Robert F. Kennedy Jr., US-Gesundheitsminister unter Präsident Trump, schlägt Alarm wegen der sinkenden Geburtenrate in Amerika. Er bezeichnete die Entwicklung sogar als „existenzielle Krise“, die mit wachsenden Sorgen um Fruchtbarkeit und Umweltgesundheit zusammenhänge.
Bei einer Veranstaltung im Weißen Haus am Montag sagte Kennedy: „Das ist nicht nur eine Bedrohung für unsere Wirtschaft“, sondern auch „für unsere nationale Sicherheit.“
Kennedy erklärte, sein Ministerium untersuche derzeit, ob Faktoren wie Fettleibigkeit, Stoffwechselgesundheit, Pestizide, hormonell wirksame Schadstoffe (sogenannte endokrine Disruptoren) und das, was er als „toxische Suppe, in der unsere jungen Frauen herumlaufen“ bezeichnete, zu Fruchtbarkeitsproblemen beitragen könnten.
Laut Kennedy begann der Rückgang der Fruchtbarkeit bei Frauen um das Jahr 2007. Er verwies dabei auf Regierungsdaten, die zeigen, dass die Geburtenraten seitdem generell gesunken sind.
„Das ist eine existenzielle Krise für unser Land“
Er argumentierte zudem, dass auch Männer mit einem wachsenden Problem der reproduktiven Gesundheit konfrontiert seien.
„1970 hatten Männer doppelt so viele Spermien wie unsere Teenager heute“, sagte Kennedy laut dem Magazin People. „Das ist eine existenzielle Krise für unser Land.“
Der Gesundheitsminister hat wiederholt auf den Rückgang der Spermienzahl als wesentliche Ursache für die sinkende Geburtenrate des Landes hingewiesen. Seine Aussagen beziehen sich auf Ergebnisse einer 2022 in der Fachzeitschrift „Human Reproductive Update“ veröffentlichten Übersichtsstudie, die weltweite Trends bei der Spermienzahl analysierte – wobei die Studie selbst Teenager nicht gesondert erwähnte.
Kennedy hat ähnliche Behauptungen bereits in früheren Interviews aufgestellt und drängt das Thema weiter ins nationale Rampenlicht.
„Unsere Fruchtbarkeitsraten befinden sich im freien Fall“, sagte Kennedy im April 2025 gegenüber Fox-News-Moderator Jesse Watters. „Ein amerikanischer Teenager hat heute weniger Testosteron als ein 68-jähriger Mann.“
Trump-Regierung schlägt neue Regelung vor
Gleichzeitig ist die breitere wissenschaftliche Debatte über den Rückgang der Spermienzahl noch nicht abschließend geklärt. Zwar deuten mehrere Studien darauf hin, dass die Spermienzahlen sinken könnten, doch Forscher mahnen auch zur Vorsicht: Die Erfassung langfristiger reproduktiver Trends sei komplex und über Jahrzehnte hinweg nur schwer einheitlich messbar.
„Die Vorstellung eines weltweiten Rückgangs der Spermienzahl ist ‚eine wichtige Hypothese, aber die Datenlage ist nicht gut genug, um daraus Schlussfolgerungen zu ziehen'“, sagte Dolores Lamb, eine Forscherin für männliche Reproduktionsgesundheit am Weill Cornell Medicine, 2023 gegenüber Scientific American.
Das Thema ist auch zunehmend in den Fokus von Donald Trump gerückt, der erklärt hat, die Umkehr der sinkenden Geburtenrate werde in seiner zweiten Amtszeit Priorität haben.
Am Wochenende schlug die Trump-Regierung eine neue Regelung vor, die es Arbeitgebern erleichtern soll, ihren Mitarbeitern Leistungen im Bereich Fruchtbarkeitsbehandlung anzubieten.
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