben retten.

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