Mann mit seltener Hauterkrankung wehrt sich gegen Online-Hass und Metas KI

Dean Clifford wurde mit einer seltenen Hauterkrankung geboren und hat kürzlich darüber gesprochen, wie grausam Menschen im Internet sein können.

Das Internet ist in vielerlei Hinsicht großartig. Heutzutage können wir unsere Liebsten per Knopfdruck erreichen, mit Freunden in anderen Bundesländern oder Ländern in Kontakt bleiben, jederzeit Musik hören, Nachrichten auf dem Handy lesen und unseren Lieblingsstars in den sozialen Medien folgen.

Doch so sehr das Internet unser Leben in mancher Hinsicht einfacher und besser macht, hat es auch ernste Schattenseiten. Das musste der 46-jährige Australier Dean Clifford leider am eigenen Leib erfahren.

Clifford wurde mit einer seltenen Hauterkrankung namens Epidermolysis Bullosa geboren. Die Krankheit verursacht anhaltende Blasen, Risse und Wunden auf der Haut. Die meisten Betroffenen werden nicht älter als 30.

Als Clifford geboren wurde, sollen die Ärzte seinen Eltern gesagt haben, dass er seinen fünften Geburtstag nicht erleben würde. Doch er hat allen Prognosen getrotzt.

Epidermolysis Bullosa

Er lässt sich von seiner Erkrankung nicht einschränken und nimmt sich bewusst Zeit für die Dinge, die ihm Freude bereiten. Leider waren andere Menschen nicht immer freundlich zu ihm. Als er kürzlich ein Foto von sich und seiner Mutter bei einem Rugby-Spiel postete, wurde er mit einer Welle gehässiger Kommentare konfrontiert.

Das Selfie ging schnell viral, und Metas KI-Programm stufte Clifford Berichten zufolge als jemanden in einem „Zombie-Kostüm“ ein. Nachdem er online hasserfüllte Kommentare über sein Aussehen erhalten hatte, beschloss Clifford, sich öffentlich zu äußern.

„Wer hätte gedacht, dass ein lustiges Foto mit meiner Mum bei einem Footballspiel am Freitagabend dazu führen würde, dass so viele Trolle mein Aussehen als Angriffsfläche nutzen. Danke, Facebook #METAAI, dass ihr mein Foto ohne meine Zustimmung geteilt und mein Aussehen so getaggt habt, wie ihr es getan habt. Es zeigt nur einmal mehr, warum Facebook im echten Leben immer irrelevanter wird.

Aber an die Tausenden von euch, die dachten, sie wären clever oder hätten Spaß auf meine Kosten: Hier ist etwas, das ihr vielleicht nicht wisst.“

„Ich höre das ganze Geflüster hinter meinem Rücken“

Anschließend beschrieb er, wie er seit seinem zweiten Lebensjahr mit Mobbing und verletzenden Kommentaren zu kämpfen hat.

„Mit einer so seltenen genetischen Hauterkrankung zu leben bedeutet, dass mein ganzes Leben lang Kinder, Erwachsene, ALLE Angst vor mir hatten. Die Leute haben mich angestarrt und mit dem Finger auf mich gezeigt, bis sie über ihre eigenen Füße gestolpert sind oder gegen Wände gelaufen sind, was verdammt witzig ist. Ich höre das ganze Geflüster hinter meinem Rücken. Es gab Leute, die mich angreifen wollten, weil sie dachten, ich wäre das schwächste Glied. Es wurde mir sogar schon mit dem Tod gedroht.“

Er fuhr fort: „Ich sage es ganz klar: Es ist mir egal, was ihr von mir denkt. Ihr glaubt, ihr könnt euch hinter eurer Tastatur verstecken und eure Kommentare hätten irgendeinen Einfluss auf mein Leben. Kommt und sagt es mir direkt ins Gesicht. Traut euch. ICH FORDERE EUCH HERAUS.

Genießt euer erbärmliches kleines Leben im Keller eurer Eltern oder in eurem Kinderzimmer. Ich werde weiterhin die Welt bereisen, das Leben in vollen Zügen genießen und dabei eine verdammt gute Zeit haben!“

Meta entschuldigte sich

Laut LADBible veröffentlichte Meta daraufhin eine Stellungnahme mit einer Entschuldigung.

„Wir bedauern die Erfahrung von Herrn Clifford und entschuldigen uns aufrichtig für jegliches Leid, das verursacht wurde“, so das Technologieunternehmen.

„Diese Vorschläge wurden automatisch generiert und liefern möglicherweise nicht immer die beabsichtigten Ergebnisse.

Wir nehmen diese Angelegenheit ernst und holen kontinuierlich Feedback zu unseren KI-Produkten und -Modellen ein, um sie stetig zu verbessern.

Nutzer können KI-generierte Inhalte, die sie für unangemessen halten, über unsere In-App-Meldefunktionen melden.“

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