Gegen 10:30 Uhr überflogen drei Maschinen der Luftwaffe das Stadtgebiet der Kleinstadt Wemding – direkt über eine Grundschule. Der Lärm war so heftig, dass er die Schüler in regelrechte Aufregung versetzte.
Lehrkräfte mussten die verunsicherten Kinder betreuen, und die Schule bot den Eltern an, ihre Kinder früher abzuholen. Bei der örtlichen Polizei gingen zahlreiche Anrufe von Bürgern ein, die wissen wollten, was da gerade über ihre Köpfe hinweggedonnert war, wie die Polizei Schwaben Nord auf X mitteilte.
Die Polizei gab schnell Entwarnung: Es habe sich um einen angemeldeten Trainingsflug gehandelt. Zu keinem Zeitpunkt habe eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden.
Tiefflüge bis auf 80 Meter – und das ist erlaubt
Was viele nicht wissen: Wemding liegt in einer sogenannten „Low Flight Area“, einem speziellen Tieffluggebiet der Bundeswehr. Dort dürfen Piloten für Übungszwecke besonders tief fliegen, bis auf knapp 80 Meter über dem Erdboden. Das ist ungefähr die Höhe eines 25-stöckigen Hochhauses.
Insgesamt gibt es in Deutschland sieben solcher festen Tieffluggebiete. Sie existieren schon seit Jahrzehnten, wurden aber lange kaum genutzt. Das hat sich geändert: Seit 2025 hat das Bundesverteidigungsministerium die Gebiete wieder freigegeben.
Der Grund: die veränderte Sicherheitslage in Europa. Die Bundeswehr argumentiert, dass das Üben der Bündnisverteidigung wieder wichtiger geworden sei – und dazu gehört eben auch der Tiefflug, um unter dem Radar gegnerischer Flugabwehr zu bleiben.
Seit Juli 2025 gibt es sogar überhaupt keine zeitliche Begrenzung mehr für diese Übungen. Kampfjets dürfen nun ohne Flugzeitlimit in 150 Metern Höhe trainieren, wie die Bundeswehr auf ihrer Website erklärt.
Bundeswehr will Lärmbelastung gering halten
Die Bundeswehr betont, dass sie die Lärmbelastung so gering wie möglich halten will. An Wochenenden und Feiertagen wird grundsätzlich nicht geübt, und es gibt ein Monitoring der Beschwerden.
Ob das den Kindern in Wemding am Freitagmorgen geholfen hat, steht auf einem anderen Blatt.
Lies auch:
- Deutschland-Flaggen in Nachrodt-Wiblingwerde: Staatsschutz ermittelt
- Carolina Wilga: Deutsche nach 12 Tagen im Outback lebend gefunden